Latourell Falls & Loop Hike

Latourell Falls

Für viele Besucher der Gorge ist Latourell Falls der erste Wasserfall, den sie in der Gorge zu Gesicht bekommen, da er der westlichste der Wasserfälle am Historic Highway ist und somit für alle, die von Portland bzw. Troutdale aus kommen, als erstes auf dem Programm steht. Und das ist sicher kein schlechter Einstieg. Auch wenn Latourell Falls bei weitem nicht wie oft behauptet der zweithöchste Fall der Gorge ist, so ist er doch einer der schöneren. Er fällt 75m frei vor einer zum Teil mit knallgelben Flechten bewachsenen Wand aus Säulenbasalt herunter. Bei einigen Fällen am Historic Highway frage ich mich, ob die wohl auch so bekannt und beliebt wären, wenn sie nicht so einfach zugänglich wären. Bei Latourell Falls bin ich mir dagegen sicher, dass er auch an abgelegenerer Stelle reichlich Bewunderer finden würde. Die Fälle sind nach Joseph Latourell einem frühen Siedler der Gegend benannt und waren lange auf Privatland. Der Besitzer Guy Talbot übergab das Land 1929 an den Staat und zum Dank wurde der State Park in dem Latourell Falls liegt nach ihm benannt. Für Besucher wurde ein sogenanntes Chalet eine Villa und eine elegante Fußgänger-Brücke über den Highway gebaut. Davon ist heute kaum noch etwas zu sehen. Es gibt heute nur noch ein Klohäuschen und eine kleine Picknick-Area.

Latourell FallsMan erreicht die Fälle über einen Parkplatz direkt am Historic Highway. Die gesamte Anlage wurde 2014 umgebaut und neu gestaltet. Für einen kurzen Fotostop gibt es nun drei Möglichkeiten ohne grossen Aufwand ein Bild von den Fällen zu schiessen. Direkt am Westende des Parkplatzes ist eine kleine Balustrade von der aus man einen schönen Blick entlang des Latourell Creek zum Wasserfall hat. Wer in Eile ist kann das Foto fast schon aus dem Autofenster machen.

Wer etwas näher ran möchte kann von dort aus einen kurzen geteerten Pfad zur kleinen Brücke am Fuß der Fälle laufen. Von hier aus hat man vor allem einen sehr schönen Blick auf die Struktur der Basaltsäulen hinter den Fällen. Allerdings bekommt man im Winter und Frühjahr bei etwas mehr Wasser im Fluß durch die Gischt echte Probleme ein Bild ohne Tropfen auf der Linse zu schiessen.Latourell Falls

Latourell FallsDer dritte Aussichtspunkt liegt etwas oberhalb des Parkplatzes. Hier führt ein kurzer aber sehr steiler Teerweg zu einem Aussichtspunkt gegenüber den Fällen. Der Blick auf den Wasserfall wird hier schön von der Vegetation eingerahmt.

Die Allermeisten machen sich dann nach einem mehr oder weniger ausgiebigen Fotostop wieder auf den Weg, aber Latourell Falls hat noch mehr zu bieten, nämlich einen relativ kurzen (zweieinhalb Meilen) Trail, der zu den Upper Latourell Falls führt. Es gibt einige Stellen in der Gorge wo Trails oder Viewpoints mit einigem Aufwand angelegt und auch gepflegt werden, aber sich niemand die Mühe gemacht hat auch nur ein schlichtes Hinweisschild am Trailhead aufzustellen. Der Loop Trail an den Latourell Falls gehörte lange dazu und  sah daher im Vergleich zu anderen Trails die direkt vom Historic Highway aus losgehen kaum Verkehr. Im Zuge der Neugestaltung der Anlage 2014 wurde auch ein Hinweisschild mit Karte am Parkplatz aufgestellt, so dass man nun etwas mehr Leute unterwegs sieht, aber der Andrang bleibt im Vergleich zu anderen bekannteren Trails immer noch sehr im Rahmen.

Latourell FallsDer Weg führt auf der einen Seite des Latourell Creeks hoch zu den Upper Falls und auf der anderen Seite wieder hinunter wobei moderate 520 Fuß bzw. 160m Höhenunterschied bewältigt werden müssen. Ich beschreibe den Trail im Uhrzeigersinn, aber es gibt keinen gewichtigen Grund, die eine oder andere Richtung zu bevorzugen. Andersrum geht es genauso gut.

Der Trail beginnt am Parkplatz mit dem steilen Teerweg zum oberen Aussichtspunkt. Von dort führt der Weg in einem weiten Bogen nach oben. hier gibt es immer wieder schöne Blicke durch die bemoosten Bäume im Vordergrund auf den Wasserfall besonders am oberen Ende wo eine kleine Bank am Weg steht, so dass dieser Abschnitt auch für Fotografen vielleicht noch interessant ist, die nicht den ganzen Weg laufen wollen.

Moos am BaumNach einer kleinen Serpentine erreicht man dann den Level der Oberkante der Fälle. Hier befindet sich eine kleine Drahtreling neben dem Weg. Man hat von dort aus eine Aussicht über den Kessel vor den Fällen und den Columbia River dahinter, die allerdings durch Bäume am Weg ziemlich verdeckt wird. Auf der „falschen“ Seite der Reling führt ein kleiner Pfad direkt runter zur Abbruchkante des Wasserfalls. Auch wenn der nur einige Meter lange Weg relativ problemlos machbar ist, sollte man dennoch sehr vorsichtig sein. Denn wenn man doch abrutschen sollte geht es parallel zum Wasser 75 Meter in die Tiefe. Und ein Anblick von oben auf Wasserfälle beeindruckt mich selten. In der Regel sieht man nur einen Fluß der einfach aufhört. Vom Fall selber sieht man auch hier so gut wie nichts. Also wer artig auf der richtigen Seite der Drahtreling bleibt verpaßt nicht viel.

Western Red CedarDer Trail führt nun weiter entlang des Latourell Creeks zu den oberen Fällen. Es gibt eine kleine Abzweigung rechts runter zum Fluß, wo man das gegenüberliegenden Ufer und den Trail in Gegenrichtung auf einem umgestürzten Baum erreichen kann. Aber welchen Sinn würde diese Abkürzung, die auch in vielen Karten verzeichnet ist, machen? Wenn man schon hier hochläuft dann will man doch auch die Upper Falls sehen. Dorthin geht es etwa einen Kilometer ohne übermäßig viel Steigung durch den typischen bemoosten Regenwald der Gorge entlang des Creeks. Vor allem einige beeindruckende Western Red Cedars mit ihrer rötlichen faserigen Rinde kann man hier bewundern.

Upper Latourell FallsDie Upper Latourell Falls sind dann ein zweistufiger Wasserfall: der obere Teil geht rechteckig über einen Basaltfelsen ab, der untere ist ein freifallender Bogen. Da der obere Fall auch bei bedecktem Wetter immer eine ganze Menge mehr Licht bekommt, als die dunklen Basaltsäulen hinter dem unteren Teil ist ein Grauverlaufsfilter eine hilfreiche Sache für Fotos von diesem Wasserfall. Direkt vor dem Fall führt der Trail auf einer kleinen Brücke über den Creek und auf der anderen Seite hat man die Möglichkeit auch hinter den unteren Wasserfall zu gehen. Man kann sich bei Fotos auch gut nur auf den unteren Teil des Falls beschränken, der mit seinem hellen Bogen vor dem dunklen Basalt sehr fotogen ist.

Der Rückweg führt dann auf der anderen Seite des Creeks durch den Wald wieder bis zur Oberkante der Hauptfälle. Auch hier gibt es wieder einen Pfad rechts runter zum Wasserfall. Weil man auch von diesem Weg den großen Wasserfall selber nicht wirklich gut sieht, ist man versucht, immer noch ein Stückchen weiter zu gehen. Die Aussicht wird nicht besser die Sache wird nur immer riskanter. Also auch nicht wirklich ein Muß.

Latourell TrailDer weitere Verlauf des Trails irritiert dann Wanderer oft ein wenig, es geht nämlich etwas bergauf statt wie erwartet bergab und der Weg enfernt sich vom Creek Richtung Westen. Keine Sorge es gibt hier nur einen Trail, das hat seine Richtigkeit. Bald kommt man an eine Kurve mit einem urig geformten Baum, der halb über dem Weg hängt, und von dort aus geht es dann ganz offensichtlich wieder in Richtung Parkplatz. Bevor man sein Auto allerdings wieder erreicht gibt es noch eine Schleife durch die Picknick-Area. Dafür muss man erst den Historic Highway überqueren, dann geht es durch die Überreste einer eleganten alten Treppenanlage, die erahnen läßt, dass sich hier einmal das schicke Chalet für Touristen, die mit ihren Ford T-Models über den Historic Highway geknattert sind, befand. Davon ist leider sonst nichts mehr über. Man sieht nur noch ein verfallenes Holzhaus gegenüber in den Bäumen. Ansonsten befindet sich hier eine Picknick Area mit den üblichen Tischen und Bänken. Unter der Brücke des Historic Highway geht es dann durch zur kleinen Holzbrücke am Fuß der Fälle, von der aus man dann wieder hoch zum Parkplatz geht.

Wann am besten hin?

Upper Latourell FallsDer Latourell Creek speist sich aus einem relativ kleinen Einzugsgebiet an der Westflanke des Larch Mountain, daher wird der Fluß im trockenen Sommer schnell recht dünn. Wer den Wasserfall in seiner vollen Pracht sehen will, sollte ihn im Winter oder Frühjahr besuchen. Im Herbst ist dafür der Wald entlang des Trails in voller Farbenpracht. Das beste Fotolicht hat man natürlich auch hier bei bedecktem Himmel. Vor allem die Upper Falls haben bei Sonnenlicht zu starke Helligkeitsunterschiede für gute Fotos. An sonnigen Tagen kann man versuchen am späten Nachmittag die Sonne die durch die Bäume direkt oberhalb der Latourell Falls scheint für einen entsprechenden Effekt auf Fotos zu nutzen.

Wann lieber nicht hin?

Latourell Falls im HerbstWie die meisten Gorge Trails wird es auch an den Latourell Falls gegen Ende des Sommer recht braun und trocken im Wald und die Wasserfälle werden wie erwähnt recht mickrig, trotzdem will ich auch im Sommer nicht von diesem Trail abraten. Und auch wenn der Trail bei weitem nicht die Massen sieht wie andere Trails am Historic Highway ist man an Wochenenden speziell im Sommer dort alles andere als allein.

Wie kommt man hin?

Latourell Falls mit dem dazugehörigen Parkplatz liegt direkt am Historic Highway zweieinhalb Meilen östlich vom Crown Point Vista House und drei Meilen westlich von Bridal Veil. Wer nicht auf dem Historic Highway unterwegs ist und von I-84 auf schnellstem Wege direkt zu den Latourell Falls fahren will, der sollte von Portland aus kommend bis zur Ausfahrt 28 „Bridal Veil“ fahren und von dort aus geht es drei Meilen in Gegenrichtung zu den Fällen. Da man diese Ausfahrt nur vom Freeway Richtung Osten nehmen kann, bleibt Leuten, die von Osten her kommen nur, schon an der Ausfahrt 35 „Ainsworth SP“ auf den Historic Highway zu wechseln und den komplett bis zu den Latourell Falls durchzufahren.

Meine Meinung

Latourell FallsWenn man auf dem Historic Highway unterwegs ist, dann ist zumindest ein kurzer Fotostop an den Latourell Falls absolute Pflicht. Es ist neben Multnomah Falls der schönste Wasserfall am Highway und die paar Minuten sollte man sich auf jeden Fall nehmen.

Der relativ einfache und nicht besonders lange Trail zu den Upper Falls ist nicht der spektakulärste Trail in der Gorge aber hat mit zwei schönen Wasserfällen und urigem Regenwald alles was ein Gorgetrail braucht und er ist weniger überlaufen als die anderen populäreren Trails, die direkt am Historic Highway starten. Es ist ausserdem eine gute Option für jemand, der von Portland aus schnell einen Gorge Trail laufen will, ohne allzu weit fahren zu müssen. Wenn der Verkehr mitspielt ist man in einer halben Stunden von Downtown am Trailhead.

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Rocky Butte

Mt.Hood von Rocky ButteRocky Butte ist der Larch Mountain für Arme.

Wie komme ich zu dieser komischen Aussage? Nun die Rocky Butte ist wie der Larch Mt. ein erloschener ehemaliger Vulkan des Boring Lava Fields, von dessen Spitze aus man eine hervorragende Aussicht auf die noch aktiven grossen Vulkane der Umgebung hat. Der Vergleich der beiden bietet sich also an. Aber warum „für Arme“? Gut, am Larch Mt. zahlt man 5$ für den Parkplatz, der auf der Rocky Butte umsonst ist, aber das macht einen ja noch nicht wirklich arm. Allerdings gibt es für Reisende neben dem lieben Geld noch eine zweite – fast noch wichtigere – Währung, bei der das Reisebudget in der Regel meist sogar viel knapper ist als beim Geld und das ist die Zeit. Und da ist die Rocky Butte im Vergleich zum Larch Mt. ein echtes Schnäppchen. Während die Fahrt zum Larch Mt. hoch mit allem drum und dran vom I-84 aus in weniger als zwei Stunden kaum machbar ist, erreicht man die Rocky Butte, die noch innerhalb Portlands liegt, sowohl vom I-205 als auch vom I-84 in knapp 10 Minuten. Und auch US30B und OR213 führen direkt an der Rocky Butte vorbei. Und im Winter wird die Zufahrt auch nicht gesperrt wie am Larch Mt. Gibt es denn da überhaupt noch einen Grund auf den Larch Mt. zu fahren? Nun ja der Larch Mt. ist fast sieben mal so hoch wie die Rocky Butte, dementsprechend unterscheidet sich die Aussicht natürlich. Man sieht dort fünf Vulkane während man bei der Rocky Butte nur auf die Hälfte davon kommt nämlich zwei und einen Halben. So ist das mit den Schnäppchen: irgendeinen kleinen Haken haben sie immer.

Mt.St.HelensAber mal der Reihe nach. Die Rocky Butte ist ein 187m hoher Aschenkegel des Boring Lava Fields, der im Nordosten von Portland liegt. Zusammen mit dem bekannteren Mt.Tabor und einigen anderen kleineren Kegeln sorgt sie dafür dass Portland eine der wenigen Städte in den USA ist, die Vulkane im Stadtgebiet hat. Anlass zur Sorge besteht für die Bewohner der Stadt aber nicht. Die etwa eineinhalb Millionen Jahre alten Vulkane sind seit gut 300.000 Jahren erloschen. Nach seinem letzten Ausbruch hatte der kleine Vulkan erstmal eine ganze Zeit Ruhe bis zu den Missoula-Fluten, bei denen vor etwa 10.000 Jahren immer wieder ungeheure Wassermassen in einer riesigen Flutwelle durch die Gorge rauschten. Wenn man sich eine topografische Karte ansieht erkennt man wie die gewaltigen Wellen, die Ostseite der Rocky Butte in eine steile Klippe verwandelt haben und dann das Material in einem langgezogenen Rücken, der Alameda Ridge, einmal quer durch den Nordosten Portlands verteilt haben. Hier wohnen heute wohlhabende Portländer und geniessen die schöne Aussicht von der Ridge, wahrscheinlich ohne sich gross Gedanken über die Herkunft des Materials zu machen.

Nach Ankunft der europäischen Siedler wurde der ehemals stolze Vulkan zum schnöden Steinbruch degradiert. Material von der Rocky Butte wurden unter anderem für Gefängnisse in Portland und Walla Walla verwendet und auch am Historic Highway in der Gorge finden sich viele Steine, die von der Rocky Butte stammen. Am prominentesten ist wohl der große Gedenkstein am Eingang des Portland Women’s Forum. Der Steinbruch inspirierte dann im Jahre 1923 Pater Ambrose Meyer vom Sevitenorden dort ein Heiligtum zu Ehren Marias zu errichten. The Grotto an der Nordwestflanke der Rocky Butte umfasst ein Heiligtum mehrere Kapellen, einen Kreuzweg und eine schöne Gartenlage, die alle öffentlich zugänglich sind. Rocky ButteKurz darauf im Jahre 1931 verlegte dann Joseph Wood Hill seine Hill Military Academy, eine Privatschule die Schüler auf eine Militärkarriere vorbereiten sollte, von Northwest Portland auf die Rocky Butte. Zusammen mit dem Multnomah County und Bundesgeldern wurden zu der Zeit zwei Strassen auf den Gipfel der Rocky Butte gebaut und dort wurde zu Ehren von Joseph W. Hill ein Park mit einem Aussichtspunkt angelegt. Dabei lehnte man sich im Stil an die Architektur des Historic Highways an. So wurden Motive wie die flachen Steinbögen oder die achteckigen Laternen übernommen um eine Verbindung mit dem Historic Highway herzustellen und die Rocky Butte als Ausgangspunkt für eine Fahrt durch die Gorge zu etablieren.

Rocky ButteEs gibt zwar auch einen Trail der an der Kreuzung von NE Skidmore St & NE 92nd Ave beginnt, aber da der wenig lohnend ist, würde ich empfehlen, die Rocky Butte mit dem Auto zu besuchen. Es gibt zwei Strassen die den Berg hochführen, die beide passenderweise NE Rocky Butte Rd heissen. Die nördliche Zufahrt geht ein wenig schneller, die südliche ist ein wenig schöner. Oben angekommen führt die Strasse einmal um den Aussichtspunkt herum, der wie eine grosse Burg auf der Kuppe thront. An der Strasse kann man überall parken. Der Zugang führt über eine imposante Treppe von der Nordseite auf die „Festung“. Es gibt allerdings noch einen „Hintereingang“ über einen kleinen Schotterweg von Süden her, der auch Leuten, die keine Treppen steigen können, den Zugang auf den Aussichtspunkt erlaubt.

Rocky ButteOben angekommen sieht man in der Mitte erstmal einen grossen Turm mit einem Leuchtfeuer, das dem Luftverkehr des nahen Flughafens dient. Direkt neben der Treppe befindet sich dann ein Gedenkstein zu Ehren von Joseph Wood Hill und seiner Militärakademie und ein Kompass, der die grossen Berge der Umgebung benennt. Ansonsten befindet sich dort oben noch einige Rasenflächen, auf denen bei gutem Wetter in der Regel Leute picknicken oder es sich sonst wie gut gehen lassen. Wer Einsamkeit sucht ist auf der Rocky Butte falsch. Rocky Butte Panorama

Aber die eigentlich Attraktion ist natürlich die hervorragende Aussicht. Nach Osten hin dominiert Mt.Hood das Panorama. Vor allem im warmen Abendlicht bietet er einen beeindruckenden Anblick und Alpenglühen am Vulkan ist keine Seltenheit. Dann bieten sich Fotos zusammen mit den Laternen bzw. den grossen Bäumen am Südende des Aussichtspunkts an. Mt.JeffersonWenn man ein wenig sucht erkennt man ein ganzes Ende rechts von Mt.Hood noch die Spitze von Mt.Jefferson, die so gerade eben über die umgebenden Berge ragt. Links vom Mt.Hood sieht man Larch Mt. und die Gorge. Wer genau hinsieht erkennt unterhalb vom Larch Mt. das Vista House oben auf dem Crown Point. Im Vordergrund führt I-84 in die Gorge.

Nach Norden hat man einen tollen Blick auf Mt.St.Helens. Interessante Fotomotive sind der Berg von den Laternen an der Treppe flankiert, mit der geschwungenen Glenn Jackson Bridge, die den I-205 über den Columbia führt, im Vordergrund oder bei Ostwind mit startenden Flugzeugen über dem Berg. Aber wo sind denn die anderen beiden Washingtoner Vulkane, Mt.Rainier und Mt.Adams, die man vom Larch Mt. so schön sehen kann? Leider versteckt sich der Mt.Rainier direkt hinter dem Mt.St.Helens und Mt.Adams ebenso schüchtern, verkriecht sich hinter Silver Star Mt. dem hohen Berg mit der Doppelspitze rechts vom Mt.St.Helens, so dass man von der Rocky Butte wie gesagt nur zweieinhalb Vulkane sieht. Weiter links erkennt man dann direkt am Columbia den Portland International Airport PDX. Die Flugzeuge, die dort starten und landen bieten einige schöne Fotogelegenheiten in Verbindung mit den beiden Vulkanen, wobei allerdings ein gutes Tele hilfreich ist.

Portland DowntownNach Westen hin hat man einen Blick über relativ grüne Stadtviertel auf die Innenstadt von Portland vor den Hügeln der West Hills. Ganz rechts erkennt man dort den markanten Bogen der Fremont-Brücke. Der Blick ist mit der Sonne im Rücken am frühen Morgen am Besten. Am Abend, wenn die Berge im schönsten Licht stehen, sieht man hingegen im Gegenlicht nicht mehr viel von der Stadt.

Mt.St.HelensWenn man die Aussicht in aller Ruhe genossen hat, genug Fotos geschossen hat und sich wieder auf den Weg macht, bleibt für Leute wie mich, die an geologischen Details ihren Spaß haben noch eine Sache zu tun: ich fahre grundsätzlich die südwestliche Zufahrtsstrasse, die in einer Schleife durch einen kleinen Tunnel führt wieder hinab und  dann geht es nach einem rechts-links-rechts-Haken über NE Fremont Drive (nicht Road!) zurück zur NE82nd Ave. Fremont Drive führt quer durch eine steile Rinne, die enstand als die Missoula Fluten vor über 10,000 Jahren die Rocky Butte umspülten. Wenn das nicht Geologie zum Anfassen ist, dann doch zumindest zum Durchfahren.

Wann am besten hin?

Wenn man eine klare Aussicht auf Mt.Hood und Mt.St.Helens hat lohnt sich ein Besuch auf der Rocky Butte immer. Am schönsten ist die Sicht im Winter und Frühling wenn die Berge schneebedeckt sind und die kalte Luft eine klare Sicht erlaubt. Die beste Tageszeit ist zweifellos der späte Nachmittag und Abend. Dann ist vor allem Mt.Hood im warmen Abendlicht beeindruckend und direkt nach dem Sonnenuntergang kann man oft Alpenglühen am Berg beobachten. Mt.Hood zum SonnenaufgangSelbst an diesigen Tagen wird die Aussicht auf die Berge gegen Abend deutlich besser. Allerdings lohnt sich auch der Sonnenaufgang. Dann sieht man die schwarze Silhouette des Kegels von Mt.Hood gegen den roten Morgenhimmel. Sobald die Sonne aber ein wenig höher am Himmel steht verschlechtert sich die Sicht auf den Berg wegen des Gegenlichts massiv.

Wann lieber nicht hin?

Die Aussicht auf die Berge ist das, was die Rocky Butte ausmacht. Wenn man keinen der beiden Vulkane sieht, dann lohnt sich die Fahrt auf den Aussichtspunkt auch nicht.

Wie kommt man hin?

Je nachdem von wo man kommt gibt es mehrere Optionen die beiden Zufahrtsstrassen zur Rocky Butte zu erreichen. Wenn man z.B. abends von einem Besuch der Gorge auf dem I-84 nach Portland zurückkehrt und im Rückspiegel das weisse Dreieck des Mt.Hood sieht, das einen schönen Blick von der Rocky Butte verspricht, fährt man an der Kreuzung mit I-205 diesen Richtung Seattle nach Norden um dann die zweite Ausfahrt 23B „Killingsworth St./ Sandy Blvd West“ zu nehmen. Die linke Spur bringt einen auf den NE Sandy Boulevard, dem man für eine Meile bis zur NE 82nd Ave folgt. Hier biegt man links ab und an der nächsten Ampel gleich wieder links auf NE Fremont Rd. Dann folgt man dem Strassenverlauf für 1,7 Meilen bis man den Gipdfel der Rocky Butte erreicht hat.

Meine Meinung

Mt.HoodWenn man bei seinem Gorge-Besuch in Portland, Gresham oder Troutdale übernachtet und man abends merkt, dass der Sonnenuntergang schön zu werden verspricht, dann bietet die Rocky Butte eine hervorragende Option spontan einen wunderbaren Blick auf Vulkane im Abendlicht zu geniessen ohne viel Zeit für die Anfahrt zu investieren. Hier wird einem für wenig Aufwand viel Aussicht geboten.

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Stacker Butte

Stacker Butte mit Mt.HoodDie Columbia River Gorge ist eines der niederschlagsreichsten Gebiete der USA und daher findet man dort einen feuchten grünen Regenwald in dem es einen Wasserfall nach dem anderen gibt, richtig? Richtig!

Und zugleich auch vollkommen falsch! Auch wenn der populärste Teil der Gorge rund um die Multnomah Falls im regenreichen Westen der Gorge liegt, erstreckt sich die gesamte National Scenic Area gut 90 Meilen entlang des Flusses von Troutdale bei Portland bis zur Deschutes Mündung die noch 20 Meilen östlich von The Dalles liegt. Der unbekanntere östliche Teil der Gorge liegt jenseits der Wetterscheide der Cascades und hat ein trockenes, Halbwüsten-Klima. Wenn man auf dem I-84 Richtung Osten unterwegs ist, dann merkt man wie der dichte grüne Wald um Hood River herum auf einmal immer dünner wird. Man sieht mehr und mehr nackten Fels und je weiter man nach Osten kommt desto karger wird die Landschaft

BalsamrootDa dieses zweite trockene Gesicht der Gorge vielen gar nicht bekannt ist, möchte ich hier eine Wanderung im Osten der Gorge nicht weit von The Dalles vorstellen. Der Weg führt auf einer alten Schotterstraße 2,6 Meilen (~4km) auf den 3223ft (982m) hohen Gipfel der Stacker Butte auf dem Nordufer des Columbia. Mit 1140 ft (350m) Höhenunterschied ist der Hike nicht allzu anstrengend. Neben dem tollen Rundum-Panorama vom Gipfel lohnt sich Stacker Butte vor allem während der Wildblumenblüte im Frühjahr wenn schon die Anfahrt über die Dalles Mountain Road durch ein gelb-blaues Meer von Wildblumen führt, das sich dann am Trail fortsetzt.

Balsomroot und LupinenAm Trailhead gibt es einen kleinen Parkplatz, auf den vielleicht sechs oder sieben Autos passen. Zur Not kann man aber auch noch am Rand der Zufahrtsstrasse parken. Hinter dem Gate, das die Strasse dort versperrt, beginnt die Columbia Hills Natural Area Preserve. Das Gelände wurde von Pat and Darlene Bleakney, den Besitzern der Dalles Mountain Ranch,  im Jahre 1993 den Staat Washington übergeben, der es zu einem Naturreservat machte, um endemische Blumen wie eine Hahnenfuß-Art (Ranunculus triternatus), die weltweit nur hier wächst  oder andere seltene Blumen wie z.B.  Canby’s Desert Parsley (Lomatium Canbyi) zu schützen. Die Verwaltung dieses Reservats wurde vom  Washington Department of Natural Resources. übernommen. So weit so gut. Allerdings resultiert daraus für Besucher leider auch ein ärgerliches Problem: seit 2011 wird auf Land, das von diesem Department verwaltet wird, der Discover Pass des Washington State Park Systems verlangt. Ein Tagespass kostet stolze 10$ während der Jahrespass nur mit 30$ zu Buche schlägt. Nun ist die Wanderung sicherlich ihre 10$ wert, aber wenn man denn brav seinen Obolus entrichten will, sucht man vergeblich nach einer Möglichkeit sein Geld loszuwerden. Da der Trailhead wohl nur sehr wenig Verkehr sieht, hat man sich keine Mühe gemacht dort eine Bezahlstation einzurichten. Es gibt lediglich den Hinweis, dass der Pass erforderlich ist, dass es 99$ Strafe kostet, wenn man ihn nicht hat, und dass man ihn im Internet erwerben und sich ausdrucken kann. Wer dort also Handynetz hat und mit einem kleinen mobilen Drucker reist ist fein raus, alle andern sind gelackmeiert. Die nächste offizielle Verkaufsstelle für den Pass ist der Lyle Mercantile Markt in Lyle WA, eine Fahrt von 20 min. Ausserhalb der Ladenöffnungszeiten ist die nächste automatische Verkaufsstation im Beacon Rock State Park eine gute Stunde weiter westlich. Ich bin jemand der gerne finanziell seinen Teil zum Unterhalt von Trails und Parks beisteuert, aber muß es einem denn dermaßen schwer gemacht werden? Also wenn man nicht ohnehin Besitzer des Jahrespasses ist entweder schon auf dem Weg zum Trailhead den Tagespass erwerben oder alternativ darauf hoffen, dass der Trailhead auch von kontrollierenden Rangern derart stiefmütterlich behandelt wird.

Nun soll es aber auf den Trail gehen, der auf einer stillgelegten Schotterstraße entlangführt. Da es am Weg keine Bäume gibt, die Schatten spenden und ausserdem dort oft kräftig der Wind weht, sollte man sowohl guten Sonnenschutz als auch etwas Warmes zum Anziehen dabei haben.Gorge Sanddünen Wenn die Blumenblüte im vollen Gange ist werden Fotografen grösste Schwierigkeite haben auf den ersten Metern des Trails irgendwie voran zu kommen, denn zu beiden Seiten des Wegs breitet sich dann ein gelb-blaues Meer aus Balsamroot und Lupinen aus. Im Rücken ist Mt.Hood zu sehen und rechts blickt man hinab zum Tal des Columbia River. Wenn man genau hinsieht sieht man in der Ferne auf der anderen Flusseite etwas womit man in der Columbia River Gorge nicht unbedingt rechnet: Sanddünen. Sie erstrecken sich auf der ersten Felsstufe oberhalb des Flusses und rutschen an einigen Stellen fast bis zum Freeway herunter. In den 60er Jahren stellte das an windigen Tagen ein echtes Problem dar, da es dann kleine „Wanderdünen“ auf dem I-84 gab, die von Schneepflügen geräumt werden mussten. Inzwischen wurde Dünengras gepflanzt um den Sand an Ort und Stelle zu halten.

IMG_1682bfrDie meisten Balsamroots findet man zweifellos am Anfang des Trails. Im weiteren Verlauf mischen sich dann auch viele anderen Blumen darunter. Wobei vor allem die knallroten Indian Paintbrush das vorherrschende gelb und blau schön ergänzen. Es bieten sich dann auch immer wieder gute Fotogelegenheiten mit Blumen im Vordergrund und dem weissen Kegel des Mt.Hood im Hintergrund.

Oak SpringsNach etwas über einer Meile erreicht man eine scharfe Linkskurve. Hier zweigt ein weiterer Weg nach rechts ab. Dieser Weg führt in einer halben Meile zu einer kleinen Quelle namens Oak Spring am Hang. Die Quelle hat ihren Namen von dem kleinen Wald aus Eichen, der sie umgibt, da Bäume nur hier genug Feuchtigkeit finden, um zu wachsen. Es wird hier mal wieder offensichtlich warum das Wort „knorrig“ eigentlich nur im Zusammenhang mit Eichen genutzt wird. Der kleine Abstecher zur Quelle braucht nicht viel Zeit, aber wer ihn nicht macht, verpasst nicht unbedingt Weltbewegendes.

Von der Stelle wo der Weg zur Oak Springs abzweigt sieht man Funktürme weiter oben am Berg. Es gibt Berge, die haben sogenannte Scheingipfel. Die sehen aus wie der Gipfel aber wenn der Bergsteiger einen Scheingipfel erreicht, stellt er fest, dass der eigentliche Gipfel noch ein Ende entfernt ist. Stacker Butte hat Schein-Funktürme. Wenn man die ersten Türme erreicht, die WXM34 eine NOAA Weather Radio Station senden, ist man nicht oben auf dem Berg sondern man sieht von dort die zweite Sendestation, die dann wirklich oben auf dem Gipfel steht, der noch etwa eine Meile weg ist.

Je höher man kommt desto dünner werden die Wildblumen und desto kräftiger wird in der Regel der Wind. Aber eins der grössten Highlights hat sich der Trail noch für den Schluss aufgehoben: erst wenn man den Gipfel erreicht hat, wird die ohnehin schon tolle Sicht nach Süden mit einem wunderbaren Blick über die High Prairie zum Mt.Adams zu einem 360°-Panorama ergänzt

Panorama nach SüdenAn guten Tagen sieht man hier reihenweise Vulkane von den Three Sisters bei Bend bis zum Mt.Rainier im Norden. Im Süden ist natürlich erstmal Mt. Hood und der grosse Bogen des Columbia River zu sehen, an dem man The Dalles mit dem Damm und der Brücke erkennt. Mt.Jefferson liegt direkt hinter den Innenstadt von The Dalles am Horizont und die Three Sisters sieht man nur an wirklich klaren Tagen etwas links davon.

Panorama nach NordenNach Norden hin dominiert vor allem erstmal der weisse Kegel des Mt.Adams den Ausblick. Es gibt nicht viele andere Punkte, von denen man eine so gute Aussicht auf diesen Berg hat. Und aus der Perspektive wirkt der alte Adam auch ungewöhnlich schlank, da die mehreren überlappenden Kegel, die den Berg geformt haben, von hier aus gesehen alle hintereinander liegen. Mt.AdamsDirekt rechts davon ist sein grosser Bruder der Mt.Rainier zu sehen. Er wird allerdings teilweise von den Ausläufern des Mt.Adams verdeckt, so dass man nur die runde Doppelspitze des Berges sieht. Daneben erkennt man noch die Goat Rocks einen Gebirgszug zwischen den beiden Vulkanen. Weiter im Westen ragt dann der Krater des Mt.St.Helens so gerade eben über die umgebenden Berge. Da ihm seit gut 30 Jahren die markante Spitze fehlt muss man etwas genauer hingucken, um den flachen Kraterrand zu finden. Da Stacker Butte nach Norden sehr steil abfällt hat man das Gefühl fast über die flache High Prarie unter einem zu fliegen, die vom Canyon des Klickitat River im Norden und Westen und vom gut sichtbaren markanten Swale Canyon im Osten begrenzt wird. Hier haben sich schon sehr früh Siedler des Oregon Trails niedergelassen. Einer von ihnen war der Deutsche Henry (eigentlich Heinrich) Stacker, der seine Schafe auf dem Berg grasen liess und die Quelle zur Tränke nutzte. Nach ihm wurde Stacker Butte benannt.

FAA BeaconAuf dem Gipfel befindet sich ausserdem noch eine eingezäunte Anlage mit einem seltsamen weissen Kegel. Auch wenn es so aussieht als ob E.T. das Ding zum Skypen benutzt, handelt es sich hierbei um ein Funkfeuer der FAA, die den Luftverkehr regelt und überwacht. Die Strasse führt noch ein wenig auf dem Gipfel entlang, aber da man dort schnell Privatland erreicht und auch keine anderen Aussichten mehr bekommt, sollte man die Aussicht vom Gipfel in Ruhe geniessen, wenn es nicht zu sehr windet vielleicht noch ein kleines Picknick machen und dann geht es auf demselben Weg wieder zurück zum Auto.

Stone FaceEin letztes kleines Gimmick hält der Hike dann noch auf der Rückfahrt für einen bereit: kurz bevor die Dalles Mountain Rd. wieder auf den Hwy 14 trifft befindet sich auf dem letzten grossen Felsen auf der linken Seite ein Gesicht im Stein, das man besonders im Nachmittagslicht besonders klar sieht. Einige erkennen sofort ein Gesicht andere sind weniger beeindruckt. Das Weingut am Ende der Strasse hat auf jeden Fall ihren Rotwein „Stone Face“ danach benannt. Also einfach ein wenig langsamer fahren links aus dem Fenster schauen und gucken ob man dort jemand im Felsen erkennt.

Wann am besten hin?

Indian PaintbrushZwei Dinge machen diesen Trail zu etwas Besonderem: die opulente Wildblumenblüte im Frühjahr und die grandiose Aussicht vom Gipfel. Wenn man diese zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will sollte man sich einen klaren sonnigen Tag mit guter Fernsicht zwischen Mitte April und Mitte Mai ausgucken. Die Blüte variiert natürlich von Jahr zu Jahr je nachdem wie der Winter war, aber in der Zeit hat man eigentlich immer eine sehr gute Chance viele Blumen in Aktion zu erleben. Und im trockenen Osten der Gorge gibt es zu der Zeit mehr klare Tage als man gemeinhin erwartet. Selbst wenn es in Portland oder Troutdale in Strömen regnen sollte, lohnt es sich zumindest einmal kurz das Wetter in The Dalles zu checken. Wie die Sicht auf den Mt.Hood ist sieht man ja schon bei der Anfahrt. Ob die Aussicht auf den Mt.Adams ebenso gut ist weiss man allerdings erst auf dem Gipfel.

Mt.HoodDie Blumenblüte ist natürlich auch an bedeckten Frühlingstagen beeindruckend, aber die kann man dann auch im unteren Teil des Trails geniessen ohne ganz zum Gipfel aufzusteigen. Umgekehrt hat kann man natürlich auch an klaren Tagen im Sommer, Herbst und Winter ohne Blumen eine tolle Aussicht von der Stacker Butte haben.

Natürlich bieten auch hier das Morgen- bzw. Abendlicht die besten Lichtverhältnisse aber der Unterschied ist nicht so dramatisch wie bei anderen Zielen, so dass sich auch eine Tour mitten am Tag lohnt.

Wann lieber nicht hin?

Ausserhalb der Blumenblüte sollte man Stacker Butte wirklich nur bei exzellenter Fernsicht ins Programm nehmen, sonst lohnt sich der Weg oben auf den Berg nicht wirklich. Gerade im Sommer kann es auch an klaren Tagen so diesig werden, dass man von oben nur noch Mt.Adams und Mt.Hood erkennt. Und wenn im Spätsommer der Rauch der Waldbrände dazukommt, dann sieht man eventuell die beiden auch nur noch schemenhaft. Ausserdem sollte man es sich an heissen Sommertagen dreimal überlegen ob man eine staubige Strasse ohne jeglichen Schatten 4km einen Berg hochlaufen will.

Wie kommt man hin?

Vom Freeway I-84 aus erreicht man an der Ausfahrt 87 „Dufur, Bend“ den Hwy 197, dem man Richtung Norden folgt. Auf der The Dalles Bridge überquert man direkt vor dem Damm den Columbia River. Nach gut zweieinhalb Meilen erreicht man eine T-Kreuzung mit dem State Highway 14, der auf der Washington Seite durch die Gorge führt. Hier fährt man rechts und dann geht es nach einer halben Meile links auf die gut gepflegte Schotterstrasse Dalles Mountain Road. Der folgt man 3,2 Meilen bis zu einer Art kleinem Freilichtmuseum von alten Farmgeräten an der Dalles Mountain Ranch. Dort biegt man links ab und folgt der dann teilweise recht rauhen Schotterpiste noch 1,4 Meilen bis die Strasse am kleinen Parkplatz neben dem Trailhead durch ein Tor versperrt ist.

 BalsamrootMeine Meinung

Zur Blüte im Frühjahr eine sehr lohnende und auch einigermassen einfach zu bewältigende Alternative zu den bekannteren und überlaufeneren Blumenbergen weiter westlich in der Gorge. Dazu bietet Stacker Butte eine Aussicht die ihresgleichen sucht.

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Mist Falls

Mist FallsIch stelle mir vor, wie so ein kleiner Gorge-Wasserfall verkündet: „Wenn ich mal groß bin, will ich so berühmt wie Multnomah Falls werden und alle sollen mich fotografieren und ich will auf jeder zweiten Postkarte, die in Oregon verkauft wird, abgebildet sein.“ Was würde man so einen ambitionierten kleinen Wasserfall raten? Karriereplanung für Wasserfälle sozusagen.

Also erstmal sollte der kleine Wasserfall natürlich an seiner Höhe arbeiten. Wenn er nicht zu den höchsten Wasserfällen der Gegend gehört, dann wird es auch nichts mit dem großen Ruhm. Als zweites ist es natürlich wichtig, dass der Wasserfall gut erreichbar ist. Also am besten am Historic Highway, wo die allermeisten Touristen langkommen. Idealerweise vielleicht sogar noch ein Zugang direkt vom Freeway. Was nützt es der höchste und schönste Wasserfall zu sein, wenn man abgelegen irgendwo in einen schwer erreichbaren Winkel liegt. Und zu guter Letzt hilft es mit dem Ruhm sicherlich auch noch, wenn der Wasserfall irgendetwas Besonderes hat, seine eigene Note, die ihn von den anderen Wasserfällen unterscheidet.

Mist FallsAll das hat sich Mist Falls zu Herzen genommen. Mit 158m (520ft) Fallhöhe ist er fast doppelt so hoch wie die Watson Falls bzw. die Salt Creek Falls im Süden Oregons. Von  beiden wird fälschlicherweise immer wieder behauptet, sie seien der zweithöchste Wasserfall Oregons. Ich wüsste in der ganzen Gorge nur einen Wasserfall der höher ist als Mist Falls und das ist Multnomah Falls. Also hoch ist er schon mal. Wie sieht es mit der Erreichbarkeit aus? Mist Falls liegt keine 100m vom Historic Highway entfernt und dazu ist er von allen Gorge-Wasserfällen auch noch derjenige der am besten vom Freeway aus zu sehen ist. Also auch hier alles bestens. Hat er eine eigene Note anzubieten? Nun, zum einen fällt er sehr malerisch vor einer Schicht rötlichen Säulenbasalts herab und dann hat er sich noch ein besonderes Lichtspektakel ausgedacht, dazu später mehr.

Also alles richtig gemacht, kleiner Wasserfall! Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn Du nicht einer der bekanntesten Wasserfälle der gesamten Columbia River Gorge oder gar Oregons bist, oder?

Die traurige Wahrheit: kaum jemand kennt Mist Falls, er ziert ganz selten mal ein Photo und Postkarten gibt es schon gar nicht von diesem Wasserfall. Was ist denn da bloss schief gelaufen? Der arme Mist Falls hat sich leider den ungünstigsten Ort in der ganzen Gorge für seinen Auftritt ausgesucht. Wen interessiert der zweithöchste Fall der Gorge, wenn der höchste keine Meile entfernt ist? Die Mist Falls liegen ganz in der Nähe der Multnomah Falls und die stehlen ihrem kleinem Bruder komplett die Schau. Aber hier soll der Wasserfall jetzt mal die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm gebührt.

Mist FallsDie Mist Falls speisen sich wie die beachbarten Wahkeena Falls aus einer Quelle am unteren Hang des Larch Mt. und stürzen in zwei Teilen von einem steilen Basaltfelsen oberhalb des Historic Highway etwa einen Kilometer westlich der Multnomah Falls. Der obere Abschnit ist ein relativ unspektakulärer etwa 70m hoher Fall, der sich nach unten hin etwas auffächert. Die eigentliche Show ist der gut 90m hohe untere Fall der zum Teil frei von einer Felskante vor einer Schicht aus rötlichen Basaltsäulen herabfällt. Er ist auch für den Namens des Wasserfalls verantwortlich, denn bei kräftigem Wind, der in der Gorge ja keine Seltenheit ist, wird dieser freifallende Teil hin und hergepustet und scheint sich bei wenig Wasser im Bach und viel Wind sogar ganz in feine Gischt aufzulösen, so dass er nur noch ein Nebel (engl. mist) ist.

Wer den Mist Falls ein wenig Aufmerksamkeit schenken will hat dazu mehrere Möglichkeiten. Von der Benson State Recreation Area, die direkt am I-84 liegt, sieht man den Wasserfall aus etwas Distanz in voller Länge. Die Recreation Area dient vor allem dazu Anglern den Zugang zu zwei Seen, die sich zwischen Historic Highway und Freeway befinden, zu ermöglichen. Mist Falls befindet sich hinter dem westlichen der beiden Seen. Mist FallsWenn man von der Autobahn abgefahren ist, sollte man also gleich einen der ersten Plätze auf dem grossen Parkplatz nehmen. Dort geht ein kleiner Pfad zu zwei Stegen im See, von denen aus man einen schönen Blick auf die Basaltfelsen mit dem Wasserfall und den See im Vordergrund hat. Es lohnt sich ausserdem an der Ausfahrt entlang wieder Richtung Freeway zurückzulaufen. Dort ist ein alter Feldweg, der langsam von Brombeeren überwuchert wird, von dem aus man einen Blick relativ frontal auf den Wasserfall hat. Selbst wenn man mehrere Perspektiven für ein paar Bilder nutzen will, wird der Fotostop an der Benson State Recreation Area nicht viel mehr als eine Viertelstunde in Anspruch nehmen. Das führt zu einem kleinen Gewissenskonflikt, denn die Recreation Area ist ein State Park mit einer Day-Use Fee von 5$. Das ist natürlich vor allem im Hinblick auf die Angler eingeführt worden, aber für Wasserfall-Fotografen gibt es keine Sonderregelung. Und in einem State Park gilt auch weder der Northwest Forest Pass noch der National Park Pass. Ich überlasse es jedem, mit sich selber auszumachen, ob man für einen schnellen Fotostop die Tagesgebühr entrichten will oder nicht. Für ganz eilige reicht zur Not auch ein Stop direkt an der Ausfahrt, von wo man einen recht schönen Blick auf den Wasserfall hat, ein oder zwei Fotos und dann gleich wieder rauf auf die Autobahn.

Wenn man ein wenig mehr Zeit über hat und dazu auch ein wenig abenteuerlustig ist, dann bieten die Mist Falls eine der einfacheren Möglichkeiten Ziele jenseits der markierten Trails zu erforschen und zugleich auch ein wenig in die Geschichte der Gorge und des Historic Highway einzutauchen. Dazu parkt man an einem kleinen Pullout am Historic Highway, der sich eine Viertelmeile westlich des grossen Parkplatzes an den Wahkeena Falls befindet. Dort findet man einen kleinen Pfad der den Hang zu den Mist Falls hoch geht.

Multnomah LodgeAber bevor man sich auf den Weg macht sollte man kurz noch einmal den Blick senken. Ein Stein im Boden erinnert an die Multnomah Lodge die 1916 gebaut wurde. Diese Lodge die aufgrund ihres ähnlichen Namens oft mit der Multnomah Falls Lodge an den Multnomah Falls verwechselt wird, war ein kleines Hotel mit Restaurant am Fuße der Mist Falls und in der Hochzeit des Historic Highway Anfang des letzten Jahrhunderts ein beliebter Stop für Reisende.Mist Falls Lodge Kamin Auf dieser Website findet man alte Fotos und einen kurzen Abriß der Geschichte der Lodge. Das hölzerne Gebäude, das später in Mist Falls Lodge umbenannt wurde, brannte 1929 ab, wurde nicht wieder aufgebaut und geriet zusammen mit dem einst recht bekannten Wasserfall in Vergessenheit. Inzwischen hat sich die Vegetation den Platz an dem die Lodge stand zurückerobert. Aber nicht ganz! Wenn man dem kleinen Pfad ein paar Schritte folgt sieht man auf der linken Seite den alten Steinkamin der Lodge im Wald stehen, der als einziger das Feuer überstanden hat. Wenn man einen kleinen Abstecher zum Kamin gemacht hat, geht es zurück zu dem Pfad, der zu den Mist Falls führt. Der Weg dorthin auf der Westseite des Mist Creek ist zwar mit ein paar hundert Metern nur sehr kurz, aber dafür führt die erste Hälfte sehr steil über loses Geröll, was nicht jedermanns Sache ist. Für alle zwei Schritte nach oben rutscht man einen wieder runter. Da kommt man gut ins pusten und fluchen. Wenn man aber einen grossen Felsen auf halben Weg umrundet hat wird es etwas besser. Mist FallsEs ist zwar immer noch recht steil, aber dafür wird der Trail besser und man bekommt durch die Bäume eine Sicht auf Mist Falls. Alles in allem sollte man aber nicht viel mehr als 10 Minuten oder eine Viertelstunde brauchen. Der Pfad endet direkt unterhalb der Mist Falls inmitten von einer Unmenge von Thimbleberry-Büschen, deren rote Beeren im Frühsommer eine leckere Stärkung anbieten. Hier kann man nun den unteren Teil der Fälle mit der interessanten Basaltformation von ganz Nahem bewundern. Bei Wind ist es besonders interessant zu beobachten wie die Fälle sich hin- und herbewegen. Und selbst an einem Labor Day, wo sich die Autos vor den Multnomah Fall kilometerlang auf dem Historic Highway stauen kann man sich so gut wie sicher sein, die schönen aber unbekannten Mist Falls gleich um die Ecke ganz für sich haben.

Mist FallsUnd zu guter Letzt bietet Mist Falls im Frühjahr und Sommer noch eine besondere Lichtshow. Am späten Nachmittag beleuchtet die hochstehendene Sonne zwar die Wasserfälle aber die dahinterliegenden Felsen bekommen kaum Licht ab, so dass man einen gleissend hellen Wasserfall vor dunklem Hintergrund hat, was recht beeindruckend aussieht. Manchmal beleuchtet die Sonne auch nur einen Teil des unteren Falls, so dass es aussieht, als ob dieser mitten in der Luft abgeschnitten ist, da man den dunklen Teil kaum erkennt. Um das zu beobachten muss man einen Standpunkt östlich vom Wasserfall haben. Die Benson State Recreation Area eignet sich zwar dafür, aber noch besser ist es am I-84 Parkplatz an den Multnomah Falls ganz bis zum äussersten Ende zu laufen und Fotos von dort zu machen. Das beste Licht hat man allerdings vom Freeway Richtung Westen aus kurz hinter den Multnomah Falls. Allerdings ist es keine gute Idee dort auf dem Seitenstreifen anzuhalten, da der an der Stelle recht schmal ist und es mit der Linkseinfahrt von den Multnomah Falls dort oft ein wenig hektisch zugeht. Aber mit geputzter Frontscheibe kann der Beifahrer ja mal sein Glück probieren und einfach draufhalten. So ist das folgende Foto übrigens auch entstanden:Mist Falls

Wann am besten hin?

Mist Falls HerbstDie schönste Jahreszeit an den Mist Falls ist der Spätherbst wenn die Bäume an dem Fuß der Fälle sich gelb färben und es schon genug Regen gegeben hat, dass der Fall wieder gut gefüllt ist. An sonnigen Tagen hat man am Nachmittag und Abend das beste Licht auf den Fällen, da dann zumindest im Frühjahr und Sommer die roten Basaltsäulen warmes Licht von der Seite bekommen. Das ist dann sogar dem bedeckten Wetter vorzuziehen, bei dem man normalerweise gerne Wasserfallaufnahmen macht. Und wenn man nach den Menschenmassen an den Multnomah Falls ein wenig Ruhe braucht, dann bieten die Mist Falls schon fast Einsamkeit direkt nebenan.

Wann lieber nicht hin?

Die Mist Falls speisen sich aus einem recht kleinen Einzugsgebiet, daher werden sie im Hochsommer mehr noch als andere Fälle sehr sehr dünn. Ab so etwa Anfang August ist der Wasserfall nicht mehr besonders beeindruckend und erholt sich erst wieder mit den ersten ergiebigen Regenfällen im Herbst. Durch die Lage der Fälle im Norden einer steilen Felswand sind die Mist Falls besonders anfällig für das Gegenlicht einer hochstehenden Mittagssonne. Daher sollte man für Fotos einen Besuch in der Mitte des Tages vermeiden.

Wie kommt man hin?

Die Benson State Recreation Area hat wie erwähnt eine eigene Abfahrt mit der Nummer 30 direkt vom I-84 kurz westlich der Multnomah Falls. Leider ist sowohl die Abfahrt als auch die Auffahrt nur mit dem Freeway Richtung Osten verbunden. Das ist besonders ärgerlich wenn man am späten Nachmittag von der Gorge aus Richtung Portland fährt und schönes Licht auf den Mist Falls sieht. Dann muss man 5 Meilen weiter Richtung Westen fahren denn erst an der Ausfahrt 25 “ Rooster Rock State Park“ hat man wieder die Möglichkeit auf den Freeway in Richtung Osten zu wechseln, der einem die Abfahrt an der Benson State Recreation Area erlaubt. Insgesamt also ein Umweg von 10 Meilen. In Gegenrichtung kann man schon nach einer Meile an den Multnomah Falls von der Ost-auf die Westrichtung wechseln.

Der kleine Pullout am Historic Highway, von dem aus man zu den Mist Falls hochklettern kann, ist nicht irgendwie markiert oder beschildert, aber trotzdem eigentlich recht einfach zu finden. Wenn man von Westen her kommt, dann sollte man spätestens an der Abfahrt 28 „Bridal Veil“ auf den Historic Highway wechseln. Von der Stelle wo die Abfahrt auf den Historic Highway trifft fährt man noch 2,2 Meilen entlang des Historic Highways. Dann befindet sich auf der linken Seite der See an der Benson State Recreation Area und der Pullout, der zwei bis drei Autos Platz bietet, ist rechts direkt hinter einem gelben Schild, das vor kurviger Strasse warnt und Tempo 25 empfiehlt. Sollte man dort wider erwarten keinen Platz finden gibt es noch einen weiteren etwas grösseren Parkplatz kurz westlich davon.

Wenn man vor Osten her kommt liegt der Pullout am Ende einer Linkskurve eine Viertelmeile hinter dem Parkplatz an den Wahkeena Falls. Es ist die erste Möglichkeit hinter den Wahkeena Falls auf der linken Seite der Strasse zu parken.

 Meine MeinungMist Falls

Ein absolutes Pflichtprogramm ist Mist Falls sicher nicht, aber wer ein wenig abenteuerlustig ist und die Gorge auch mal off-the-beaten-track erforschen will, für den bieten die Mist Falls direkt am Historic Highway eine relativ einfache und schnelle Möglichkeit das zu tun. Ein kleiner aber durchaus lohnender Abstecher, den so gut wie niemand macht.

Wenn es auf dem Weg liegt, sollte alle anderen auf jeden Fall schnell für ein kurzes Foto an der Benson State Recreation Area anhalten. Für Fotografen und Wasserfall-Freunde lohnt es sich bei schönen Nachmittagslicht oder kräftigen Herbstfarben für den Fotostopp auch einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen.

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Pfriem Family Brewers

Pfriem BrewpubAls Jimmy Carter 1978 ein Gesetz unterzeichnete, das es Brauern erlaubte, Bier in kleinen Mengen für den Hausgebrauch herzustellen, gab es ganze 42 Brauereien in der gesamten USA. Was folgte war eine regelrechte Bier-Revolution, die unzählige kleinere Brauereien, die sogennannten Microbreweries hervorbrachte. Heute gibt es alleine in Portland 56  (wahrscheinlich ist die Zahl auch schon wieder überholt) Brauereien, die die unterschiedlichsten Sorten Bier herstellen. Natürlich kann man immer noch die klassischen amerikanischen Lager wie Budweiser, Coors oder Miller bekommen, aber daneben findet man vor allem bei den obergärigen Ales eine Auswahl an unterschiedlichsten Bieren, die ihresgleichen sucht.

Neben Portland mit seinen Kneipen und Brewpubs dürfte für den Biertrinker in der Gorge vor allem Hood River von Interesse sein, da der relativ kleine Ort die Heimat von vier sehr unterschiedlichen Microbreweries ist, die alle einen Brewpub im Ort betreiben. Neben den alten Platzhirschen von Full Sail, die inzwischen eine ziemlich grosse „kleine Brauerei“ sind, und den Senkrechtstarten von Double Mountain Brewing (in Hood River kann man zwei Berge, Mt.Adams und Mt.Hood, sehen) gibt es noch Big Horse und Pfriem, die beide eher kleine Betriebe sind. Hier möchte ich den Neuzugang in dieser Gruppe, die kleine Familienbrauerei Pfriem vorstellen, die 2012 eröffnet wurde und sich auf belgische Biere spezialisiert hat.

Pfriem Hood RiverDer Brewpub befindet sich in Hood River in der Portway Ave in einem neuen Stadtteil direkt am Columbia River. Dazu muss man wissen, dass die Innenstadt des kleinen Ortes etwas am Hang oberhalb des Columbia liegt und durch den Freeway und die Eisenbahnstrecke vom Wasser getrennt wird. Unten am Fluss gab es bisher nur Parkplätze für die in Hood River allgegenwärtigen Surfer und einen kleinen Sportboothafen. Nun soll aber die Lage am Fluss ausgenutzt werden und es ensteht ein neues Gewerbegebiet direkt am Wasser mit einem neugestalteten Waterfront Park und einer kleinen Promenade.  Hier direkt neben dem Park mit Blick auf den Columbia hat der Brewpub eine sehr schöne Lage. Da kann man auch wenn der Pub voll ist und es eine Wartezeit gibt, kurz noch am Wasser entlangbummeln bevor es zum Essen geht.

Pfriem Family BrewingDer Raum in dem sich die Kneipe befindet, ist eine hohe Halle, die von fünfzehn hohen Braukesseln dominiert wird. Es ist mir immer sympathisch, wenn man einem Brewpub ansieht, dass dort auch Bier hergestellt wird und die Kessel nicht irgendwo in einem anderen Raum versteckt werden. Vor den Kesseln befindet sich der Restaurantbereich, der mit viel Holz und Metall recht modern gestaltet ist. Pfriem BrewpubEs gibt knapp fünfzig Plätze an Tischen, dann noch ein paar Stühle an der Bar. Ein separater Raum in der ersten Etage dient als Warteraum bzw. wird für Events genutzt. Eine kleine Terrasse zum draussen sitzen ist in Arbeit. Dazu gibt es noch eine  abgetrennte Ecke mit Spielzeug für kleine Kinder. Für die jungen Gäste ist überhaupt sehr gut gesorgt: es gibt ein Kids Menu, Malzeug am Tisch und wenn es bei den ganz Kleinen mal anfängt aus der Hose zu riechen, liegen in den Toiletten unter dem Wickeltisch kostenlose Windeln bereit. Alles kleine Details, die in der Summe zeigen, dass Kinder willkommen sind, und so sieht man auch viele Familien unter den Gästen.

Pfriem Strong DarkDie angebotenen Biere sind wie die Webseite von Pfriem verkündet „Northwest & Belgian inspired“ und so findet man neben den typischen hopfigen IPAs des Nordwestens viele für Belgien charakteristische Biere von einem eher leichten Wit bis hin zu kräftigen malzigen Bieren, die vom Alkoholgehalt schon mit einem Wein mithalten können. Obwohl ich eigentlich kein grosser Fan von dunklen Bieren bin kann ich dennoch das Belgian Strong Dark sehr empfehlen. Es ist allerdings mit gut 10% eher ein Bier zum gemütlich nippen als ein Durstlöscher nach einem langen Sommerhike. Je nach Jahreszeit gibt es zu den Standardbieren auch noch zusätzliche Seasonals. Wer die Bandbreite der Biere kennenlernen will, kann sich einen Taster mit 6 kleinen Gläsern verschiedener Biere zum Probieren zusammenstellen.

Pfriem Banh MiDie Speisekarte bietet was ich als gehobenes Pub-Food bezeichnen würde: Burger, Salate Sandwiches, Steak, direkt am Columbia muss natürlich auch ein Lachs auf der Karte stehen und wie überall in Belgien gibt es natürlich auch hier Moules Frites. Ich esse gerne mal asiatisch und finde das Banh Mi Sandwich mit Schweineschulter sehr lecker, aber auch die Muscheln sind wirklich gut. Für Vegetarier gibt es einen Veggie Burger oder einen veganen marokkanischen Eintopf aus Kichererbsen. Die Preise sind nicht unbedingt billig aber für das Gebotene durchaus angemessen.

Update: der kleine Biergarten neben dem Pub ist fertiggestellt, so dass man jetzt auch draußen sein Bier geniessen kann. Leider ist auch das Menu überarbeitet worden, wobei viele der kreativeren und ungewöhnlicheren Gerichte Standard Pub-Food wie Burgern, Bratwurst und Mac & Cheese weichen mussten, die man so auch in vielen anderen Pubs bekommt. Schade!

Der Brewpub ist ganzjährig sieben Tage die Woche von 11:30 bis 21:00 geöffnet.

Wie kommt man hin?

Wenn man auf dem I-84 Hood River erreicht, nimmt man die Ausfahrt 63 „Hood River City Center“ um dann nach der Abfahrt nicht nach Süden Richtung Innenstadt sondern nach Norden zum Fluss hin zu fahren. Man folgt der 2nd St. bis zu einer T-Kreuzung mit der Portway Ave., wo man links abbiegt. Nach etwa 200m liegt Pfriem auf der linken Seite. An der Strasse gibt es reichlich kostenfreie Parkmöglichkeiten. Wenn man entweder auf dem Hwy 35 vom Mt.Hood kommt oder auf der Hood River Bridge von Washington herüberfährt, nimmt man kurz den I-84W Richtung Portland, den man dann gleich wie beschrieben an der nächsten Abfahrt wieder verläßt. Wenn man aus der Innenstadt von Hood River kommt, fährt man die 2nd St. Richtung Norden bis zur Portway Ave.

Die Adresse des Pubs ist 707 Portway Ave, Suite 101, Hood River, OR 97031.

Die Webseite der Brauerei ist www.pfriembeer.com

Meine Meinung

Pfriem Hood RiverEs gibt sicher billigere Orte in der Gorge um einen Burger zu essen und ein Bier zu trinken, aber wirklich teuer ist Pfriem auch nicht und bietet dafür eine abwechslungsreiche Speisekarte und eine sehr interessante Bierauswahl. Nimmt man die nette Lage am Fluss dazu dann ich kann ich Pfriem für einen Stop zum Lunch oder Dinner nur wärmstens empfehlen. Wie man bei Pfriem sagt: Op uw Gezondheid!

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Larch Mountain

Blick vom Larch MountainWenn man von Westen her in die Gorge fährt, sieht man – wenn es gerade mal nicht bewölkt ist und regnet – etwas links vom Mt.Hood einen flachen, eher unscheinbaren Berg mit einer markanten kleinen Stufe am Gipfel. Das ist der 1236m (4055ft) hohe Larch Mountain. Während der Mt.Hood ein ruhender, aber immer noch aktiver Schichtvulkan, mit dem für diese Vulkanart typischen Kegel ist, gehört der Larch Mt. zur Gruppe der Schildvulkane, die eher wie ein grosser Fladen geformt sind, und er ist schon seit etwa einer halben Million Jahren erloschen. Er gehört wie viele andere ehemalige Vulkane und Aschenkegel in und um Portland zum Boring Lava Field.
Larch Mt. und Mt.HoodDie unspektakuläre Form des Berges und der wenig schmeichelhafte Name des Vulkangebiets (engl. „boring“ = „langweilig“) lassen vermuten, dass es sich hier nicht wirklich um ein lohnendes Ziel handelt. Aber damit liegt man ziemlich daneben. Der Name des gar nicht mal so langweiligen Lava Fields leitet sich vom Ort Boring (der allerdings in der Tat nicht besonders aufregend ist) ab und dem Ausblick vom Gipfel des Larch Mt. können nur ganz wenige andere Aussichtspunkte in der Gegend das Wasser reichen. Und von diesen ist keiner so einfach zu erreichen wie der Larch Mt. Man sieht von dort oben Portland und Vancouver samt Vororten am Columbia River, die Wälder und Berge der Gorge und als absolutes Highlight ist man umgeben von den weißen Kegeln von fünf grossen Vulkanen. Zugegeben der Mt.St.Helens ist seit gut 30 Jahren kein wirklicher Kegel mehr und die Spitze des Mt.Jefferson guckt man so gerade eben über die Old Cascades weg, aber Mt.Adams, Mt.Rainier und vor allem den direkt benachbarten Mt.Hood sieht man vom Larch Mt. aus an einem klaren Tag in ihrer vollen beeindruckenden Schönheit.

5 Vulkane vom Larch Mt.

Um diese Aussicht zu geniessen muss man vom Historic Highway aus erstmal eine gut 14 Meilen lange kurvige kleine Teerstrasse durch den Wald an der Westflanke des Berges hochjuckeln. Die Strasse wird im Winter nicht geräumt und ist von etwa November bis Juni mit einem Tor 4 Meilen vor dem Gipfel gesperrt. Oben angekomen gibt es einen grossen Parkplatz mit der üblichen Ausstattung: ein Klohäuschen, ein paar Picknicktische im Wald und eine Infotafel wo man dann auch seine 5$ Gebühr bezahlen kann, wenn man keinen National Park Pass, Northwest Forest Pass, etc. sein eigen nennt.Sherrard Point Eine Aussicht hat man allerdings von diesem Parkplatz nicht, dafür muss man noch einen kurzen, etwa 500m langen Pfad mit einer Menge Stufen zum Sherrard Point hochlaufen. Selbiger ist der alte Lavaschlot des Vulkans, dessen hartes Gestein jeglicher Erosion widerstanden hat und der jetzt wie ein Turm in der Mitte des Larch Mt. aufragt. Richtung Nordosten hat dereinst ein grosser Gletscher die Flanke des Berges kräftig bearbeitet, so dass sich in diese Richtung ein grosser Krater öffnet und man auf dem Sherrard Point in der Mitte eines grosses Hufeisens steht. Der hoffnunglose Science-Fiction Nerd in mir vergleicht die Form des Larch Mt. Kraters gerne mit einem Cylon Raider aus Battlestar Galactica mit dem Sherrard Point als Cockpit. Aber er sieht doch wirklich echt so aus!

Sherrard Point mit Mt.HoodOben auf dem Sherrard Point befindet sich dann die von einem Zaun umgebene Aussichtsplattform mit zwei Bänken. Leider ist der Zaun so hoch, dass nicht jedes Stativ darüber reicht. Wenn man nicht aus der Hand fotografieren will, muss man zur Not versuchen, das Stativ auf einer Bank aufzubauen. Die fünf grossen Vulkane haben ausserdem alle eine kleine Steintafel, die sie mit Höhenangabe (in Füßen) und Entfernung (in Meilen) identifiziert. Wenn man sich die Entfernungen ansieht, dann stellt man fest, das Mt.Rainier mit 97 Meilen (156 km) fast doppelt so weit weg ist wie die anderen beiden Washingtoner Vulkane Mt.Adams und Mt.St.Helens, die ihn rechts und links einrahmen. Aber dennoch erscheint er von der Größe her nur wenig kleiner als diese beiden. Das gibt einem einen Eindruck davon, was für ein gewaltiger Brocken dieser Berg ist.Mt.St.Helens, Mt.Rainier & Mt.Adams

Aber der unbestrittene Star des Aussichtspunktes ist eindeutig Mt.Hood der den Ausblick nach Süden mit seinem symmentrischen Kegel dominiert. Für Fotografen lohnt es sich besonders im Herbst die Stufern zum Aussichtspunkt noch einmal ein paar Schritte wieder hinunter zu gehen. Von dem Treppenabsatz hat man einen schönen Blick auf den Berg der dann von bunten Laubbäumen und dem Basalt des Sherrard Point fotogen eingerahmt wird.Mt.Hood im Herbst Was man leider nicht sieht ist das Bull Run Reservoir, das direkt an der Südflanke des Larch Mt. liegt, und das das Trinkwasser für Portland liefert.

Wenn man nach unten in den Krater des Larch Mt. guckt, kann man zwischen den Bäumen eine Wiese mit einem Bach erkennen. Der Krater ist das Quellgebiet des Multnomah Creek. Wenn man also einmal über den Zaun spuckt, dann trägt man seinen kleinen Teil zum Erhalt der Multnomah Falls bei. Es gibt einen schönen Trail der etwa sieben Meilen entlang des Baches von den Multnomah Falls bergauf bis zum Sherrard Point führt und den ich hier bestimmt auch noch mal beschreiben werde.

Der Blick nach Osten geht vor allem über die dicht bewaldete Mark O. Hatfield Wilderness, in der die meisten Bäche entspringen, die dann weiter unten am Columbia River einen Wasserfall nach dem anderen präsentieren. Nur den grossen Fluss selber sieht man in dieser Richtung leider nicht, der versteckt sich in seinem Tal.

Columbia River mit Portland und VancouverUm den Columbia River zu sehen muss man von der obersten Treppenstufe aus nach Westen gucken. Dort hat man einen Blick auf den Fluss mit Vancouver, Camas (mit dem dampfenden Schlot der Papierfabrik), Washougal und die Steigerwald National Wildlife Refuge auf dem nördlichen Ufer und Portland, Gresham und Troutdale auf dem Südufer. Dahinter ragen Portlands West Hills auf und am Horizont erhebt sich die Coast Range. Wer genau hinguckt sieht die beiden Freeway-Brücken über den Columbia und auch der Flughafen ist zu erkennen.

Wer im Frühjahr oder Winter die Gorge besucht muss trotz des versperrten Gates an der Larch Mt. Road nicht unbedingt auf diese Aussicht verzichten, dann will sie allerdings erarbeitet sein. Nachdem man sein Auto am Gate geparkt hat, folgt man der Strasse 1,6 Meilen bis zu einer scharfen Rechtskurve, an der mit gelben Schildern Tempo 20 empfohlen wird und vor „Rocks“ gewarnt wird. Larch Mt. TrailHier geht links eine kleine Forest Road ab, die meist auch mit einem Tor versperrt ist. Man folgt der Forest Road nach rechts für knapp 400m dort stößt man auf den Larch Mt. Trail, der rechts in eineinhalb Meilen durch den Wald zum Sherrard Point führt. Selbst wenn der Trail noch unter Schnee liegt, hat man eigentlich keine Probleme den Weg zu finden. Einfach immer bergauf und leicht links halten, dann kommt man schon dahin wo man will. Sowohl der Weg entlang der Strasse als auch der Trail sind allerdings nicht besonders reizvoll. Auf diesen Hike sollte man sich also nur machen, wenn einem die Aussicht auf die schneebedeckten Berge vom Gipfel aus den Aufwand wert ist.

Ein letztes Wort wie immer zum Namen. Der ist nämlich etwas verwirrend, denn auf dem Lärchenberg (Larch Mt.) sind weit und breit keine Lärchen zu finden. Da aber früher Holzfäller das Holz der Edeltannen, die sie dort geschlagen haben als Lärchen verkauft haben, hat sich dennoch der Name Larch Mt. für den lärchenlosen Lärchenberg etabliert. Ob die Holzfäller nun schlechte Botaniker waren oder findige Geschäftsleute bleibt dahingestellt.

Wann am besten hin?

Mark O. Hatfield Wilderness & Mt.AdamsWenn das Wetter klar ist und man gute Sicht hat, lohnt sich der Ausflug auf den Larch Mt. immer und jederzeit. Die Chance einen Tag ohne Wolken zu erwischen ist im Juli, August und vielleicht noch September am besten. Allerdings je früher man im Jahr oben ist, desto klarer ist die Luft in der Regel. Je länger der Sommer andauert desto diesiger wird es und im Spätsommer gibt es eigentlich immer irgendwo ein paar Waldbrände die die Fernsicht sehr einschränken können. Manchmal soweit, dass man sogar an Tagen ohne eine Wolke am Himmel nur noch Mt.Adams und Mt.Hood erkennen kann und die anderen drei Berge im Dunst verschwinden  Dazu kommt, dass die Berge und da speziell der Mt.St.Helens mit einer weissen Kappe aus Schnee wesentlich attraktiver aussehen und sich besser gegen den Hintergrund abheben. Im Spätsommer dominiert da leider oft der graue Fels. Sobald es aber im Herbst wieder mit den Regen angefangen hat, wird die Luft schnell klarer und auch die Berge kriegen dann langsam wieder eine Schneekappe. Dazu kommt im Herbst als Extra noch das bunte Laub an den Bäumen.

Mt.Adams SunsetDie beste Tageszeit für einen Besuch ist der Abend. Dann liegen die Berge im warmen Licht der niedrigen Sonne und der Sonnenuntergang ist ein eindrucksvolles Schauspiel von dort oben. Der Sonnenaufgang bietet zwar ein vergleichbares Licht, aber zum einen muss man dafür zu ganz unchristlichen Zeiten aus den Federn und zum anderen sollte man fast während der gesamten Zeit, in der die Zufahrtsstrasse geöffnet ist, – vor allem aber im Hoch- und Spätsommer – mit Frühnebel im Flusstal des Columbia rechnen. Larch Mt. kann darüber hinausragen, muss es aber nicht. Im ungünstigsten Fall stellt man also bei der Ankunft auf dem Berg in aller Hergottsfrühe fest, dass auch dort noch alles in Nebel und Wolken gehüllt ist. Das verzieht sich zwar dann auch irgendwann, aber dann ist es mit dem schönen Morgenlicht auch nicht mehr weit her.

Sowohl morgens als auch abends muss man je nachdem entweder den Weg zum oder vom Berg in der Dämmerung fahren. Da sollte man sehr aufmerksam und vorsichtig sein, da auf der Strecke durch den Wald mit Wildwechsel zu rechnen ist.

Wann lieber nicht hin?

Wenn man kein klares Wetter hat, das Fernsicht verspricht, dann sollte man sich die Fahrt auf den Berg auf jeden Fall schenken. Das ist dann bloß vertane Zeit.

Wie kommt man hin?

Man erreicht den Berg über die E Larch Mountain Rd. die zwischen dem Portland Women’s Forum Viewpoint und dem Crown Point Vista House vom Historic Highway nach Süden abgeht. Wenn man vom Westen her kommt ist die Abfahrt eine halbe Meile hinter dem Women’s Forum vom Osten her ist es eine dreiviertel Meile hinter dem Vista House und man muss ziemlich scharf nach links abbiegen. Larch Mt. Rd.Wenn man auf dem I-84 unterwegs ist nimmt man die Abfahrt 22 „Corbett“ und folgt dann der Strasse steil den Berg hoch bis zum Historic Highway, auf den man dann links Richtung Osten abbiegt und dem man etwa zwei Meilen bis zum Abzweig der Larch Mt.Rd. folgt.

Die Larch Mt.Rd ist wie gesagt im Frühjahr und Winter gut 4 Meilen vor dem Gipfel mit einem Gate gesperrt. In der Regel schliesst das Tor irgendwann im November und öffnet wieder Ende Mai/Anfang Juni. Man kann auf der Website des Forest Service den Status abfragen. Dazu gibt es noch direkt neben dem  Beginn der Larch Mt. Rd. am Historic Highway ein Schild, das verkündet „Larch Mt.Rd. CLOSED BY SNOW 10 mi. ahead“ wenn die Strasse gesperrt ist, so dass niemand umsonst dort hoch fährt.

Meine Meinung

Mt.St.Helens SunsetWenn man einen schönen Sonnentag für seinen Besuch in der Gorge erwischt hat, würde ich immer ohne zu zögern einen oder zwei Wasserfälle aus dem Programm streichen und stattdessen eineinhalb bis zwei Stunden idealerweise am späten Nachmittag/Abend  in den Besuch des Larch Mt. investieren.

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Eagle Creek Trail (Teil 2: Punchbowl Falls bis 7-Mile-Falls)

Twister Falls***Die Brücke über den Tish Creek kurz hinter den Punchbowl Falls ist bei einem Sturm irreparabel beschädigt worden. (Link) Da der Bau einer neuen Brücke dort sehr aufwendig und teuer ist, wird damit gerechnet, dass der Trail an dieser Stelle für das gesamte Jahr 2016 offiziell gesperrt sein wird, so dass der Eagle Creek Trail an den Punchbowl Falls endet. Mit ein wenig Gleichgewichtssinn, Vorsicht und guten Schuhen kann man den Tish Creek dort immer noch überqueren. Es bleibt abzuwarten ob dieses Verhalten von offizieller Seite stillschweigend geduldet wird oder ob es Strafen nach sich zieht ***

Nachdem ich im ersten Teil den Eagle Creek Trail bis zu den Punchbowl Falls beschrieben habe, soll es jetzt hier in Teil 2 weiter in das Flusstal hineingehen. Wer auf dem ersten Abschnitt Blut geleckt hat und eine längere Wanderung nicht scheut, für den gibt es hier nun mehr Wasserfälle, mehr Regenwald und eine Fortsetzung dieses spektakulären Trails.

Nach den Punchbowl Falls geht es der Trail erstmal für eine gute Meile etwas ruhiger an. Es gibt zwei Brücken, die Seitenbäche, die in den Eagle Creek fliessen, überqueren. Die erste Brücke geht kurz hinter den Punchbowl Falls über den Tish Creek. Wild entschlossene Wasserfall-Sammler können sich durch das Gebüsch entlang des Baches schlagen und kommen so nach einer Weile zu den etwa 60m hohen Tish Creek Falls. Man beginnt am besten auf der Nordseite des Baches, bis es dort nicht mehr weiter geht und wechselt dann auf die Südseite, um dann vor den Fällen wieder auf die Nordseite zu gehen. Der Weg ist nicht ganz einfach, das ganze dauert seine Zeit und so spektakulär ist der Wasserfall am Ende auch nicht, so dass ich mir den Abstecher bei meinem ersten Besuch am Eagle Creek auf jeden Fall schenken würde. Und wahrscheinlich auch noch beim zweiten und dritten.

Eine halbe Meile hinter dem Tish Creek kommt man dann zur zweiten Brücke, die über den sehr treffend benannten Fern Creek führt, der sich ein tiefes, dunkles, grünes Tal in den Felsen geschnitten hat. Dann hat man noch eine weitere halbe Meile vor sich bevor der Trail wieder zu ganz grosser Form aufläuft. Man befindet sich hier auf einer offenen Bergflanke ein ganzes Ende oberhalb des Flusses und hat einen wunderbaren Blick auf die eleganten Loowit Falls auf dem anderen Ufer. Loowit FallsDie fallen etwa 25m senkrecht in ein Becken, von wo aus ein kleinerer Fall dann in den Eagle Creek führt. Der Name Loowit erinnert an die indianische Legende von der Bridge of the Gods, in der sich die Brüder Wy’east und Pahto, von der schönen Loowit verführt, eifersüchtig bekämpfen. Zur Strafe für die Zerstörungen die dieser Kampf anrichtet, werden alle drei vom mächtigen Tyee Saghalie in Berge verwandelt. Wy’east und Pahto sind inzwischen als Mt.Hood und Mt.Adams bekannt und welcher Berg trifft den feurig, gefährlichen Charakter der schönen Loowit besser als Mt.St.Helens. Am Krater dieses Vulkans gibt es daher einen weiteren Wasserfall mit dem Namen Loowit Falls. Dass nun auch dieser Wasserfall am Eagle Creek, immerhin 70 km entfernt vom Mt.St.Helens, ebenfalls diesen Namen trägt, kann ich mir nur mit der sagenhaften Schönheit Loowits erklären. Denn auch wenn der Wasserfall nicht feurig ist, schön ist er zweifellos. Da er an einem Hang, der nach Nordosten zeigt, abgeht, gibt es wenn überhaupt nur früh am Morgen Licht auf dem Fall. Für den Rest des Tages liegt er im Schatten, was ihn zu einem dankbaren Fotomotiv macht. Es gibt dort ein paar bemooste Eichen neben dem Trail, die sich als Vordergrund für Fotos anbieten. Und Loowit Falls ist einer der Fälle, die auch mit weniger Wasser im Sommer immer noch eine gute Figur machen. Der Eagle Creek selber hat an dieser Stelle übrigens auch noch einen Wasserfall. Diese sogenannten High Bridge Falls sind allerdings höchstens bessere Stromschnellen und werden neben den Loowit Falls gerne übersehen.

High BridgeWenn man die Aussicht auf die Loowit Falls genossen und genug Fotos geschossen hat wartet direkt hinter der nächsten Kurve schon eine weitere Attraktion: der Eagle Creek fliesst hier durch eine nur einige Meter breite und 40 Meter tiefe Klamm, an deren Oberkante der Trail entlangführt. Wieder einmal nichts für Leute mit Höhenangst. Wer allerdings kein Problem damit hat sollte sich auf halber Strecke neben der Klamm einmal umdrehen und den Fotoapparat herausholen. Von dort hat man eine tolle Persektive auf Loowit Falls und die High Bridge Falls am Eagle Creek mit einer steilen Felswand im Vordergrund. Am Ende der Klamm überquert man dann dieselbe auf der High Bridge. Warum diese Brücke so heisst ist ziemlich offensichtlich. Bevor man die Brücke betritt sollte man noch kurz einen Blick nach links oben werfen, wo man einen gewaltigen Basaltfelsen sieht, der im Herbst von bunten Bäumen dekoriert wird.

Kurz hinter der High Bridge gibt es dann den dritten grossen Wasserfall des Eagle Creek, die Skoonichuk Falls. Die Fälle gehen neben einer Wand aus Säulenbasalt über zwei Stufen etwa 20 Meter in die Tiefe, sind aber bei weitem nicht so beeindruckend wie die ersten beiden Fälle, Metlako und Punchbowl Falls. Skoonichuk FallsSkoonichuk bezeichnet in der Chinook-Sprache einen bösen Geist. Was nun an diesem Wasserfall besonders fiese und gemein sein sollte, konnte ich nicht eruieren, aber sicherheitshalber vorsichtig sein, bei bösen Geistern weiss man nie! Aber eigentlich ist es ja kein böser, sondern eher ein verschämter Wasserfall, weil er sich hinter Bäumen versteckt und vom Trail nicht so ohne weiteres zu sehen ist. Wenn man den schüchternen,  bösen Geist zu Angesicht bekommen will, sollte man nach der High Bridge ein wenig auf den Trail achten. Erst passiert man eine flachere Stelle unter Bäumen, die oft als Campgelegenheit genutzt wird, dann folgt auf der rechten Seite eine Geröllhalde und wo diese langsam ausläuft findet man dann auf der linken Seite des Weges ein paar kleine Seitentrails, die nach wenigen Metern zu Aussichtspunkten auf die Skoonichuk Falls führen. Wer die Fälle aus der Nähe begutachten will, sollte den letzten und breitesten der unmarkierten Seitentrails wählen, der schräg vom Haupttrail steil nach unten abgeht. Mit ein wenig rutschen kommt man hier zum Kieselstrand neben dem Fluss, auf dem man dann direkt an die Fälle gehen kann. Wenn diese im Winter und Frühjahr gut gefüllt sind, ist es schwierig Fotos von nahe zu machen ohne Wasser auf die Linse zu bekommen. Ein weiterer Seitentrail führt später noch zur Oberkante der Fälle, aber die ist nicht besonders interessant.

Der Trail geht dann an ein paar Campsites vorbei zur 4½-Mile Bridge, die komischerweise genau 4 Meilen vom Trailhead entfernt ist. Da die halbe Meile Abweichung auch bei den 7-Mile-Falls noch einmal auftritt, vermute ich, dass der Mensch, der diese Brücke so kreativ benannt hat, vom zweiten Parkplatz und nicht vom Trailhead aus gemessen haben muss. Oder er hat sich beim Schrittezählen vertan. An dieser Brücke überquert man den Eagle Creek wieder zurück ans Ostufer. Diesmal allerdings im Gegensatz zur High Bridge nur ein paar Meter über dem Fluss. Am anderen Ende der Brücke hat der Trail einen kleinen Blinddarm, der ohne ersichtlichen Grund noch einige Meter am anderen Ufer entlangführt. Das ist ein sehr beliebter Ort für Lunch, und bietet sich auch als möglicher Umkehrort für Leute an, die zwar noch ein wenig mehr vom Eagle Creek jenseits der Punchbowl Falls sehen wollen, denen allerdings die vollen 13 Meilen bis zu den 7-Mile-Falls zu viel sind.

Tenas FallsDirekt oberhalb der Brücke fallen die zweigeteilten Tenas Falls vom Westen her in den Eagle Creek. Wieso diese recht unspektakulären Fälle im Gegensatz zu vielen anderen einen offiziellen Namen bekommen haben und auf den meisten Karten verzeichnet sind erschliesst sich mir nicht so ganz. Aber einen kurzen Blick kann man natürlich riskieren.

Dann geht es auf das letzte Drittel. In diesem Bereich hat 1902 ein grosses Feuer gewütet, so dass der Wald dort deutlich jünger ist, als im vorderen Teil des Trails. Man kommt hier ziemlich bald zur grössten Campsite am Eagle Creek dem Wy’east Camp.Wy'east Camp Im Sommer ist die Campsite an Wochenenden in Nullkommanix voll, wer also eine Backpacking-Tour vorhat sollte die entsprechenden Termine wenn möglich meiden. Direkt hinter dem Camp passiert man dann die Grenze zur Mark O.Hatfield Wilderness. Der Republikaner Mark O.Hatfield vertrat Oregon von 1967 an 30 Jahre im US-Senat und seine unermüdliche Lobbyarbeit führte dazu, dass 1986 ausgerechnet Ronald Reagan – wenn auch nicht besonders begeistert – die Columbia River Gorge zur National Scenic Area ernannte. Die Gorge hat also allen Grund Senator Hatfield dankbar zu sein und ihn mit dieser Wilderness Area zu ehren.

Wy'east FallsIn der Hauptsaison muß jeder Besucher in der Wilderness ein Permit haben, das man sich allerdings an der kleinen Infotafel am Weg selber kostenlos ausstellt. Und damit man auch gleich merkt, dass es jetzt ganz wild zugeht muss man direkt nach der nächsten Kurve den Wy’east Creek überqueren. Und statt Brücken, wie bisher auf dem Trail, gibt es jetzt nur ein paar Baumstämme, auf denen man über den Fluss balancieren muß. Wenn man glücklich auf der anderen Seite angekommen ist, sollte man noch einen kurzen Blick den Creek hoch riskieren, denn dort sieht man zwischen den Bäumen die 40m hohen Wy’east Falls. Wer sich noch an die Legende von der Bridge of the Gods erinnert: Wy’east ist einer der beiden Brüder, die sich in Loowit (die mit dem schönen Wasserfall weiter vorne) verguckt hatten, und der jetzt sein Dasein in Gestalt des Berges Mt.Hood frönt. Fehlt eigentlich nur noch Pahto, dann wäre die komplette Belegschaft der Legende als Wasserfälle am Eagle Creek versammelt.

Kurz hinter dem Übergang über den Wy’east Creek zweigt dann der unscheinbare Eagle-Benson-Trail links vom Haupttrail ab. Dieser wenig genutzte Trail führt extrem steile drei Meilen hinauf auf das Benson Plateau, das wie eine große Festung 1200m hoch über der Gorge thront. Wasserfall-Jäger bekommen auf dem Eagle-Benson-Trail nach etwa einer halben Meile einen schönen Blick von oben auf die Wy’east Falls, dazu bietet der Trail einen alternativen Rückweg via Benson Plateau und Ruckel Ridge zum Trailhead an. Diese Alternative bietet tolle Aussichten über das Flusstal des Columbia und auf die schneebedeckten Vulkane dahinter, die man am Eagle Creek nicht hat. Der Schwierigkeitsgrad dieser Strecke liegt allerdings aufgrund der Länge, der Steigung und des rauhen Terrains irgendwo im Bereich zwischen heftigst und brutal.

PotholesAm Eagle Creek geht es dagegen ganz angenehm weiter. Nachdem man einige Geröllfelder passiert hat, erreicht man die Potholes, eine Stelle an der der Trail in eine Wand aus dickem Säulenbasalt hineingesprengt wurde. Man läuft auf den seckseckigen Säulen, die aus irgendeinem Grund sowohl konkave als auch konvexe Oberflächen aufweisen, so dass man sich aussuchen kann ob man die Potholes auf kleinen Steinhügelchen passiert oder durch Pfützchen stampft. Da es hier keine Seile gibt sollte man für den Abschnitt vor allem auf seine Füsse gucken und nur einmal kurz in der Mitte der Potholes halt machen und schräg nach unten gucken, denn dort gibt es die Grand Union Falls zu sehen. Diese sind die vierten grossen Fälle des Eagle Creek und werden auch manchmal Blue Grouse oder Grand Junction Falls genannt. Der Name kommt daher, dass sich direkt oberhalb der Fälle die East und West Forks des Eagle Creek zum Eagle Creek vereinen. Der Name ist imposant, der Wasserfall weniger. Er fällt gut 10m über eine Stufe und das wars. Vom Trail erkennt man ihn nur schlecht, so dass man die Geröllhalde vor den Potholes zum Fluss hinuterklettern muss, um den Wasserfall ohne Bäume und Zweige davor zu sehen. Aber wer klettert schon irgendwo in der Landschaft herum um die Grand Union Falls zu sehen, wenn direkt hinter der nächsten Biegung einer der grössten Kracher des ganzen Trails wartet.

Tunnel FallsDie East Fork des Eagle Creek stürzt hier über den Tunnel Falls 50 m in die Tiefe. Über die Jahrtausende hat sich der Wasserfall – vor allem durch Frostsprengungen – langsam einen hufeisenförmigen Kessel senkrecht in den Fels geschnitten. Normalerweise hätte man jetzt einen Trail gebaut, der in Serpentinen zum Fluss hinunter führt, diesen am Fuße des Wasserfalls überquert und dann wäre es auf der anderen Seite des Kessels wieder nach oben gegangen. Nun gibt es aber auf dem ganzen Eagle Creek Trail keine Stelle wo man große Höhenunterschiede überwinden muss und da wollte man wohl hier auch nicht damit anfangen. Die spekatukäre Lösung: der Trail geht auf halber Höhe auf einem schmalen Vorsprung durch den Kessel und führt in einem kleinen Tunnel direkt hinter den Wasserfällen entlang. Ich brauche wohl nicht zu erklären wie der Wasserfall zu seinem Namen kommt. Tunnel Falls ist aufgrund der Höhe schon ein ganz interessanter Wasserfall, aber zum richtigen Hingucker wird er erst in Verbindung mit dem verrückten Trail. So lohnt es sich auch nicht wirklich den Abhang vor den Fällen hinunter zum Fluss zu klettern. Tunnel FallsMan bekommt hier zwar eine andere Perspektive auf die Fälle mit dem Fluss im Vordergrund, aber die Fotos zusammen mit dem Trail von oben wirken wesentlich besser. Da sich der Kessel nach Südosten öffnet, ist Tunnel Falls der einzige grosse Fall am Eagle Creek, der am Nachmittag im Sonnenlicht steht. Aber 6 Meilen vom Trailhead entfernt ist die Wahl zu welcher Tageszeit man dort ist in der Regel ohnehin recht eingeschränkt, da muss man nehmen was man bekommt.

So, Tunnel Falls ist bewundert und fotografiert. Wer jetzt einen Blick in die meisten Reise- und Wanderführer wirft, wird feststellen: das war’s. Tunnel Falls ist in der Regel der letzte Wasserfall der am Eagle Creek beschrieben wird, dann kann man jetzt ja umkehren und sich auf den Weg zurück zum Trailhead machen, wie fast alle anderen Wanderer die man an den Tunnel Falls trifft.

AUF GAR KEINEN FALL!!!!!

Man ist an den Tunnel Falls nur dreihundert Meter von den nächsten Fällen entfernt. Wenn man nicht direkt neben den donnernden Tunnel Falls stehen würde, dann könnte man sie wahrscheinlich schon hören. Und das sind nicht irgendwelche Wasserfälle sondern die höchsten und verdrehtesten Wasserfälle am ganzen Eagle Creek. Auch wenn einem die sechs Meilen Trail schon in den Knochen stecken, diese Fälle sollte man auf gar keinen Fall verpassen, wenn man schon den langen Weg hoch zu den Tunnel Falls gemacht hat. Je nachdem wen man fragt heissen sie Twister Falls, Crisscross Falls oder ganz profan Eagle Creek Falls. Einen offiziellen Namen besitzen sie nicht. Mir gefällt Twister Falls am besten, da sie die komische Form des Wasserfalls am besten beschrieben. Vertigo MileDer Weg von den Tunnel zu den Twister Falls führt über die Vertigo Mile, die „Höhenangst-Meile“. Der Name ist lediglich halb übertrieben, denn die Strecke ist nur gut 100m lang. Aber dieser Abschnitt lässt alle anderen schmalen steilen Stellen des Trails bisher wie einen Kindergeburtstag aussehen. Besonders die berüchtigte Notch, wo ein kleiner Wasserlauf den Trail an seiner schmalsten Stelle in einer Kurve quert, kann Schwindelgefühle hervorrufen. Wirklich gefährlich ist die Vertigo Mile aber nicht, da auch hier Stahlkabel in der Wand verankert sind, an denen man sich gut festhalten kann und die dann von schweissnassen Händen mit festem Griff blankpoliert werden.

Twister FallsMan erreicht die Twister Falls am oberen Ende der Fälle, wo sich der linke Teil des Flusses am Ende einer langen Stromschnelle über den rechten Teil legt und der ganze Fluss damit sozusagen einmal verdreht wird. Dan geht es über eine Stufe nach links bevor es der Fluss den langen Weg ganz runter in die Schlucht fällt. Alles in allem über 60m die das Wasser hier in die Tiefe rauscht. Je mehr Wasser im Fluss desto beeindruckender ist das Spektakel. Das grosse Problem bei den Twister Falls: es gibt einfach keine gute Perspektive, die einem einen Eindruck der gesamten Fälle vermittelt. Vom Trail aus hat man einen guten Blick auf  den oberen „verdrehten“ Teil der Fälle. Man kann versuchen von oben an den Fällen entlang in die Schlucht zu fotografieren,  dann fehlt einem aber der Twister Teil. Wenn man sich die Mühe macht und die Geröllhalde vor der Vertigo Mile zum Fluss runterklettert, bekommt einen Blick nur auf den langen unteren Teil der Fälle. Aber selbst von einer kleinen Plattform unterhalb des Trails direkt vor den Fällen bekommt man einfach kein Foto hin, das einem einen Eindruck von den gesamten Twister Falls vermittelt.Twister Falls Falls das hier ein begeisterter Fotograf liest und er meint ein paar gute Fotos von den Twister Falls hinbekommen zu haben, bitte lasst es mich sehen. Daran wäre ich wirklich interessiert. Ich denke die Tatsache, dass Fotos den Eindruck von diesem spektakulären Wasserfall kaum ordentlich wiedergeben können, verbunden damit, dass es gar keinen offziellen Namen für die Fälle gibt, sie also weder auf Karten noch auf Wegweisern auftauchen, hat dazu geführt, dass sie die „vergessenen“ Wasserfälle des Eagle Creek geworden sind, und sie selbst einem Buchautor wie Greg Vaughn, der in seinem populären „Photographing Oregon“ dem Eagle Creek ansonsten relativ viel Raum einräumt, offenbar gar nicht bekannt sind.

So nun ist aber endlich Zeit sich auf den Rückweg zu machen, oder? Naja fast, da wären noch die letzten grossen Fälle des Eagle Creek die 7-Mile-Falls. Da offenbar derselbe Mensch, der auch die 4½-Mile-Bridge benannt  hat, für den Namen der 7-Mile Falls zuständig war, sind sie 6½ Meilen vom Trailhead entfernt und damit nur etwa fünfhundert Meter hinter den Twister Falls. 7-Mile-FallsSie liegen zwar ganz hübsch direkt neben dem Trail, aber sie gehören nicht unbedingt zu meinen Top-Five unter den sieben grossen Eagle Creek-Fällen. Wer kriegt sie noch alle sieben zusammen? (Metlako, Punchbowl, Skoonichuk, Grand Union, Tunnel, Twister und 7-Mile-Falls). Während ich also jedem nur ganz stark raten kann, den kleinen Extra-Weg von den Tunnel zu den Twister Falls auf jeden Fall zu machen, würde ich den Weg zu den 7-Mile-Falls davon abhängig machen, wie es an der Stelle mit der Zeit aussieht und wie frisch man sich noch fühlt. Sind zwar hin und zurück nur ein Kilometer, aber man hat ja auf dem Rückweg noch einiges vor sich.

Der Eagle Creek Trail hört auch an den 7-Mile-Falls noch nicht auf, im Gegenteil, dort ist erst die Hälfte des Weges geschafft, der gesamte Trail führt ingesamt 13.3 Meilen bis zum Wahtum Lake in der Mark O.Hatfield Wilderness, wo er auf den Pacific Crest Trail trifft. Allerdings ist der Teil hinter den 7-Mile-Falls bei weitem nicht so interessant und auch jenseits dessen was noch sinnvoll als Tageswanderung machbar ist. Wenn überhaupt könnte er nur Teil einer mehrtägigen Backpacking-Tour sein.

Licorice FernWährend der erste Teil zu den Punchbowl Falls eine recht einfache Wanderung ist, sollte man für den weiteren Weg etwas Ausdauer und vor allem gut Zeit mitbringen. Der Trail ist an keiner Stelle anstrengend, lediglich die Flussquerung am Wy’east Creek erfordert ein wenig Balance, aber die reine Strecke, die man zurücklegen muss, sorgt schon dafür, dass man am Abend gut schlafen kann.  Natürlich kann man an jeder Stelle auf dem Trail umkehren und sich auf den Rückweg machen, aber ich denke es bieten sich vor allem drei Umkehrpunkte an: die Punchbowl Falls (hin und zurück gut 4 Meilen bei etwa 120m Höhenunterschied), die Skoonichuk Falls bzw. die 4½-Mile-Bridge (7-8 Meilen, knapp unter 200m Höhenunterschied) oder die Twister bzw. 7-Mile-Falls (13 Meilen mit 370m Höhenunterschied). Reine Wanderzeit würde ich für die drei Routen grob zwei, vier bzw. sechs Stunden veranschlagen. Wieviel Zeit für Rast, Fototermine und einfach nur dastehen und geniessen dann noch dazu kommt, muß jeder selber beurteilen. Wer sich die lange Strecke vorgenommen hat, sollte nicht zu spät loskommen. Wenn es noch recht früh ist, dann könnte man den Viewpoint an den Metlako Falls vielleicht noch auf Hinweg besuchen. Alle anderen Abstecher zu Wasserfällen würde ich mir aus zwei Gründen für den Rückweg aufheben. Zum einen sind die meisten Wasserfälle am Nachmittag im Schatten, was bessere Fotos an sonnigen Tagen erlaubt. Zum anderen lässt sich dann besser abschätzen wieviel Zeit man noch für dies und das über hat, denn alle kleinen Nebentrails und Exkursionen, die ich hier beschrieben habe, lassen sich zeitlich auf gar keinen Fall an einem Tag machen. Allerdings sollte man sich sicher sein, dass man auf dem Rückweg mit gut zehn Meilen in den Beinen noch genügend Umpf hat, den kleinen Seitentrail zum unteren Aussichtspunkt auf die Punchbowl Falls zu laufen. Wer da  Zweifel an seiner Kondition hat, der sollte den vielleicht auch noch auf dem Hinweg besuchen, denn wer am Ende des Tages den Parkplatz am Trailhead wieder verlässt, ohne den klassischen Blick auf die Punchbowl Falls genossen zu haben, darf sich meines tiefempfundenen Mitleids sicher sein.

Twister FallsWann am besten hin?

Hier gilt dasselbe, wie für den ersten Teil: bedeckte Tage im Frühjahr und Spätherbst sind ideal. Speziell Tunnel und Twister Falls machen sich im Winter und Frühjahr sehr gut, wenn sie mit voller Kraft über die Felsen donnern. Dann gibt es auch unzählige andere namenlose Fälle an allen Ecken und Enden am Trail zu sehen.

Wann lieber nicht hin?

Auch hier ist der Spätsommer mit dem vertrockneten Regenwald und den dünnen Wasserfällen zwar immer noch lohnenswert aber am wenigsten beeindruckend.

Wie kommt man hin?

Die Anreise zum Trailhead ist natürlich dieselbe wie beim kürzeren Trail. Ich habe dazu aber noch eine Karte erstellt, die die wichtigsten Punkte am Weg mit einem Foto versehen markiert, so dass man einen Überblick bekommt und die Strecken ein wenig einschätzen kann. Ich würde empfehlen, die Karte groß in einem eigenen Fenster zu öffnen, da selbst die größtmögliche Ansicht hier im Blog immer noch ziemlich klein ist.

 

Meine Meinung

Von Ende Oktober bis in den April hinein gibt es im ganzen Nordwesten keine andere Tageswanderung, die den Weg am Eagle Creek entlang zu den Twister oder 7-Mile-Falls übertrifft. Und das gilt vor allem bei durchwachsenem bis schlechtem Wetter. Aber auch an einem sonnigen Sommertag ist es immer noch ein beeindruckender Hike. Wer gerne wandert sollte diesen Trail auf jeden Fall ganz oben auf seiner Liste haben. Wie schon ganz am Anfang gesagt ist der Eagle Creek Trail mein persönlicher Favorit in der Gorge.

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