Larch Mountain

Blick vom Larch Mountain***Die Larch Mt.Rd wurde aufgrund des Eagle Creek Fires schon am 25.9. 2017 am Milepost 6 (wesentlich weiter unten als normal) geschlossen***

Wenn man von Westen her in die Gorge fährt, sieht man – wenn es gerade mal nicht bewölkt ist und regnet – etwas links vom Mt.Hood einen flachen, eher unscheinbaren Berg mit einer markanten kleinen Stufe am Gipfel. Das ist der 1236m (4055ft) hohe Larch Mountain. Während der Mt.Hood ein ruhender, aber immer noch aktiver Schichtvulkan, mit dem für diese Vulkanart typischen Kegel ist, gehört der Larch Mt. zur Gruppe der Schildvulkane, die eher wie ein grosser Fladen geformt sind, und er ist schon seit etwa einer halben Million Jahren erloschen. Er gehört wie viele andere ehemalige Vulkane und Aschenkegel in und um Portland zum Boring Lava Field.
Larch Mt. und Mt.HoodDie unspektakuläre Form des Berges und der wenig schmeichelhafte Name des Vulkangebiets (engl. „boring“ = „langweilig“) lassen vermuten, dass es sich hier nicht wirklich um ein lohnendes Ziel handelt. Aber damit liegt man ziemlich daneben. Der Name des gar nicht mal so langweiligen Lava Fields leitet sich vom Ort Boring (der allerdings in der Tat nicht besonders aufregend ist) ab und dem Ausblick vom Gipfel des Larch Mt. können nur ganz wenige andere Aussichtspunkte in der Gegend das Wasser reichen. Und von diesen ist keiner so einfach zu erreichen wie der Larch Mt. Man sieht von dort oben Portland und Vancouver samt Vororten am Columbia River, die Wälder und Berge der Gorge und als absolutes Highlight ist man umgeben von den weißen Kegeln von fünf grossen Vulkanen. Zugegeben der Mt.St.Helens ist seit gut 30 Jahren kein wirklicher Kegel mehr und die Spitze des Mt.Jefferson guckt man so gerade eben über die Old Cascades weg, aber Mt.Adams, Mt.Rainier und vor allem den direkt benachbarten Mt.Hood sieht man vom Larch Mt. aus an einem klaren Tag in ihrer vollen beeindruckenden Schönheit.

5 Vulkane vom Larch Mt.

Um diese Aussicht zu geniessen muss man vom Historic Highway aus erstmal eine gut 14 Meilen lange kurvige kleine Teerstrasse durch den Wald an der Westflanke des Berges hochjuckeln. Die Strasse wird im Winter nicht geräumt und ist von etwa November bis Juni mit einem Tor 4 Meilen vor dem Gipfel gesperrt. Oben angekomen gibt es einen grossen Parkplatz mit der üblichen Ausstattung: ein Klohäuschen, ein paar Picknicktische im Wald und eine Infotafel wo man dann auch seine 5$ Gebühr bezahlen kann, wenn man keinen National Park Pass, Northwest Forest Pass, etc. sein eigen nennt.Sherrard Point Eine Aussicht hat man allerdings von diesem Parkplatz nicht, dafür muss man noch einen kurzen, etwa 500m langen Pfad mit einer Menge Stufen zum Sherrard Point hochlaufen. Selbiger ist der alte Lavaschlot des Vulkans, dessen hartes Gestein jeglicher Erosion widerstanden hat und der jetzt wie ein Turm in der Mitte des Larch Mt. aufragt. Richtung Nordosten hat dereinst ein grosser Gletscher die Flanke des Berges kräftig bearbeitet, so dass sich in diese Richtung ein grosser Krater öffnet und man auf dem Sherrard Point in der Mitte eines grosses Hufeisens steht. Der hoffnunglose Science-Fiction Nerd in mir vergleicht die Form des Larch Mt. Kraters gerne mit einem Cylon Raider aus Battlestar Galactica mit dem Sherrard Point als Cockpit. Aber er sieht doch wirklich echt so aus!

Sherrard Point mit Mt.HoodOben auf dem Sherrard Point befindet sich dann die von einem Zaun umgebene Aussichtsplattform mit zwei Bänken. Leider ist der Zaun so hoch, dass nicht jedes Stativ darüber reicht. Wenn man nicht aus der Hand fotografieren will, muss man zur Not versuchen, das Stativ auf einer Bank aufzubauen. Die fünf grossen Vulkane haben ausserdem alle eine kleine Steintafel, die sie mit Höhenangabe (in Füßen) und Entfernung (in Meilen) identifiziert. Wenn man sich die Entfernungen ansieht, dann stellt man fest, das Mt.Rainier mit 97 Meilen (156 km) fast doppelt so weit weg ist wie die anderen beiden Washingtoner Vulkane Mt.Adams und Mt.St.Helens, die ihn rechts und links einrahmen. Aber dennoch erscheint er von der Größe her nur wenig kleiner als diese beiden. Das gibt einem einen Eindruck davon, was für ein gewaltiger Brocken dieser Berg ist.Mt.St.Helens, Mt.Rainier & Mt.Adams

Aber der unbestrittene Star des Aussichtspunktes ist eindeutig Mt.Hood der den Ausblick nach Süden mit seinem symmentrischen Kegel dominiert. Für Fotografen lohnt es sich besonders im Herbst die Stufern zum Aussichtspunkt noch einmal ein paar Schritte wieder hinunter zu gehen. Von dem Treppenabsatz hat man einen schönen Blick auf den Berg der dann von bunten Laubbäumen und dem Basalt des Sherrard Point fotogen eingerahmt wird.Mt.Hood im Herbst Was man leider nicht sieht ist das Bull Run Reservoir, das direkt an der Südflanke des Larch Mt. liegt, und das das Trinkwasser für Portland liefert.

Wenn man nach unten in den Krater des Larch Mt. guckt, kann man zwischen den Bäumen eine Wiese mit einem Bach erkennen. Der Krater ist das Quellgebiet des Multnomah Creek. Wenn man also einmal über den Zaun spuckt, dann trägt man seinen kleinen Teil zum Erhalt der Multnomah Falls bei. Es gibt einen schönen Trail der etwa sieben Meilen entlang des Baches von den Multnomah Falls bergauf bis zum Sherrard Point führt und den ich hier bestimmt auch noch mal beschreiben werde.

Der Blick nach Osten geht vor allem über die dicht bewaldete Mark O. Hatfield Wilderness, in der die meisten Bäche entspringen, die dann weiter unten am Columbia River einen Wasserfall nach dem anderen präsentieren. Nur den grossen Fluss selber sieht man in dieser Richtung leider nicht, der versteckt sich in seinem Tal.

Columbia River mit Portland und VancouverUm den Columbia River zu sehen muss man von der obersten Treppenstufe aus nach Westen gucken. Dort hat man einen Blick auf den Fluss mit Vancouver, Camas (mit dem dampfenden Schlot der Papierfabrik), Washougal und die Steigerwald National Wildlife Refuge auf dem nördlichen Ufer und Portland, Gresham und Troutdale auf dem Südufer. Dahinter ragen Portlands West Hills auf und am Horizont erhebt sich die Coast Range. Wer genau hinguckt sieht die beiden Freeway-Brücken über den Columbia und auch der Flughafen ist zu erkennen.

Wer im Frühjahr oder Winter die Gorge besucht muss trotz des versperrten Gates an der Larch Mt. Road nicht unbedingt auf diese Aussicht verzichten, dann will sie allerdings erarbeitet sein. Nachdem man sein Auto am Gate geparkt hat, folgt man der Strasse 1,6 Meilen bis zu einer scharfen Rechtskurve, an der mit gelben Schildern Tempo 20 empfohlen wird und vor „Rocks“ gewarnt wird. Larch Mt. TrailHier geht links eine kleine Forest Road ab, die meist auch mit einem Tor versperrt ist. Man folgt der Forest Road nach rechts für knapp 400m dort stößt man auf den Larch Mt. Trail, der rechts in eineinhalb Meilen durch den Wald zum Sherrard Point führt. Selbst wenn der Trail noch unter Schnee liegt, hat man eigentlich keine Probleme den Weg zu finden. Einfach immer bergauf und leicht links halten, dann kommt man schon dahin wo man will. Sowohl der Weg entlang der Strasse als auch der Trail sind allerdings nicht besonders reizvoll. Auf diesen Hike sollte man sich also nur machen, wenn einem die Aussicht auf die schneebedeckten Berge vom Gipfel aus den Aufwand wert ist.

Ein letztes Wort wie immer zum Namen. Der ist nämlich etwas verwirrend, denn auf dem Lärchenberg (Larch Mt.) sind weit und breit keine Lärchen zu finden. Da aber früher Holzfäller das Holz der Edeltannen, die sie dort geschlagen haben als Lärchen verkauft haben, hat sich dennoch der Name Larch Mt. für den lärchenlosen Lärchenberg etabliert. Ob die Holzfäller nun schlechte Botaniker waren oder findige Geschäftsleute bleibt dahingestellt.

Wann am besten hin?

Mark O. Hatfield Wilderness & Mt.AdamsWenn das Wetter klar ist und man gute Sicht hat, lohnt sich der Ausflug auf den Larch Mt. immer und jederzeit. Die Chance einen Tag ohne Wolken zu erwischen ist im Juli, August und vielleicht noch September am besten. Allerdings je früher man im Jahr oben ist, desto klarer ist die Luft in der Regel. Je länger der Sommer andauert desto diesiger wird es und im Spätsommer gibt es eigentlich immer irgendwo ein paar Waldbrände die die Fernsicht sehr einschränken können. Manchmal soweit, dass man sogar an Tagen ohne eine Wolke am Himmel nur noch Mt.Adams und Mt.Hood erkennen kann und die anderen drei Berge im Dunst verschwinden  Dazu kommt, dass die Berge und da speziell der Mt.St.Helens mit einer weissen Kappe aus Schnee wesentlich attraktiver aussehen und sich besser gegen den Hintergrund abheben. Im Spätsommer dominiert da leider oft der graue Fels. Sobald es aber im Herbst wieder mit den Regen angefangen hat, wird die Luft schnell klarer und auch die Berge kriegen dann langsam wieder eine Schneekappe. Dazu kommt im Herbst als Extra noch das bunte Laub an den Bäumen.

Mt.Adams SunsetDie beste Tageszeit für einen Besuch ist der Abend. Dann liegen die Berge im warmen Licht der niedrigen Sonne und der Sonnenuntergang ist ein eindrucksvolles Schauspiel von dort oben. Der Sonnenaufgang bietet zwar ein vergleichbares Licht, aber zum einen muss man dafür zu ganz unchristlichen Zeiten aus den Federn und zum anderen sollte man fast während der gesamten Zeit, in der die Zufahrtsstrasse geöffnet ist, – vor allem aber im Hoch- und Spätsommer – mit Frühnebel im Flusstal des Columbia rechnen. Larch Mt. kann darüber hinausragen, muss es aber nicht. Im ungünstigsten Fall stellt man also bei der Ankunft auf dem Berg in aller Hergottsfrühe fest, dass auch dort noch alles in Nebel und Wolken gehüllt ist. Das verzieht sich zwar dann auch irgendwann, aber dann ist es mit dem schönen Morgenlicht auch nicht mehr weit her.

Sowohl morgens als auch abends muss man je nachdem entweder den Weg zum oder vom Berg in der Dämmerung fahren. Da sollte man sehr aufmerksam und vorsichtig sein, da auf der Strecke durch den Wald mit Wildwechsel zu rechnen ist.

Wann lieber nicht hin?

Wenn man kein klares Wetter hat, das Fernsicht verspricht, dann sollte man sich die Fahrt auf den Berg auf jeden Fall schenken. Das ist dann bloß vertane Zeit.

Wie kommt man hin?

Man erreicht den Berg über die E Larch Mountain Rd. die zwischen dem Portland Women’s Forum Viewpoint und dem Crown Point Vista House vom Historic Highway nach Süden abgeht. Wenn man vom Westen her kommt ist die Abfahrt eine halbe Meile hinter dem Women’s Forum vom Osten her ist es eine dreiviertel Meile hinter dem Vista House und man muss ziemlich scharf nach links abbiegen. Larch Mt. Rd.Wenn man auf dem I-84 unterwegs ist nimmt man die Abfahrt 22 „Corbett“ und folgt dann der Strasse steil den Berg hoch bis zum Historic Highway, auf den man dann links Richtung Osten abbiegt und dem man etwa zwei Meilen bis zum Abzweig der Larch Mt.Rd. folgt.

Die Larch Mt.Rd ist wie gesagt im Frühjahr und Winter gut 4 Meilen vor dem Gipfel mit einem Gate gesperrt. In der Regel schliesst das Tor irgendwann im November und öffnet wieder Ende Mai/Anfang Juni. Man kann auf der Website des Forest Service den Status abfragen. Dazu gibt es noch direkt neben dem  Beginn der Larch Mt. Rd. am Historic Highway ein Schild, das verkündet „Larch Mt.Rd. CLOSED BY SNOW 10 mi. ahead“ wenn die Strasse gesperrt ist, so dass niemand umsonst dort hoch fährt.

Meine Meinung

Mt.St.Helens SunsetWenn man einen schönen Sonnentag für seinen Besuch in der Gorge erwischt hat, würde ich immer ohne zu zögern einen oder zwei Wasserfälle aus dem Programm streichen und stattdessen eineinhalb bis zwei Stunden idealerweise am späten Nachmittag/Abend  in den Besuch des Larch Mt. investieren.

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2 Antworten zu Larch Mountain

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