Eagle Creek Trail (Teil 2: Punchbowl Falls bis 7-Mile-Falls)

Twister Falls***Ein Feuer in unwegsamen Gelände verursacht eine Sperrung des Eagle Creek Trail am Eingang zur Mark O. Hatfield Wilderness  ***

Nachdem ich im ersten Teil den Eagle Creek Trail bis zu den Punchbowl Falls beschrieben habe, soll es jetzt hier in Teil 2 weiter in das Flusstal hineingehen. Wer auf dem ersten Abschnitt Blut geleckt hat und eine längere Wanderung nicht scheut, für den gibt es hier nun mehr Wasserfälle, mehr Regenwald und eine Fortsetzung dieses spektakulären Trails.

Nach den Punchbowl Falls geht es der Trail erstmal für eine gute Meile etwas ruhiger an. Es gibt zwei Brücken, die Seitenbäche, die in den Eagle Creek fliessen, überqueren. Die erste Brücke geht kurz hinter den Punchbowl Falls über den Tish Creek. Wild entschlossene Wasserfall-Sammler können sich durch das Gebüsch entlang des Baches schlagen und kommen so nach einer Weile zu den etwa 60m hohen Tish Creek Falls. Man beginnt am besten auf der Nordseite des Baches, bis es dort nicht mehr weiter geht und wechselt dann auf die Südseite, um dann vor den Fällen wieder auf die Nordseite zu gehen. Der Weg ist nicht ganz einfach, das ganze dauert seine Zeit und so spektakulär ist der Wasserfall am Ende auch nicht, so dass ich mir den Abstecher bei meinem ersten Besuch am Eagle Creek auf jeden Fall schenken würde. Und wahrscheinlich auch noch beim zweiten und dritten.

Eine halbe Meile hinter dem Tish Creek kommt man dann zur zweiten Brücke, die über den sehr treffend benannten Fern Creek führt, der sich ein tiefes, dunkles, grünes Tal in den Felsen geschnitten hat. Dann hat man noch eine weitere halbe Meile vor sich bevor der Trail wieder zu ganz grosser Form aufläuft. Man befindet sich hier auf einer offenen Bergflanke ein ganzes Ende oberhalb des Flusses und hat einen wunderbaren Blick auf die eleganten Loowit Falls auf dem anderen Ufer. Loowit FallsDie fallen etwa 25m senkrecht in ein Becken, von wo aus ein kleinerer Fall dann in den Eagle Creek führt. Der Name Loowit erinnert an die indianische Legende von der Bridge of the Gods, in der sich die Brüder Wy’east und Pahto, von der schönen Loowit verführt, eifersüchtig bekämpfen. Zur Strafe für die Zerstörungen die dieser Kampf anrichtet, werden alle drei vom mächtigen Tyee Saghalie in Berge verwandelt. Wy’east und Pahto sind inzwischen als Mt.Hood und Mt.Adams bekannt und welcher Berg trifft den feurig, gefährlichen Charakter der schönen Loowit besser als Mt.St.Helens. Am Krater dieses Vulkans gibt es daher einen weiteren Wasserfall mit dem Namen Loowit Falls. Dass nun auch dieser Wasserfall am Eagle Creek, immerhin 70 km entfernt vom Mt.St.Helens, ebenfalls diesen Namen trägt, kann ich mir nur mit der sagenhaften Schönheit Loowits erklären. Denn auch wenn der Wasserfall nicht feurig ist, schön ist er zweifellos. Da er an einem Hang, der nach Nordosten zeigt, abgeht, gibt es wenn überhaupt nur früh am Morgen Licht auf dem Fall. Für den Rest des Tages liegt er im Schatten, was ihn zu einem dankbaren Fotomotiv macht. Es gibt dort ein paar bemooste Eichen neben dem Trail, die sich als Vordergrund für Fotos anbieten. Und Loowit Falls ist einer der Fälle, die auch mit weniger Wasser im Sommer immer noch eine gute Figur machen. Der Eagle Creek selber hat an dieser Stelle übrigens auch noch einen Wasserfall. Diese sogenannten High Bridge Falls sind allerdings höchstens bessere Stromschnellen und werden neben den Loowit Falls gerne übersehen.

High BridgeWenn man die Aussicht auf die Loowit Falls genossen und genug Fotos geschossen hat wartet direkt hinter der nächsten Kurve schon eine weitere Attraktion: der Eagle Creek fliesst hier durch eine nur einige Meter breite und 40 Meter tiefe Klamm, an deren Oberkante der Trail entlangführt. Wieder einmal nichts für Leute mit Höhenangst. Wer allerdings kein Problem damit hat sollte sich auf halber Strecke neben der Klamm einmal umdrehen und den Fotoapparat herausholen. Von dort hat man eine tolle Persektive auf Loowit Falls und die High Bridge Falls am Eagle Creek mit einer steilen Felswand im Vordergrund. Am Ende der Klamm überquert man dann dieselbe auf der High Bridge. Warum diese Brücke so heisst ist ziemlich offensichtlich. Bevor man die Brücke betritt sollte man noch kurz einen Blick nach links oben werfen, wo man einen gewaltigen Basaltfelsen sieht, der im Herbst von bunten Bäumen dekoriert wird.

Kurz hinter der High Bridge gibt es dann den dritten grossen Wasserfall des Eagle Creek, die Skoonichuk Falls. Die Fälle gehen neben einer Wand aus Säulenbasalt über zwei Stufen etwa 20 Meter in die Tiefe, sind aber bei weitem nicht so beeindruckend wie die ersten beiden Fälle, Metlako und Punchbowl Falls. Skoonichuk FallsSkoonichuk bezeichnet in der Chinook-Sprache einen bösen Geist. Was nun an diesem Wasserfall besonders fiese und gemein sein sollte, konnte ich nicht eruieren, aber sicherheitshalber vorsichtig sein, bei bösen Geistern weiss man nie! Aber eigentlich ist es ja kein böser, sondern eher ein verschämter Wasserfall, weil er sich hinter Bäumen versteckt und vom Trail nicht so ohne weiteres zu sehen ist. Wenn man den schüchternen,  bösen Geist zu Angesicht bekommen will, sollte man nach der High Bridge ein wenig auf den Trail achten. Erst passiert man eine flachere Stelle unter Bäumen, die oft als Campgelegenheit genutzt wird, dann folgt auf der rechten Seite eine Geröllhalde und wo diese langsam ausläuft findet man dann auf der linken Seite des Weges ein paar kleine Seitentrails, die nach wenigen Metern zu Aussichtspunkten auf die Skoonichuk Falls führen. Wer die Fälle aus der Nähe begutachten will, sollte den letzten und breitesten der unmarkierten Seitentrails wählen, der schräg vom Haupttrail steil nach unten abgeht. Mit ein wenig rutschen kommt man hier zum Kieselstrand neben dem Fluss, auf dem man dann direkt an die Fälle gehen kann. Wenn diese im Winter und Frühjahr gut gefüllt sind, ist es schwierig Fotos von nahe zu machen ohne Wasser auf die Linse zu bekommen. Ein weiterer Seitentrail führt später noch zur Oberkante der Fälle, aber die ist nicht besonders interessant.

Der Trail geht dann an ein paar Campsites vorbei zur 4½-Mile Bridge, die komischerweise genau 4 Meilen vom Trailhead entfernt ist. Da die halbe Meile Abweichung auch bei den 7-Mile-Falls noch einmal auftritt, vermute ich, dass der Mensch, der diese Brücke so kreativ benannt hat, vom zweiten Parkplatz und nicht vom Trailhead aus gemessen haben muss. Oder er hat sich beim Schrittezählen vertan. An dieser Brücke überquert man den Eagle Creek wieder zurück ans Ostufer. Diesmal allerdings im Gegensatz zur High Bridge nur ein paar Meter über dem Fluss. Am anderen Ende der Brücke hat der Trail einen kleinen Blinddarm, der ohne ersichtlichen Grund noch einige Meter am anderen Ufer entlangführt. Das ist ein sehr beliebter Ort für Lunch, und bietet sich auch als möglicher Umkehrort für Leute an, die zwar noch ein wenig mehr vom Eagle Creek jenseits der Punchbowl Falls sehen wollen, denen allerdings die vollen 13 Meilen bis zu den 7-Mile-Falls zu viel sind.

Tenas FallsDirekt oberhalb der Brücke fallen die zweigeteilten Tenas Falls vom Westen her in den Eagle Creek. Wieso diese recht unspektakulären Fälle im Gegensatz zu vielen anderen einen offiziellen Namen bekommen haben und auf den meisten Karten verzeichnet sind erschliesst sich mir nicht so ganz. Aber einen kurzen Blick kann man natürlich riskieren.

Dann geht es auf das letzte Drittel. In diesem Bereich hat 1902 ein grosses Feuer gewütet, so dass der Wald dort deutlich jünger ist, als im vorderen Teil des Trails. Man kommt hier ziemlich bald zur grössten Campsite am Eagle Creek dem Wy’east Camp.Wy'east Camp Im Sommer ist die Campsite an Wochenenden in Nullkommanix voll, wer also eine Backpacking-Tour vorhat sollte die entsprechenden Termine wenn möglich meiden. Direkt hinter dem Camp passiert man dann die Grenze zur Mark O.Hatfield Wilderness. Der Republikaner Mark O.Hatfield vertrat Oregon von 1967 an 30 Jahre im US-Senat und seine unermüdliche Lobbyarbeit führte dazu, dass 1986 ausgerechnet Ronald Reagan – wenn auch nicht besonders begeistert – die Columbia River Gorge zur National Scenic Area ernannte. Die Gorge hat also allen Grund Senator Hatfield dankbar zu sein und ihn mit dieser Wilderness Area zu ehren.

Wy'east FallsIn der Hauptsaison muß jeder Besucher in der Wilderness ein Permit haben, das man sich allerdings an der kleinen Infotafel am Weg selber kostenlos ausstellt. Und damit man auch gleich merkt, dass es jetzt ganz wild zugeht muss man direkt nach der nächsten Kurve den Wy’east Creek überqueren. Und statt Brücken, wie bisher auf dem Trail, gibt es jetzt nur ein paar Baumstämme, auf denen man über den Fluss balancieren muß. Wenn man glücklich auf der anderen Seite angekommen ist, sollte man noch einen kurzen Blick den Creek hoch riskieren, denn dort sieht man zwischen den Bäumen die 40m hohen Wy’east Falls. Wer sich noch an die Legende von der Bridge of the Gods erinnert: Wy’east ist einer der beiden Brüder, die sich in Loowit (die mit dem schönen Wasserfall weiter vorne) verguckt hatten, und der jetzt sein Dasein in Gestalt des Berges Mt.Hood frönt. Fehlt eigentlich nur noch Pahto, dann wäre die komplette Belegschaft der Legende als Wasserfälle am Eagle Creek versammelt.

Kurz hinter dem Übergang über den Wy’east Creek zweigt dann der unscheinbare Eagle-Benson-Trail links vom Haupttrail ab. Dieser wenig genutzte Trail führt extrem steile drei Meilen hinauf auf das Benson Plateau, das wie eine große Festung 1200m hoch über der Gorge thront. Wasserfall-Jäger bekommen auf dem Eagle-Benson-Trail nach etwa einer halben Meile einen schönen Blick von oben auf die Wy’east Falls, dazu bietet der Trail einen alternativen Rückweg via Benson Plateau und Ruckel Ridge zum Trailhead an. Diese Alternative bietet tolle Aussichten über das Flusstal des Columbia und auf die schneebedeckten Vulkane dahinter, die man am Eagle Creek nicht hat. Der Schwierigkeitsgrad dieser Strecke liegt allerdings aufgrund der Länge, der Steigung und des rauhen Terrains irgendwo im Bereich zwischen heftigst und brutal.

PotholesAm Eagle Creek geht es dagegen ganz angenehm weiter. Nachdem man einige Geröllfelder passiert hat, erreicht man die Potholes, eine Stelle an der der Trail in eine Wand aus dickem Säulenbasalt hineingesprengt wurde. Man läuft auf den seckseckigen Säulen, die aus irgendeinem Grund sowohl konkave als auch konvexe Oberflächen aufweisen, so dass man sich aussuchen kann ob man die Potholes auf kleinen Steinhügelchen passiert oder durch Pfützchen stampft. Da es hier keine Seile gibt sollte man für den Abschnitt vor allem auf seine Füsse gucken und nur einmal kurz in der Mitte der Potholes halt machen und schräg nach unten gucken, denn dort gibt es die Grand Union Falls zu sehen. Diese sind die vierten grossen Fälle des Eagle Creek und werden auch manchmal Blue Grouse oder Grand Junction Falls genannt. Der Name kommt daher, dass sich direkt oberhalb der Fälle die East und West Forks des Eagle Creek zum Eagle Creek vereinen. Der Name ist imposant, der Wasserfall weniger. Er fällt gut 10m über eine Stufe und das wars. Vom Trail erkennt man ihn nur schlecht, so dass man die Geröllhalde vor den Potholes zum Fluss hinuterklettern muss, um den Wasserfall ohne Bäume und Zweige davor zu sehen. Aber wer klettert schon irgendwo in der Landschaft herum um die Grand Union Falls zu sehen, wenn direkt hinter der nächsten Biegung einer der grössten Kracher des ganzen Trails wartet.

Tunnel FallsDie East Fork des Eagle Creek stürzt hier über den Tunnel Falls 50 m in die Tiefe. Über die Jahrtausende hat sich der Wasserfall – vor allem durch Frostsprengungen – langsam einen hufeisenförmigen Kessel senkrecht in den Fels geschnitten. Normalerweise hätte man jetzt einen Trail gebaut, der in Serpentinen zum Fluss hinunter führt, diesen am Fuße des Wasserfalls überquert und dann wäre es auf der anderen Seite des Kessels wieder nach oben gegangen. Nun gibt es aber auf dem ganzen Eagle Creek Trail keine Stelle wo man große Höhenunterschiede überwinden muss und da wollte man wohl hier auch nicht damit anfangen. Die spekatukäre Lösung: der Trail geht auf halber Höhe auf einem schmalen Vorsprung durch den Kessel und führt in einem kleinen Tunnel direkt hinter den Wasserfällen entlang. Ich brauche wohl nicht zu erklären wie der Wasserfall zu seinem Namen kommt. Tunnel Falls ist aufgrund der Höhe schon ein ganz interessanter Wasserfall, aber zum richtigen Hingucker wird er erst in Verbindung mit dem verrückten Trail. So lohnt es sich auch nicht wirklich den Abhang vor den Fällen hinunter zum Fluss zu klettern. Tunnel FallsMan bekommt hier zwar eine andere Perspektive auf die Fälle mit dem Fluss im Vordergrund, aber die Fotos zusammen mit dem Trail von oben wirken wesentlich besser. Da sich der Kessel nach Südosten öffnet, ist Tunnel Falls der einzige grosse Fall am Eagle Creek, der am Nachmittag im Sonnenlicht steht. Aber 6 Meilen vom Trailhead entfernt ist die Wahl zu welcher Tageszeit man dort ist in der Regel ohnehin recht eingeschränkt, da muss man nehmen was man bekommt.

So, Tunnel Falls ist bewundert und fotografiert. Wer jetzt einen Blick in die meisten Reise- und Wanderführer wirft, wird feststellen: das war’s. Tunnel Falls ist in der Regel der letzte Wasserfall der am Eagle Creek beschrieben wird, dann kann man jetzt ja umkehren und sich auf den Weg zurück zum Trailhead machen, wie fast alle anderen Wanderer die man an den Tunnel Falls trifft.

AUF GAR KEINEN FALL!!!!!

Man ist an den Tunnel Falls nur dreihundert Meter von den nächsten Fällen entfernt. Wenn man nicht direkt neben den donnernden Tunnel Falls stehen würde, dann könnte man sie wahrscheinlich schon hören. Und das sind nicht irgendwelche Wasserfälle sondern die höchsten und verdrehtesten Wasserfälle am ganzen Eagle Creek. Auch wenn einem die sechs Meilen Trail schon in den Knochen stecken, diese Fälle sollte man auf gar keinen Fall verpassen, wenn man schon den langen Weg hoch zu den Tunnel Falls gemacht hat. Je nachdem wen man fragt heissen sie Twister Falls, Crisscross Falls oder ganz profan Eagle Creek Falls. Einen offiziellen Namen besitzen sie nicht. Mir gefällt Twister Falls am besten, da sie die komische Form des Wasserfalls am besten beschrieben. Vertigo MileDer Weg von den Tunnel zu den Twister Falls führt über die Vertigo Mile, die „Höhenangst-Meile“. Der Name ist lediglich halb übertrieben, denn die Strecke ist nur gut 100m lang. Aber dieser Abschnitt lässt alle anderen schmalen steilen Stellen des Trails bisher wie einen Kindergeburtstag aussehen. Besonders die berüchtigte Notch, wo ein kleiner Wasserlauf den Trail an seiner schmalsten Stelle in einer Kurve quert, kann Schwindelgefühle hervorrufen. Wirklich gefährlich ist die Vertigo Mile aber nicht, da auch hier Stahlkabel in der Wand verankert sind, an denen man sich gut festhalten kann und die dann von schweissnassen Händen mit festem Griff blankpoliert werden.

Twister FallsMan erreicht die Twister Falls am oberen Ende der Fälle, wo sich der linke Teil des Flusses am Ende einer langen Stromschnelle über den rechten Teil legt und der ganze Fluss damit sozusagen einmal verdreht wird. Dan geht es über eine Stufe nach links bevor es der Fluss den langen Weg ganz runter in die Schlucht fällt. Alles in allem über 60m die das Wasser hier in die Tiefe rauscht. Je mehr Wasser im Fluss desto beeindruckender ist das Spektakel. Das grosse Problem bei den Twister Falls: es gibt einfach keine gute Perspektive, die einem einen Eindruck der gesamten Fälle vermittelt. Vom Trail aus hat man einen guten Blick auf  den oberen „verdrehten“ Teil der Fälle. Man kann versuchen von oben an den Fällen entlang in die Schlucht zu fotografieren,  dann fehlt einem aber der Twister Teil. Wenn man sich die Mühe macht und die Geröllhalde vor der Vertigo Mile zum Fluss runterklettert, bekommt einen Blick nur auf den langen unteren Teil der Fälle. Aber selbst von einer kleinen Plattform unterhalb des Trails direkt vor den Fällen bekommt man einfach kein Foto hin, das einem einen Eindruck von den gesamten Twister Falls vermittelt.Twister Falls Falls das hier ein begeisterter Fotograf liest und er meint ein paar gute Fotos von den Twister Falls hinbekommen zu haben, bitte lasst es mich sehen. Daran wäre ich wirklich interessiert. Ich denke die Tatsache, dass Fotos den Eindruck von diesem spektakulären Wasserfall kaum ordentlich wiedergeben können, verbunden damit, dass es gar keinen offziellen Namen für die Fälle gibt, sie also weder auf Karten noch auf Wegweisern auftauchen, hat dazu geführt, dass sie die „vergessenen“ Wasserfälle des Eagle Creek geworden sind, und sie selbst einem Buchautor wie Greg Vaughn, der in seinem populären „Photographing Oregon“ dem Eagle Creek ansonsten relativ viel Raum einräumt, offenbar gar nicht bekannt sind.

So nun ist aber endlich Zeit sich auf den Rückweg zu machen, oder? Naja fast, da wären noch die letzten grossen Fälle des Eagle Creek die 7-Mile-Falls. Da offenbar derselbe Mensch, der auch die 4½-Mile-Bridge benannt  hat, für den Namen der 7-Mile Falls zuständig war, sind sie 6½ Meilen vom Trailhead entfernt und damit nur etwa fünfhundert Meter hinter den Twister Falls. 7-Mile-FallsSie liegen zwar ganz hübsch direkt neben dem Trail, aber sie gehören nicht unbedingt zu meinen Top-Five unter den sieben grossen Eagle Creek-Fällen. Wer kriegt sie noch alle sieben zusammen? (Metlako, Punchbowl, Skoonichuk, Grand Union, Tunnel, Twister und 7-Mile-Falls). Während ich also jedem nur ganz stark raten kann, den kleinen Extra-Weg von den Tunnel zu den Twister Falls auf jeden Fall zu machen, würde ich den Weg zu den 7-Mile-Falls davon abhängig machen, wie es an der Stelle mit der Zeit aussieht und wie frisch man sich noch fühlt. Sind zwar hin und zurück nur ein Kilometer, aber man hat ja auf dem Rückweg noch einiges vor sich.

Der Eagle Creek Trail hört auch an den 7-Mile-Falls noch nicht auf, im Gegenteil, dort ist erst die Hälfte des Weges geschafft, der gesamte Trail führt ingesamt 13.3 Meilen bis zum Wahtum Lake in der Mark O.Hatfield Wilderness, wo er auf den Pacific Crest Trail trifft. Allerdings ist der Teil hinter den 7-Mile-Falls bei weitem nicht so interessant und auch jenseits dessen was noch sinnvoll als Tageswanderung machbar ist. Wenn überhaupt könnte er nur Teil einer mehrtägigen Backpacking-Tour sein.

Licorice FernWährend der erste Teil zu den Punchbowl Falls eine recht einfache Wanderung ist, sollte man für den weiteren Weg etwas Ausdauer und vor allem gut Zeit mitbringen. Der Trail ist an keiner Stelle anstrengend, lediglich die Flussquerung am Wy’east Creek erfordert ein wenig Balance, aber die reine Strecke, die man zurücklegen muss, sorgt schon dafür, dass man am Abend gut schlafen kann.  Natürlich kann man an jeder Stelle auf dem Trail umkehren und sich auf den Rückweg machen, aber ich denke es bieten sich vor allem drei Umkehrpunkte an: die Punchbowl Falls (hin und zurück gut 4 Meilen bei etwa 120m Höhenunterschied), die Skoonichuk Falls bzw. die 4½-Mile-Bridge (7-8 Meilen, knapp unter 200m Höhenunterschied) oder die Twister bzw. 7-Mile-Falls (13 Meilen mit 370m Höhenunterschied). Reine Wanderzeit würde ich für die drei Routen grob zwei, vier bzw. sechs Stunden veranschlagen. Wieviel Zeit für Rast, Fototermine und einfach nur dastehen und geniessen dann noch dazu kommt, muß jeder selber beurteilen. Wer sich die lange Strecke vorgenommen hat, sollte nicht zu spät loskommen. Wenn es noch recht früh ist, dann könnte man den Viewpoint an den Metlako Falls vielleicht noch auf Hinweg besuchen. Alle anderen Abstecher zu Wasserfällen würde ich mir aus zwei Gründen für den Rückweg aufheben. Zum einen sind die meisten Wasserfälle am Nachmittag im Schatten, was bessere Fotos an sonnigen Tagen erlaubt. Zum anderen lässt sich dann besser abschätzen wieviel Zeit man noch für dies und das über hat, denn alle kleinen Nebentrails und Exkursionen, die ich hier beschrieben habe, lassen sich zeitlich auf gar keinen Fall an einem Tag machen. Allerdings sollte man sich sicher sein, dass man auf dem Rückweg mit gut zehn Meilen in den Beinen noch genügend Umpf hat, den kleinen Seitentrail zum unteren Aussichtspunkt auf die Punchbowl Falls zu laufen. Wer da  Zweifel an seiner Kondition hat, der sollte den vielleicht auch noch auf dem Hinweg besuchen, denn wer am Ende des Tages den Parkplatz am Trailhead wieder verlässt, ohne den klassischen Blick auf die Punchbowl Falls genossen zu haben, darf sich meines tiefempfundenen Mitleids sicher sein.

Twister FallsWann am besten hin?

Hier gilt dasselbe, wie für den ersten Teil: bedeckte Tage im Frühjahr und Spätherbst sind ideal. Speziell Tunnel und Twister Falls machen sich im Winter und Frühjahr sehr gut, wenn sie mit voller Kraft über die Felsen donnern. Dann gibt es auch unzählige andere namenlose Fälle an allen Ecken und Enden am Trail zu sehen.

Wann lieber nicht hin?

Auch hier ist der Spätsommer mit dem vertrockneten Regenwald und den dünnen Wasserfällen zwar immer noch lohnenswert aber am wenigsten beeindruckend.

Wie kommt man hin?

Die Anreise zum Trailhead ist natürlich dieselbe wie beim kürzeren Trail. Ich habe dazu aber noch eine Karte erstellt, die die wichtigsten Punkte am Weg mit einem Foto versehen markiert, so dass man einen Überblick bekommt und die Strecken ein wenig einschätzen kann. Ich würde empfehlen, die Karte groß in einem eigenen Fenster zu öffnen, da selbst die größtmögliche Ansicht hier im Blog immer noch ziemlich klein ist.

Meine Meinung

Von Ende Oktober bis in den April hinein gibt es im ganzen Nordwesten keine andere Tageswanderung, die den Weg am Eagle Creek entlang zu den Twister oder 7-Mile-Falls übertrifft. Und das gilt vor allem bei durchwachsenem bis schlechtem Wetter. Aber auch an einem sonnigen Sommertag ist es immer noch ein beeindruckender Hike. Wer gerne wandert sollte diesen Trail auf jeden Fall ganz oben auf seiner Liste haben. Wie schon ganz am Anfang gesagt ist der Eagle Creek Trail mein persönlicher Favorit in der Gorge.

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Eagle Creek Trail (Teil1: bis Punchbowl Falls)

Punchbowl Falls***Im Dezember 2016 ist ein großes Stück der nördlichen Canyonwand unterhalb der Metlako Falls abgerutscht. Der Trail selber ist davon nicht betroffen, aber den offiziellen Viewpoint auf die Metlako Falls hat es erwischt. Derzeit führt der Stichtrail dorthin in den Abgrund. Die Abbruchkante ist sehr instabil, daher sollte man sich dort, wenn überhaupt, nur mit äußerster Vorsicht bewegen. Noch ist nicht klar welche Lösung der Forest Service finden wird, aber vermutlich dürfte die bekannte Aussicht auf die Metlako Falls Geschichte sein.***

Jeder kennt wohl die Frage, welches Buch, welche Lebensmittel, welche Musik etc. man auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Man muss sich entscheiden, was wirklich genug Substanz hat, dass es einem selbst Tag für Tag auf der einsamen Insel nicht langweilig wird. Beim Buch und der Musik müsste ich lange nachdenken, aber mir ist klar, ich würde mich auf der Insel von Äpfeln ernähren und wenn ich einen Gorge-Hike mit auf die Insel nehmen dürfte, dann käme ohne langes Überlegen der Eagle Creek Trail mit. Wunderschöne Wasserfälle, uriger Regenwald in vielen verschiedenen Formen von knorrigen Eichen bis zu riesigen Douglas-Fichten, steile Basaltklippen, Weeping Walls, springende Lachse…. am Eagle Creek ist die Faszination der Gorge in einem Trail komprimiert.

Eagle Creek WaldMit meiner Vorliebe für den Eagle Creek stehe ich nicht alleine da, der Hike ist einer der beliebtesten in der Gorge und das mit gutem Grund. Der Eagle Creek Trail wurde Anfang des 20. Jahrhunderts etwa zur gleichen Zeit wie der Historic Highway angelegt. Die Idee war, dass der Cascade Crest Trail, ein Vorläufer des berühmten Pacific Crest Trails, der entlang der Sierra Nevada bzw. der Kaskaden von Mexiko nach Kanada führt, entlang des Eagle Creek die Gorge durchqueren sollte um dann bei Cascade Locks auf der Bridge of the Gods den Columbia zu überqueren. Damit die Gorge sich für die Wanderer auf diesem besonderen Trail von ihrer Schokoladenseite zeigt wurde ein extrem aufwändiger Weg durch das wunderschöne Tal des Eagle Creeks gebaut. Um eine gleichmäßige Steigung auf dem ganzen Trail zu erhalten, wurden Teile des Trails auf halber Höhe in Steilwände geschlagen, eine schmale Brücke überquert eine 40m tiefe Klamm und hinter einem Wasserfall wurde für den Trail ein Tunnel in den Fels gesprengt. RegenwaldDer Pacific Crest Trail wurde übrigens in den siebziger Jahren über das Benson Plateau weiter im Osten umgeleitet, um den immer populärer werdenden Eagle Creek Trail zu entlasten. Viele PCT-Hiker gehen aber dennoch den kleinen Umweg entlang des Eagle Creek. Der Aufwand beim Trailbau hat sich auf jeden Fall gelohnt: der Eagle Creek Trail bietet wunderbare Aussichten ist aber trotzdem sehr angenehm zu laufen, da es auf dem ganzen Weg keine großen Steigungen gibt. Das sollte ihn eigentlich zu einem perfekten Trail auch für Kinder und nicht so geübte Wanderer machen. Es gibt allerdings ein grosses ABER. Wenn man einen Trail durch eine senkrechte Felswand baut, dann sieht das am Ende so aus, dass es einen gut einen Meter breiten Pfad gibt, links geht es senkrecht nach oben und rechts geht es senkrecht nach unten. Da an der Bergseite Stahlkabel zum Festhalten in der Wand verankert sind, ist das alles völlig gefahrlos zu laufen. Wenn jemand allerdings Höhenangst hat, dürfte das wohl ein größerer Horrortrip sein als jeder Splattermovie. Und selbst wer nicht an Höhenangst leidet, sich aber mit kleinen Kindern auf den Weg gemacht hat, dürfte angesichts des fröhlich am Abgrund entlanghopsenden Nachwuchses den kalten Angstschweiss auf der Stirn spüren. Daher würde ich es mir in den beiden Fällen sehr gut überlegen, ob ich den Trail laufe. Ich hoffe ein paar Bilder helfen bei der Einschätzung (zum Vergrößern anklicken):Trail

Für alle anderen bietet der Trail für jede Kragenweite und jeden Fitness-Level etwas vom kurzen Reinschnuppern in das Tal, über einen einfachen Hike zu einem Wasserfall bis hin zu einer ganztägigen Wanderung oder gar einem mehrtägigen Backpacking-Trip. Und das kann man je nach Lust und Laune noch auf dem Trail entscheiden. Wenn man meint, dass es gut ist, dreht man einfach um. Ich will meine Beschreibung des Eagle Creek Trails in zwei Teile aufteilen, damit der Text nicht noch länger wird als er ohnehin schon ist. In diesem Artikel will ich die wohl populärste Option beschreiben, die zu den Punchbowl Falls knapp zwei Meilen vom Trailhead entfernt führt. Den weiteren Verlauf des Trails jenseits der Punchbowl Falls werde ich in einem weiteren Posting beschreiben.

LachseDa der Trail wie gesagt recht beliebt ist, lohnt es sich vor allem an Wochenenden sehr früh  zu erscheinen, da der kleine Parkplatz direkt am Trailhead schnell voll ist. Dort gibt es dann auch die übliche Box, wo man die 5$ Trailgebühr bezahlen kann. Es werden auch der Northwest Forest Pass oder der National Park Pass akzeptiert. Im Herbst sollte man auf jeden Fall als erstes direkt am Parkplatz einen Blick in den Fluss werfen, da der Eagle Creek ein Lachsfluss ist und die Coho-Lachse, die auch als Silberlachse bekannt sind, meist Mitte/Ende Oktober den Fluss hinaufwandern um dort zu laichen. Springende LachseWenn man Glück hat und genau zur richtigen Zeit dort ist, kann man die Fische  über den kleinen Wasserfall am  Wehr direkt neben dem Parkplatz springen sehen. Dann lohnt es sich auch die Strasse zum Trailhead wieder ein paar hundert Meter zurückzugehen (oder zu fahren) und die Lachse von der kleinen Hängebrücke über die der Gorge-Trail #400 führt zu beobachten, da man dort einen Blick auf flache Kiesbetten im Fluss hat, in denen die Lachse ablaichen. Mit ein wenig Geduld sieht man dann wie der Fisch eine milchige Wolke in das Wasser verteilt. Pazifische Lachse sterben ausnahmslos nach dem Laichen und so ist das Ufer und das Flussbett des Eagle Creek in der Zeit von toten Fischen übersät, die dem Ökosystem wertvolle Nährstoffe  zuführen und damit auch für den Namen des Flusses verantwortlich sind, denn die Adler sind dann natürlich auch dort, um lecker Lachs zu essen. Also im Herbst durchaus mal einen Blick in die Bäume riskieren, vielleicht hat man Glück und sieht einen Weisskopfseeadler.

Versteinerter BaumWenn man die Lachse bewundert hat oder zur falschen Zeit für Lachse unterwegs ist, dann kann man sich auf den eigentlichen Trail machen. Und keine 200m vom Trailhead entfernt in der ersten grossen Kurve des Flusses hinter der kleinen Holzbrücke lohnt es sich gleich schon aufmerksam zu sein, denn auf der Bergseite kann man einen aufrecht stehenden versteinerten Baumstamm entdecken, dessen vordere Hälfte verwittert ist. Ich weiss nicht wie oft ich an dem schon blind vorbeigelaufen bin, aber wenn man ihn einmal gesehen hat, ist er eigentlich nicht zu verfehlen und man fragt sich, warum man den nicht schon früher entdeckt hat. Ein wenig weiter ist etwas über Kopfhöhe sogar noch ein zweiter Baum aus Stein waagerecht in der Wand zu finden, denn hier am Eagle Creek in der Mitte der Gorge hat sich die dicke Basaltschicht, die über der Gorge liegt durch die Auffaltung der Cascades so weit gehoben, dass auf der ersten Meile des Trails die darunterliegende aus Asche und Schlamm enstandene Schicht sichtbar wird, in der es so einige Fossilien zu entdecken gibt. Diese geologische Schicht trägt dann auch passenderweise den Namen Eagle Creek Formation. Anschliessend taucht man langsam in den Zauberwald ein. Alte Western Red Cedars (die streng botanisch gar keine Zedern sondern Thujas sind), moosbewachsene Eichen, die z.T. sogar über einem aus der Felswand wachsen oder Ahorn, der im Herbst für wunderbare Farben sorgt. Und alles mit einem mehr oder weniger dichten Teppich von Moos und Flechten bedeckt.

Herbstwald

Der gleichmässig ansteigende Pfad geht immer höher und höher über den Fluss hinaus bis dann etwa eine Meile vom Trailhead entfernt die ersten beiden erwähnten schmalen Wege in der Felswand kommen. Außer im Sommer gibt es hier einige Stellen wo man eine kleine Dusche von den Felsen über einem kaum verhindern kann.

Metlako FallsWenn die steilen Stellen passiert sind und es etwas vom Fluss weg in den Wald hineingeht, heisst es wieder aufmerksam sein, damit man den, nur mit einem kleinen Holzschild an einem Baum markierten, kurzen Seitenweg nach rechts zum Aussichtspunkt an den Metlako Falls nicht verpasst. Die Metlako Falls sind mit 30m Höhe der letzte grosse Wasserfall des Eagle Creek vor der Mündung und wenn man sich den Wasserfall ansieht, dann ist bei allem Respekt vor der Sprungkraft der Lachse klar, dass für diese an den Fällen das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Daher wurde der Wasserfall auch nach der indianischen Gottheit der Lachse mit dem Namen Metlako benannt. Weiter oben im Fluss gibt es dann höchstens nur noch Forellen. Und so verrückt es auch klingt, aber die Fälle erfreuen sich auch bei Kajakern einer gewissen Beliebtheit, die im Frühjahr Metlako und Punchbowl Falls hinunterfahren. Ist schon ein wenig skurril wenn einem Leute mit einem Boot auf dem Buckel auf dem Trail entgegenkommen.

Metlako FallsDer Wasserfall stürzt sich in einem wunderbaren Bogen seitlich in eine lange steile Klamm hinein, über deren Wand sich der Aussichtspunkt etwa 200m von dem Fall entfernt befindet. Da das ganze nur von einer recht wackeligen Drahtreling gesichert ist und die Fotoperspektive wegen der Bäume im Vordergrund umso besser wird je weiter man sich über den Zaun hinweglehnt, sollte man an dem Aussichtspunkt sehr vorsichtig sein. Die besten Fotos von den Fällen macht man wie üblich bei bedecktem Himmel. Sollte man an einem sonnigen Tag unterwegs sein, empfiehlt es sich den Viewpoint auf em Rückweg anzusteuern. Je später am Tag desto mehr Bäume um den Wasserfall herum liegen im Schatten und man vermeidet starke Kontraste. Wenn man ein wenig Glück hat bildet sich eine kleine Gischtwolke über den Fällen der sogenannte „Metlako Mist“.

Metlako FallsDer Aussichtspunkt ist die einzige „offzielle“ Möglichkeit die Fälle zu beobachten. Für Leute, die ein wenig abenteuerlustig sind, will ich hier noch zwei weitere erwähnen. Alle anderen können den folgenden Absatz getrost überspringen. Für die erste „inoffizielle“ Aussicht geht es wieder zurück auf den Trail. Wenn man die Fälle direkt neben sich durch die Bäume hört, findet man einen kleinen steilen Trampelpfad, den man vorsichtig den Hang hinabklettern bzw. -rutschen kann, um Metlako Falls direkt von vorne zu sehen. Diese Persepktive ist besonders bei den Fotografen der Kajaker sehr beliebt, da man dort das „Opfer“ schon früh auf dem Fluss auf die Fälle zufahren sieht. Da man aber direkt von vorne den eleganten Bogen der Fälle nicht sieht und dazu ohne Drahtreling oder irgendeine Sicherung oben an der Wand der Klamm rumklettert, würde ich davon eher abraten. Es lohnt sich einfach nicht. Metlako FallsDie zweite Möglichkeit ist zwar vielleicht sogar noch ein wenig riskanter, dafür liefert sie aber einen wirklich besonderen Blickwinkel auf die Fälle. Folgt man dem Haupttrail nach dem Abzweig zum Metlako Viewpoint aus ein wenig weiter, kommt man zum Sorenson Creek, den man auf grossen runden Betonplatten, die fast ein wenig wie Kanaldeckel aussehen, überquert. Direkt danach erreicht man den Seitentrail zu den Punchbowl Falls. Aber wo dieser Trail nach links hinab zu den Punchbowl Falls abknickt schlägt man sich rechts in die Büsche. Es ist zu erkennen, dass man nicht der erste ist, der diesen Weg nimmt, aber einen richtigen Pfad gibt es dort nicht. Dann geht es den Hang hinab wobei man sich im Zweifel eher immer etwas rechts hält. Das ist ein Gekletter und Gerutsche durch ein feuchtes Gebüsch oberhalb einer Schlucht. Wer so etwas vorher noch nicht gemacht hat, sollte vielleicht nicht dort damit anfangen. Am Ende der Klettertour kommt man wieder zum Sorenson Creek der sich dort in einem versteckten Wasserfall gegenüber von den Metlako Falls in die Klamm stürzt. Von Felsen in diesem Bach direkt oberhalb des Wasserfalls aus hat man nun eine einmalige Aussicht auf die Metlako Falls in der Schlucht im Hintergrund mit dem kleinen Sorenson Creek im Vordergrund. Dabei sollte man dort aber extrem vorsichtig sein. Nasse bemooste Steine, über die ein Fluss fliesst, sind rutschig wie Glatteis. Wenn man sich nicht 100%ig sicher fühlt, sollte man lieber nicht weitergehen, kein Foto ist einen Sturz in die Schlucht wert.

Punchbowl FallsWem der Sinn nicht nach irgendwelchen Kletterpartien steht, für den stehen als nächstes die etwa 10m hohen Punchbowl Falls auf dem Programm. Auch hier gibt es drei Möglichkeiten die Fälle anzusehen. Oder ich sollte besser sagen es gab drei, denn der Pfad, der zu einem Felsvorsprung direkt oberhalb der Fälle führt, ist inzwischen gesperrt worden. Die offizielle Begründung ist, dass sich die Vegetation erholen soll. Ich denke aber, es hat vor allem damit zu tun, dass im Sommer Leute regelmässig von dort aus in den Pool unter den Fällen gesprungen sind, was immer wieder zu Verletzten und leider auch Toten geführt hat. Die Rettungskräfte sind im Sommer öfter auf dem Eagle Creek Trail unterwegs als ihnen lieb ist und wenn die Sperrung hilft, dann finde ich das nur verständlich. Die beiden nach wie vor zugänglichen Aussichten auf die Fälle sind ohnehin die schöneren.

Punchbowl FallsDen unteren Aussichtspunkt erreicht man über einen kurzen, etwas steileren Stichtrail, der – wie schon erwähnt – kurz nachdem man den Sorenson Creek überquert hat nach rechts vom Haupttrail zum Fluss hinunter abzweigt. Er endet auf einem grossen Kiesbett neben dem Fluss. Neben dem Ende des Trail fällt der Eagle Creek über eine etwa fünf Meter Hohe Stufe im Basalt, die Lower Punchbowl Falls. An anderer Stelle würden sie vielleicht Interesse hervorrufen, aber direkt neben einem der schönsten Wasserfälle des Nordwestens finden sie wenn überhaupt nur kurz Beachtung. Die Punchbowl Falls sind als dankbares Fotomotiv der feuchte Traum eines jeden Fotografen. Sie zieren nicht nur unzählige USA-Bildbände und Fotokalender, sondern sind z.B. auch auf 70er Jahre Rock-Alben zu finden oder illustrieren schlechte Internet-Witze. Allerdings kann es vor Ort durchaus passieren, dass der Begriff „feuchter Traum“ noch eine zweite ganz andere Bedeutung bekommt. Ausser im Sommer und frühen Herbst, wenn der Wasserstand des Flusses niedrig ist, kann man nämlich vom Kiesbett neben dem Fluss aus den Wasserfall gar nicht sehen. PunchbowlMan muss also ein wenig in den Fluss hineingehen, um in den Kessel – bzw. die Punschschüssel – mit dem Wasserfall hineinsehen zu können. Meistens haben irgendwelche Heinzelmännchen schon einen Damm aus Steinen gebaut, von dem aus man dann mit ein wenig Balance trockenen Fußes den Wasserfall geniessen und fotografieren kann. Im Winter und Frühjahr bei viel Wasser im Fluss hilft das aber alles nichts. Wenn man dann keine hohen Gummistiefel anhat, gibt es nur eine Möglichkeit den Wasserfall zu sehen: Schuhe und Socken aus, Hosenbeine hochkrempeln, sich ein paar warme Gedanken machen und rein in den Fluss. Kneipp-Kuren sollen ja gesund sein. Punchbowl FallsIch finde am besten sieht der Wasserfall allerdings im Herbst aus, wenn nicht ganz so viel Wasser im Fluss ist und die Fälle höher und ein wenig schlanker sind. Dazu geben die gelben Herbstblätter auf dem Kies einen schönen Vordergrund ab. Wenn man an einem sonnigen Tag unterwegs ist, werden die Lichtverhältnisse besser je später man dort ist, da dann der Wasserfall und die Bäume drum herum im Schatten liegen.

Leider ist im Frühjahr 2014 wieder ein Baum vom Rand abgestürzt und liegt seither in der Punchbowl. Ein Ast verdeckt dabei den Wasserfall teilweise. Das ist nicht das erste Mal dass das passiert. Vom Ende der Neunziger bis zu einem Wintersturm im Jahre 2009 verdeckte schon einmal ein Baumstamm für über 10 Jahre die Postkartenansicht der Fälle. Ich hoffe doch sehr, dass der neue Stamm diesmal kein so grosses Beharrungsvermögen zeigt.

Punchbowl FallsDer zweite derzeit zugängliche Aussichtspunkt auf die Punchbowl Falls liegt direkt am Haupttrail. Etwa 250m nach dem Abzweig des Stichtrails kommt man zu einer Stelle, von wo aus man hinter einem Zaun stehend einen Blick von oben auf die Fälle hat. Leider ist das Unterholz seit Errichtung des Viewpoints so sehr gewachsen, dass man immer Zweige oder Blätter im Bild hat, wenn man ein Wasserfall-Foto von hinter dem Zaun aufnehmen will. Allerdings kann man unter dem Zaun durch noch auf eine kleine Plattform oberhalb des Kessels runtergehen, von der aus man freie Sicht auf die Fälle hat. Dort gibt es allerdings keine Sicherung. Die Fläche ist aber gross genug, dass man das dennoch ziemlich gefahrlos machen kann. Der Anblick lohnt sich, kann aber vielleicht nicht ganz mit der Perspektive vom unteren Viewpoint mithalten. Da es nur ein paar hundert Meter extra zum oberen Aussichtspunkt sind sollte man so oder so beide Aussichten auf jeden Fall mitnehmen.

Wenn man an den Punchbowl Falls umkehrt, wie es wohl die Mehrheit macht, dann hat man am Ende des Hikes zurück am Parkplatz knapp 4 Meilen zurückgelegt und eher bescheidene 500 Fuss (~150m) Höhenunterschied bewältigt. Ein relativ einfacher Hike. Wem der Sinn nach mehr steht der hat die Option den Trail weiter bis zur High Bridge, den Tunnel bzw. Twisted Falls oder sogar noch weiter zu gehen. Das werde ich hier jetzt nicht mehr beschreiben, sondern zum Thema eines weiteren Posts zum Eagle Creek machen.

Wann am besten hin?

Enchanted GorgeWenn das Wetter schlecht ist! Der Märchenwald am Eagle Creek ist am schönsten, wenn es vom Moos an den Bäumen tropft, Nebelschwaden durch das Tal ziehen und die ganze Landschaft eine magische Stimmung bekommt. Der Bestseller der vom mythischen Feenland der Kelten handelt, heisst ja auch nicht umsonst „Die Nebel von Avalon“ und nicht „Sonnenschein in Avalon“. Von den Jahreszeiten ist der Herbst dort mein Favorit. Besonders in der Zeit von Mitte Oktober bis Anfang November, wenn die Lachse springen, die Bäume in bunten Herbstfarben erstrahlen und die Wasserfälle sich nach dem trockenen Sommer wieder zu füllen beginnen, ist ein Besuch am Eagle Creek ein Naturerlebnis erster Klasse, das sich vor keinem anderen Hike im gesamten Nordwesten verstecken müsste. Da muss sich selbst das Frühjahr und da sogar der April mit dem frischen Grün überall und den zum Bersten gefüllten Wasserfällen knapp dahinter einreihen. Aber auch der Winter hat seine eigene durchaus lohnende Stimmung, wenn der Nebel um die kahlen Bäume mit den langen Flechten wabert.

Wann lieber nicht hin?

Eigentlich will ich zu keiner Jahreszeit von einem Hike am Eagle Creek abraten, aber wer den Eagle Creek schon zu einer anderen Jahreszeit kennengelernt hat, der wird im Spätsommer vielleicht von dem Trail ein wenig enttäuscht sein. Das grüne Moos ist dann vertrocknet und braun und die Wasserfälle werden recht dünn. Die Zauberwald-Atmosphäre will da dann nicht mehr so recht aufkommen. Dazu wird es an Sommerwochenenden auch sehr voll auf dem Trail.  An den Punchbowl Falls kann dann fast schon eine Art Baggerseegefühl aufkommen mit Familien auf der Picknickdecke, fröhlich Badenden und einer Menge Kaltgetränken. Aber wenn man nun mal zu der Zeit die Gorge besucht, ist der Trail selbst dann noch einen Besuch wert.

An sehr kalten Wintertagen kann der feuchte Trail eisig werden. Dann sollte man sich sehr gut überlegen ob man auf einem schmalen vereisten Pfad neben einem steilen Abgrund unterwegs sein will und im Zweifel lieber auf den Hike verzichten.

Wie kommt man hin?

Eagle CreekEagle Creek erreicht man über die Ausfahrt 41 „Eagle Creek Recreation Area“ des I-84, die allerdings nur eine Auf- und Abfahrt zur Autobahn Richtung Osten hat. Wenn man von Osten her kommt, also z.B. Hood River oder Cascade Locks dann muss man bis zur Ausfahrt 40 „Bonneville Dam“ fahren, wo man auf die Autobahn in Gegenfahrrichtung wechselt und zur Ausfahrt 41 am Eagle Creek zurück fährt. Wenn man nach dem Hike Richtung Westen also Troutdale oder Portland weiter fahren möchte, dann muss man analog bis zur Ausfahrt 44 „Cascade Locks“ nach Osten fahren, wo man dann auf den I-84 Richtung Westen wechseln kann. Direkt an der Abfahrt liegt die Eagle Creek Fish Hatchery, von wo aus man dann etwa eine halbe Meile Richtung Süden am Eagle Creek entlang zum Parkplatz am Trailhead fährt. An Wochenenden kann der kleinere Parkplatz direkt am Trailhead schnell voll sein, dann muss man sein Glück auf dem zweiten grösseren Parkplatz auf halben Weg zwischen der Hatchery und dem Trailhead versuchen. Auch an der Hatchery sind zur Not noch eine Menge Parkplätze. Der Parkplatz direkt am Trailhead hat leider einen sehr schlechten Ruf, was Einbrüche in Autos angeht. Bei einer Tagestour am Eagle Creek ist das kein Problem, da tagsüber am Trailhead immer genug los ist, um Diebe abzuschrecken, aber wer einen mehrtägigen Backpacking-Trip plant oder erst nach Sonnenuntergang im Dunklen zurückkommen will, sollte überlegen sicherheitshalber an der Hatchery zu parken.

Meine Meinung

RegenwaldWenn man auf seiner Nordwestreise Wetterpech hat und ein paar Tage mit grauem Himmel und Regen hat, was durchaus öfter mal vorkommt, sollte man den Kopf nicht hängen lassen, sondern stattdessen eher glücklich sein, dass man das perfekte Wetter für den schönsten Hike der Gorge erwischt hat. Die Märchenwaldstimmung ist auf Fotos nur schwer zu vermitteln, aber ich verspreche, niemand wird von dem Hike enttäuscht sein.

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Tom McCall Preserve

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Im Frühling präsentieren sich nicht nur die Wasserfälle der Gorge in voller Pracht, es ist auch die Zeit der Wildblumenblüte. Wer in dieser Zeit die Gorge besucht, sollte auf jeden Fall wenigstens einen kleinen Ausflug in die bunte Blütenpracht machen. Der bekannteste Blumenberg der Gorge ist der Dog Mountain, der für seine blühenden  Bergwiesen im Mai bekannt und für den steilen Aufsteig dorthin berüchtigt ist. Eine wesentlich einfachere aber fast ebenso blumige Alternative ist der Tom McCall Point, der zwischen Hood River und The Dalles auf der Oregon Seite der Gorge liegt. Der Weg ist halb so lang wie der Dog Mountain Trail, man muss nur etwa ein Drittel der Höhenmeter bewältigen und wem das noch nicht reicht, der bekommt auch noch einen Blick auf zwei schneebedeckte Vulkangipfel als Bonus dazu. Und selbst für bekennende Nicht-Wanderer oder Familien mit kleinen Kindern gibt es hier noch einen weiteren Trail, der ohne grossen Höhenunterschied über das blumenbedeckte Rowena Plateau führt. Wenn man dann die verkehrsmäßig günstige Lage direkt am Historic Highway dazu nimmt, dann ist die Tom McCall Preserve für mich die beste Wahl um die Wildblumen der Gorge zu entdecken.

Die Trailheads für beide Hikes, sowohl den auf den Tom McCall Point als auch den über das Rowena Plateau, liegen am Parkplatz des Rowena Crest Viewpoints am östlichen Teil des Historic Highway, der zwischen den Orten Mosier und Rowena parallel zum I-84 verläuft.

Tom McCall PointDer Weg von Rowena Crest zum Tom McCall Point ist 1,7 Meilen lang. In Kilometern wären das also etwa fünfeinhalb Kilometer für den gesamten Weg hin und zurück. Dabei muss man knapp 350m (~1100ft) Höhenunterschied bewältigen. Vom Parkplatz am Rowena Crest kann man das Ziel schon einmal in Augenschein nehmen. Die Erhebung direkt südlich, die wie eine grosse Rampe sanft von Westen her ansteigt um dann steil nach Osten abzufallen, ist der Tom McCall Point.  Von der Informationstafel an der Zufahrt zum Parkplatz geht es erst einmal nach Süden über das blumenbedeckte Plateau zum Fuß des Tom McCall Points. Hier bekommt man schon einen Eindruck davon, welche Blumen man auf dem Weg zu sehen bekommen wird. Ende April geht es mit DER Wildblume der östlichen Gorge los, der knallgelben Balsamorhiza oder Balsamroot, die – bei ihrem Aussehen wenig überraschend – eine Verwandte der Sonnenblume ist. Jeder Wildblumenberg in dieser Ecke der Gorge, der nur ein wenig was auf sich hält, bedeckt seine Wiesen im Mai und z.T auch noch im Juni mit einem gelben Meer dieser Blumen. Columbia RiverDazu gesellen sich dann meist etwas später im Mai die anderen beiden Vertreter der gelb-blau-roten Gorge-Blumentrinität, die Lupine und die Indian Paintbrush. Neben diesen dominanten drei Farben findet man aber noch viele andere Blumen auf dem Trail. Im Juni löst dann langsam das knallblau der Kornblumen oder Bachelor’s Buttons, wie sie auf Englisch heissen das Gelb der Balsomroots ab. Diese blühen dann noch bis in den Juli hinein.

Tom McCall Point TrailHinter der Wiese folgt der Trail kurz den Überresten einer alten Wagon Road aus dem 19.Jhd bevor es nach insgesamt etwa einem Kilometer eine scharfe Rechtskurve gibt. Von da an geht es durch knorrige Eichen stetig bergauf. Es ist ein wenig Vorsicht geboten, denn dort, wo es in der Gorge Eichen gibt, ist meist auch der biologisch nicht verwandte Namensvetter Poison Oak nicht weit. Und dem will man lieber nicht zu nahe kommen, da er ganz übel juckenden Hautausschlag verursacht. Wenn man also neben dem Trail eine dreiblättrige eher niedrige Pflanze mit leicht ölig schimmernder Blattoberfläche sieht: Finger weg! Wer sicher gehen will, sollte auch bei warmen Wetter lieber eine lange Hose anziehen.

GalläpfelAn den Zweigen der Eichen sieht man oft Galläpfel, die eher an eine Kartoffel als einen Apfel erinnern, und Kokons einer Wespe sind. Also nicht so schlau sein wie eine Bekannte von mir, die – ohne zu wissen was es ist – so einen Gallapfel im Flieger mit nach Hause genommen und ihn so lange als Dekoration auf das Regal gelegt hat bis die Wespen schliesslich geschlüpft sind.

Tom Mc Call Point AussichtAuch Schlangen gibt es in der Tom McCall Preserve. In aller Regel harmlose Garter Snakes, allerdings ist auch die Begegnung mit einer Klapperschlange nicht ausgeschlossen.

Während es also durch die Eichen langsam immer höher geht, sollte man immer mal wieder an lichten Stellen einen Blick nach Norden riskieren. Dort hat man nicht nur einen schönen Blick über den Columbia und das Rowena Plateau. Auch der runde schneebedeckte Gipfel von Mt.Adams schiebt sich nach und nach über die Hügel am nördlichen Flussufer hinaus.

Mt.HoodKurz bevor man das Ziel erreicht hat gibt es  dann endlich auch einen Blick nach Süden und dort sieht man Mt.Hood der im Vergleich zu Mt.Adams einen wesentlich spitzeren, typischen Vulkankegel besitzt. Oben auf dem TomMcCall-Point gibt es eine relativ grosse und recht flache Bergwiese, die im Ideafall ganz mit Blumen bedeckt ist. Man hat wie erwähnt einen Blick auf die beiden Vulkane im Norden und Süden. Dazu kommt das weite Panorama mit Blumenwiesen und dem Columbia im Westen und zu guter letzt sieht man von der Kante im Osten auch noch den trockenen östlichen Teil der Gorge Richtung The Dalles mit den eindrücklichen Basaltschichten auf der Nordseite des Flusses. Der kleine Ort auf der anderen Flussseite mit den markanten zwei Brücken ist Lyle an der Mündung des Klickitat River in den Columbia.

Wenn alle Eindrücke gesammelt sind, alle Fotos geschossen sind und vielleicht auch ein kleines Picknick auf der Wiese vertilgt ist, würde ich empfehlen, denselben Weg wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückzugehen. Es gäbe noch einen weiteren recht ruppigen Pfad, der z.T. auf einer alten Straße am steilen Ostende des Tom McCallPoint hinabführt. Allerdings ist der Weg längst nicht so schön wie der Hauptpfad, so dass er keine wirklich lohnende Alternative darstellt.

Columbia und BalsamrootIch halte den Tom McCall-Point für keinen besonders ansruchsvollen Hike, aber ein paar Höhenmeter muss man schon machen. Wem das aber dennoch zu viel erscheint für den gibt es ja wie gesagt noch eine zweite Alternative: ein zweiter Trail startet direkt gegenüber der Zufahrt zum Parkplatz des Rowena Point auf der anderen Strassenseite des Historic Highway und führt gut eine Meile ohne viel Höhenunterschied über das Rowena Plateau. Neben den ausgedehnten Blumenwiesen gibt es hier auch zwei kleine Teiche, denen man sich aber wenn überhaupt nur ausgesprochen vorsichtig nähern sollte, denn das Ufergestrüpp ist eine regelrechte Poison Oak-Plantage. Um den ersten der beiden Teiche fürt ein Weg herum und man erreicht dort ebenso wie am Ende des Trails Aussichtspunkte auf den Klippen oberhalb des Columbia mit Blick auf Lyle und die bis zu acht Basaltschichten am Nordufer des Flusses. TeichDer Trail endet dann an der Stelle wo der Canyon Rowena Dell an der Westseite des Plateaus sich zum Columbia hin öffnet. Wer nach einem Fluss in dem Canyon guckt, kann lange suchen, Rowena Dell wurde genau wie Teiche auf dem Plateau von den eiszeitlichen Missoula Floods geformt und nicht von einem Fluss.

Da man nicht mit letzter Sicherheit sagen kann, woher der Name Rowena kommt – ein hübsches Mädchen, ein altes Gedicht und ein profaner Ingenieur sind mögliche Kandidaten – will ich mich stattdessen lieber kurz über Tom McCall, den Namenspatron der Preserve und des Berges, auslassen. Er war Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger für acht Jahre der Gouverneur Oregons und hat in seiner Amtszeit einige weitreichende Entscheidungen gefällt: so setzte er das Werk seines Vorgängers Oswald West aus dem Anfang des Jahrhunderts fort und sorgte dafür das bis heute sämtliche Strände Oregons in öffentlicher Hand und für jedermann frei zugänglich sind, er führte 1971 mit der Oregon Bottle Bill das erste Pfandsystem für Getränke in den USA ein, er ersetzte in Portlands Innenstadt eine vierspurige Strasse am Willamette durch einen Park mit Promenade um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und so bot es sich für die Nature Conservancy an, das Schutzgebiet nach einem Gouverneur zu benennen, auf den die meisten Oregonians auch heute noch so stolz sind, dass sie ihm selbst seinen schwersten Fehler großzügig verziehen haben: Tom McCall war Republikaner. Und wer noch eine gute Reiselektüre für eine Tour durch den Nordwesten sucht: „Fire at Eden’s Gate“ von Brent Walsh beschreibt das Leben dieses eindrücklichen Menschen sehr kurzweilig und interessant.

Wann am besten hin?

Mt. Adams und WildblumenDer beste Monat für die Tom McCall Preserve ist der Mai in manchen Jahren auch noch der Juni. An einem sonnigen Maitag mit klarer Luft und guter Sicht gibt es in der Gorge keinen schöneren Hike. Die Blumenblüte geht dann noch bis so etwa Mitte Juli, wobei die gelben Balsamroots dann mehr und mehr den blauen Kornblumen weichen.  Letztere sind auch schön, aber am eindrücklichsten sind die knallgelben Wiesen.
Im Frühling mit dem Blumen kann sich auch eine Wanderung bei schlechtem Wetter lohnen und bei gutem Wetter kann man auch im Sommer oder im Herbst mit den bunten Blättern an den Eichen eine schöne Wanderung haben, aber nichts schlägt die Kombination Frühling und Sonne.

Das beste Fotolicht hat man am späten Nachmittag, aber morgens und vormittags ist die Chance grösser, dass es weniger windig ist und die Blumen für Fotos artig still halten. Später am Tag kann es oft recht kräftig pusten, wenn der Wind in der Gorge in der Regel auffrischt.

Wann lieber nicht hin?

Vom 1.November bis zum 31.April ist der Trail gesperrt. Und wenn die Jahreszeit und das Wetter weder Blumen noch eine gute Aussicht versprechen, dann würde ich mir Tom McCall Point auch schenken.

Wie kommt man hin?

Die Trailheads liegen am Rowena Crest Viewpoint. Man erreicht diesen über den östlichen Abschnitt des Historic Highway. Wenn man von The Dalles im Osten her kommt, fährt man I-84 bis zum Exit 76 „Rowena“. Von dort aus geht es dann noch zweieinhalb sehr kurvige Meilen bis zum Viewpoint. Kommt man aus Portland bzw. Hood River im Westen, dann verlässt man I-84 an der Ausfahrt 69 „Mosier“ und fährt sechseinhalb Meilen durch viele Obstplantagen zum Parkplatz am Rowena Crest. Sowohl der Parkplatz als auch der Trail sind kostenfrei.

Meine Meinung

Wer im Mai oder Juni eventuell noch Juli die Gegend besucht, sollte auf jeden Fall die Gelegenheit wahrnehmen und sich die Wildblumenblüte in der östlichen Gorge ansehen. Die Tom McCall Preserve ist eine der besten Möglichkeiten dafür. Auch im Rest des Jahres ist es immer noch ein Hike mit schöner Aussicht, aber dann gibt es vieles Anderes was lohnender ist.

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Panther Creek Falls

Panther Creek Falls

Im Allgemeinen werden Wasserfälle durch drei Parameter beschrieben: Höhe, Volumen und Form. In der ersten Kategorie hält ganz eindeutig Multnomah Falls die Spitzenpostion unter den Gorge-Wasserfällen. Der Titel des wasserreichsten Fall geht klar an die Celilo Falls des Columbia, die sogar weltweit nur von fünf anderen Fällen übertroffen werden. Leider sind sie seit dem Bau des The Dalles Dams 1957 verstummt und liegen seither unter einem Stausee begraben. Die Antwort auf die Frage, welcher Wasserfall in der Gorge die interessanteste bzw. schönste Form hat, ist naturgemäß sehr subjektiv, da sich das nicht mit einer Zahl wie Höhe oder Wasservolumen messen läßt. Ich muss allerdings für meine Antwort nicht lange überlegen: mein Favorit sind da die Panther Creek Falls. Wenn ich allerdings die Form der FällePanther Creek Falls beschreiben sollte, wird es schwierig. Da ist zum einen der Panther Creek der kurz vor den Fällen in eine scharfe Kurve geht und in einer Art Rinne über dem Tal entlangfliesst. An einigen Stellen läuft die Rinne über und bildet kleine Wasserfälle. Das meiste Wasser geht allerdings über den Hauptfall am Ende der Rinne, der sich wiederum neben und unterhalb einer Quelle befindet, die ein filigranes Gebilde von vielen feinen Wasserstreifen über einen Fels legt. Alles klar? Ich weiss, ohne ein Foto kann man sich das schlecht vorstellen. Und so richtig versteht man es erst wenn man den beeindruckenden Wasserfall selber sieht.

Panther Creek FallsNun sollte man denken, dass so ein ungewönlicher Wasserfall zu den meistbesuchtesten Attraktionen der Gorge zählt. Dem ist aber überhaupt nicht so. Wenn ein Wasserfall der Gorge das ominöse und so begehrte Label „Geheimtipp“ verdient, dann wohl Panther Creek Falls. An den Multnomah Falls war ich selbst während eines Schneesturms, wegen dem die Autobahn gesperrt werden musste, nicht allein. An den Panther Creek Falls habe ich bisher noch nie jemand anders getroffen.

Gibt es eine komplizierte, schwer zu findende Anfahrt über kleine Waldwege, die geländegängige Autos voraussetzen? Eigentlich nicht, ein Stück hinter Carson einmal rechts dann gleich wieder links und alles ist bestens geteert. Und es gäbe genug Parkraum für bestimmt 50 oder so Autos.

Panther Creek FallsMuss man einen langen anstrengenden Trail laufen an deren Ende die Fälle liegen? Eigentlich nicht. Ich war einmal mit einer einjährigen Hikerin dort, deren bisherige Lauferfahrung in Wochen gemessen werden konnte, und sie hat keine 10 Minuten gebraucht. Und dabei muss man noch beachten, dass es viele kleine Steine und Stöcke am Wegesrand zum Aufsammeln und Begutachten gab, sonst wäre sie wohl auch etwas schneller an der Aussichtsplattform gewesen.

Warum sind die Fälle dann also so ein Geheimtipp. Ich könnte mir drei Gründe vorstellen: erstmal sind die Panther Creek Falls nirgendwo ausgeschildert, man muss also wissen, wo man hin will. Dann liegen die Fälle etwas abgelegen auf der Washington-Seite der Gorge, ein ganzes Ende weg von den populären Fällen am Historic Highway, die die große Masse der Besucher anziehen. Und zu guter Letzt ist der Weg zu der Aussichtsplattform der Fälle einfach viel zu kurz als dass er als Hike in den diversen Wanderführern der Gorge Erwähnung finden würde. Viele Leute wissen also einfach gar nicht, was sich dort für eine Perle in der Gorge verbirgt.

Um die Fälle zu erreichen geht man von dem Parkplatz unterhalb des Steinbruchs an der Panther Creek Rd.  etwa fünfzig Meter zurück in Richtung Westen von wo man gekommen ist. Dort geht rechts von der Strasse ein kleiner Trail ab, den man nicht verpassen kann. Es geht etwa 150m leicht bergab zu einer Plattform auf der man einen Logenplatz mit bester Aussicht auf die Fälle hat.

Nun kann man hier in aller Ruhe den Anblick geniessen, ausgiebig Fotos machen und sich dann wieder auf den kurzen Weg zum Auto zurück machen. Wer allerdings ein wenig abenteuerlustig ist und auch vor einer Kletterpartie nicht zurückschreckt, kann sich die Fälle auch noch von unten ansehen und eine zweite kleinere Stufe, die von oben nicht sichtbar ist in Augenschein nehmen. Das setzt allerdings ein wenig Geschick beim Klettern voraus.

Panther Creek FallsEtwa 25m links neben der Aussichtsplattform muss man über Felsen etwa 3 bis 4 Höhenmeter nach unten klettern, um auf eine schmale bewachsene Stufe im Fels zu kommen. Am hinteren Ende der Stufe geht es nochmal  gut 3 Meter senkrecht am Felsen runter. Es gibt an beiden Kletterstellen genug Vorsprünge und Griffe, um auch als Kletterlaie heil den Weg nach unten zu schaffen. Den schicken hellbeigen Patagucci-Fleece sollte man allerdings gegen eine olle Regenjacke eintauschen, denn ein wenig dreckig wird man auf jeden Fall. Ist die Kletterstrecke überstanden, dann geht es einen steilen Trampelpfad nach unten in die nasse grüne Hölle direkt unter den Fällen. Von hier aus kann man auch die Lower Falls erforschen, die aber nicht annähernd so spektakulär sind wie die Hauptfälle. Die allgegenwärtige Gischt sorgt hier unten dafür, dass alles mit einer dicken Moosschicht bedeckt ist und leider auch,  dass man große Schwierigkeiten hat, ein Foto ohne Tropfen auf der Linse zu schiessen.

Wann am besten hin?

Panther Creek FallsPanther Creek Falls ist einer der wenigen Wasserfälle die sich im Laufe des Jahres nicht markant unterscheiden. Im Frühjahr gibt es zwar mehr Fälle, die an der rechten Seite aus der Rinne laufen und der Hauptfall ist besser gefüllt, aber der Unterschied ist nicht besonders dramatisch. Oberhalb der Quelle stehen ein paar Laubbäume die sich im Herbst gelb und rot verfärben aber auch die Herbstfarben sind nicht so spektakulär, dass sie den Herbst nun zu einem aussergewöhnlichen Erlebnis an den Fällen machen würden. Daher lohnt es sich eigentlich zu jeder Jahreszeit die Fälle zu besuchen, keine sticht besonders hervor. Für Fotos ist es am besten einen bedeckten Tag zu erwischen, da das Sonnenlicht durch die umstehenden Bäume nie die gesamten Fälle ausleuchtet und es scharfe hell-dunkel Kontraste gibt. Zur Not muss man an sonnigen Tagen spät am nachmittag dort sein, dann liegen die Fälle im Schatten.

Wann lieber nicht hin?

Die Fälle lohnen eigentlich immer einen Besuch.

Wie kommt man hin?

Vom 4-Way Stop  in der Mitte von Carson WA fährt man auf der Wind River Rd. nach Norden. An der ersten Kreuzung mit der Old State Rd. nach 3,5 Meilen fährt man noch geradeaus weiter auf der Wind River Rd. aber nach 4,8 Meilen geht es zum zweiten Mal nach rechts auf die Old State Rd. und hier biegt man ab um dann sofort wieder links auf die Panther Creek Rd/NF 65 fahren. Wenn man vom Mt.St.Helens kommt, findet man den Abzweig zur Old State Rd. 8,6 Meilen nach der markanten Kreuzung auf der man von der Meadow Creek Rd links auf die Wind River Rd abbiegt. Am Anfang der Panther Creek Rd sollte man auf jeden Fall auf den Meilenstand gucken. Dann hat man während man der schmalen geteerten Strasse folgt etwa eine Viertelstunde Zeit zum Kopfrechnen. Die Aufgabe lautet: abgelesener Meilenstand plus 7,2 Meilen. Das Ergebnis gibt an, wo sich auf der rechten Seite der Strasse eine Art grosser Steinbruch mit einem grossen Pullout davor befindet. Wenn man auf den Meilenstand geachtet hat, kann man den überhaupt nicht verfehlen. Hier parkt man das Auto und kommt wie oben beschrieben zum Wasserfall. Vorsicht: zwischen Strasse und Parkplatz ist eine ziemliche Kante, die man nicht so ohne weiteres sieht. Wenn man also nicht gerade mit einem hochbeinigen SUV unterwegs ist, bietet es sich an etwas langsamer auf den Parkplatz zu fahren.

Meine Meinung:

Der schönste Wasserfall der Gorge ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Leider liegt er etwas abgelegen. Wer mit knappen Zeitbudget lediglich die Oregon Seite der Gorge mit dem Historic Highway besuchen will, wird es sich zwei Mal überlegen ob er die zwei Stunden über hat, die es braucht, um von Cascade Locks aus zu den Panther Creek Falls und zurück zu kommen. Wer allerdings ein wenig mehr Zeit für die Gorge eingeplant hat oder von der Gorge über die Wind River Rd. zum Mt.St.Helens weiterfährt, sollte diese wunderschönen Fälle auf keinen Fall verpassen.

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Wahclella Falls Trail

Wahclella Falls

Dass Multnomah Falls den ersten Eintrag in meinem Blog bekommen muss, war mir genauso klar wie die Tatsache, dass der erste Hike, den ich hier beschreibe, nur der Trail zu den Wahclella Falls sein kann. Dieser kurze und einfache Trail mag zwar nicht so bekannt sein wie die Multnomah Falls, aber er ist der perfekte Einstieg für jemand, der die Gorge auch einmal jenseits der Wasserfälle am Historic Highway entdecken will.

Wahclella Falls bietet für (fast) jeden etwas: der Weg ist ideal für Leute, die ungern weitere Strecken laufen, aber trotzdem die typische Regenwaldlandschaft der Gorge kennenlernen wollen. Familien mit kleinen Kindern finden hier einen Trail der auch mit kurzen Beinen gut machbar ist und der einige Unterhaltung am Weg bietet. Fotografen bieten sich viele gute Motive mit und ohne Wasserfälle. Im Sommer kann man sich unter einem Wasserfall abkühlen. Nur wer Aussichtspunkte mit weitem Blick über den Columbia sucht wird hier leider nicht fündig.

Der Trailhead liegt nahezu direkt an der Abfahrt 40 „Bonneville Dam“ des I-84. Statt nach Norden zum Damm hin fährt man von der Abfahrt aus nach Süden und dann gleich rechts auf den kleinen Parkplatz am Trailhead. Da der Hike besonders bei Familien sehr beliebt ist, kann es an Wochenenden gerade im Sommer oft recht voll werden, so dass man Schwierigkeiten bekommt, sein Auto loszuwerden. Da sichert rechtzeitiges Erscheinen wie immer die besten Plätze. Der Trail wird vom National Forest Service betrieben. Es gelten also Pässe wie z.B. der NW Forest Pass oder der National Park Pass. Ansonsten kann man auch einen Tagespass für 5$ direkt am Parkplatz kaufen. Und zwei Dixie-Klos stehen auch am Trailhead. Der Weg zu den Fällen ist eine Meile in jeder Richtung (d.h. ~ 3 km insgesamt) und man muss in der Summe etwas über 100m (380ft) Höhenunterschied bewältigen. Der Trail ist ganzjährig zugänglich.

salmonberryDas erste Drittel des Weges verläuft auf einer abgesperrten Strasse und führt unter bemoosten Bäumen entlang des Tanner Creeks zu einem kleinen Damm, an dem Wasser für die Bonneville Fish Hatchery abgezweigt wird. Am Weg stehen viele Salmonberrybüsche. Im Frühjahr dekorieren die pinkfarbenen Blüten den Weg und im Frühsommer sind die Beeren die wie orangene Himbeeren aussehen reif. Sie sind essbar und schmecken ein wenig säuerlich. Direkt hinter dem Damm wird dann aus der Strasse ein kleiner Pfad. Munra FallsKaum ist man um die erste Kurve steht man auf einer kleinen Brücke direkt an den Munra Falls über die der gleichnamige Bach wie auf einer Art felsigen Wasserrutsche in den Tanner Creek fällt. Die Brücke ist so nah am Fall, dass man ihn im Frühjahr mit viel Wasser sogar „anfassen“ kann, eine Möglicheit von der Kinder gerne Gebrauch machen. Bis zu den Munra Falls kann der Wahclella Trail auch von Rollstuhlfahrern relativ problemlos bewältigt werden, nur die letzten paar Meter sind ein wenig ruppig. Abgesehen von den kurzen Wegen zu Wasserfällen direkt am Historic Highway ist das der einzige Wasserfall-Hike in der Gorge, wo das möglich ist.

Nach den Munra Falls verengt sich das Tal und man sieht die Basaltschichten in den nahezu senkrechten Felswänden auf beiden Seiten. Nun geht es auch ein wenig bergan, ohne allerdings wirklich steil zu werden. An einer Stelle gibt es auch eine kleine Treppe. Auf dem Stück gibt es einige Abschnitte wo man kleine Kinder an die (linke) Hand nehmen sollte, da es rechts neben dem Weg den Hang runter geht.

Nach gut zwei Dritteln des Trails kommt man an eine Gabelung. Dort kann man nicht viel falsch machen, denn beide Wege führen zu den Wahclella Falls, da das letzte Stück des Weges eine kleine Schleife ist. Ob man links oder rechts geht ist Geschmackssache. Links gibt es eher den Überraschungseffekt, da man eine Weile durch die Bäume geht und dann recht unvermittelt Wahclella Falls erreicht. Rechts hat man die ganze Zeit den Blick auf den Talkessel in dem der Wasserfall liegt und man sieht mit jedem Schritt ein wenig mehr.

Tanner CreekIch entscheide mich hier mal für rechts und gehe nach der Gabelung erstmal bergab zu einer Brücke über den Tanner Creek. Von hier sieht man den grossen Felssturz der 1973 von der westlichen Wand des Talkessels abgegangen ist und der das Tal bis runter zum Bach mit grossen Felsbrocken gefüllt hat. Die Bäume, die in dem Bereich stehen sind ganz offensichtlich 40 Jahre alte „Babies“ im Vergleich zu den riesigen alten Bäumen die sonst die Wahclella FallsUmgebung bestimmen. Wenn ich mir alte Bilder von vor dem Felssturz ansehe, dann muss ich aber sagen, dass dieser die Landschaft eher bereichert hat. Sowohl für Kinder als auch für Fotografen sind diese Felsen eine klasse Sache. Erstere haben was zu klettern, letzteren bietet sich von dort oben die beste Perspektive für Fotos des gesamten Talkessels. Ein besonderer Bonus im Frühjahr ist ein langer Wasserfall, der sich bei Fotos von weiter oben gut im Vordergrund macht, aber leider ab dem Frühsommer trocken fällt.

HöhleHat man den Felsbrocken passiert kommt man zum „Spielplatz“. Hier fliesst der Creek über ein flaches Kiesbett, von dem grosse Teile im Sommer trocken liegen, daher kann man dort hervorragend Steine ins Wasser schmeissen, Flachköpperdämme bauen, Staumauern errichten, im flachen Wasser planschen und was weiss ich nicht was einem noch alles einfällt. Eltern mit Kindern im entsprechenden Alter sollten überlegen im Sommer vielleicht Handtücher und Wechselklamotten mitzubringen.  Obendrein gibt es sogar noch eine Höhle zu erforschen. An der Stelle hatte sich auf einem erkalteten Lavastrom  mit der Zeit durch Erosion eine Bodenschicht gebildet. Als dann der nächste Lavastrom über diese Schicht floss, bildete sich eine Art Sandwich von weichem Material zwischen zwei Basaltbrötchen. Nachdem der Fluss das weichere Gestein ausgespült hat blieb eine flache tiefe Spalte im Fels über, in die man jetzt gut 20m weit hineinkriechen kann. Da ist es sehr hilfreich wenn man eine Taschenlampe dabei hat. Und der helle Ausgehanzug ist vielleicht auch nicht die beste Kleidung um, die Höhle zu erforschen.

Wahclella FallsHinter der Höhle geht es dann wieder auf einer Brücke über den Tanner Creek. Von hier lassen sich gute Fotos von den eigentlichen Wahclella Falls mit dem Tanner Creek im Vordergrund schiessen. Dann sind es nur noch ein paar Schritte bergauf und man steht vor den Fällen. Sie sind weder besonders hoch, noch haben sie eine aussergewöhnliche Form. Der Reiz besteht vielmehr darin, dass sie aus einer schmalen Spalte im Fels mit einem ziemlich grossen Volumen hervorgeschossen kommen. Wenn man in die Spalte hinenguckt, sieht man dass die Fälle aus zwei Stufen bestehen, die obere Stufe sich allerdings recht gut in dem Felsspalt versteckt. Bis in den Sommer hinein fällt noch ein zweiter – höherer – Fall, der sogenannte East Fork, seitlich in den Spalt hinein. Diesen sieht man am besten von der Brücke aus. Aufnahmen des Wasserfalls direkt von vorne sind eine echte Herausforderung, da der wasserreiche Fall den Talkessel mit Gischt füllt und man schnell Tropfen auf der Linse hat. Eine Langzeitbelichtung ohne Spritzer ist dort im Frühjahr ein Ding der Unmöglichkeit.

An heißen Sommertagen kann man in dem Pool unterhalb der Fälle gut Abkühlung suchen und unter dem Wasserfall baden, bevor man sich wieder auf den Rückweg macht. Dieser führt von den Fällen aus zurück zur Weggabelung und von dort auf dem schon bekannten Weg wieder zurück zum Parkplatz.

Auch hier will ich wieder kurz etwas zum Namen sagen: die Wahclella Falls wurden 1915 von Mitgliedern der Mazamas, einem grossen Wanderverein in Portland, in Erinnerung an eine gleichnamige ehemalige Indianersiedlung am Fuss des Beacon Rocks am gegenüberliegenden Ufer des Columbias benannt. Allerdings konnte zwar die Existenz der Siedlung sicher belegt werden, aber über deren Namen gibt es nach wie vor Zweifel. So oder so, die knapp hundert Jahre seit der Benennung des Wasserfalls haben jedenfalls noch nicht ausgereicht dass die US Geological Survey davon etwas mitbekommen hat. Die Behörde führt als einzige die Fälle noch unter dem schlichten Namen Tanner Creek Falls in ihren Karten.

Munra Falls ist wie der Munra Creek und der benachbarte Munra Point nach Katherine Sterrett Munra benannt, die an der Eisenbahnstrecke durch die Gorge nahe Bonneville ein kleines Restaurant betrieb. Damals gab es noch keine Speisewagen und so hielt der Zug bei „Grandma“ Munra, die vor allem für ihr Hühnchen bekannt war. Offenbar war es so lecker, dass sie sich damit einen Bach, einen Wasserfall und einen Aussichtspunkt mit ihrem Namen verdient hat. Ein Colonel Saunders (KFC) Fall oder ein Chicken McNugget Point sind dagegen wohl in nächster Zukunft kaum zu erwarten.

Wann am besten hin?

Wahclella FallsAm schönsten finde ich den Trail im Winter oder Frühjahr, wenn es einige Tage ergiebig geregnet hat. Dann gibt es auf dem Trail nicht nur zwei grosse Wasserfälle zu sehen sondern eine ganze Menge mehr, die überall von den steilen Felswänden ins Tal stürzen und die Wahclella Falls selber donnern mit einer Gewalt aus ihrem Spalt hervor, dass man Sorge hat der Fels könnte unter der Wucht platzen. Gutes Regenzeug ist an solchen Tagen natürlich Pflicht, selbst wenn es nicht regnen sollte, sorgen all die Wasserfälle schon für genug Feuchtigkeit überall.

Wann lieber nicht hin?

Der Trail lohnt sich eigentlich zu jeder Tages- und Jahreszeit. Lediglich Fotografen, die die erhabene Einsamkeit der Landschaft dokumentieren wollen, sollten vielleicht die rummeligen Sommerwochenenden meiden.

Wie kommt man hin?

Vom I-84 nimmt man die Ausfahrt 40 „Bonneville Dam“ und fährt nicht Richtung Damm sondern in die andere Richtung. Dort gibt es dann sofort eine T-Kreuzung, an der man rechts auf den Parkplatz fährt.

Meine Meinung

Der Wahclella Falls Trail hat das beste Preis-Leistungsverhältnis aller Gorge-Trails. Hier kriegt man viel zu sehen, ohne dass es allzuviel Zeit oder Energie kostet. Perfekt für jemand mit wenig Zeit oder für Leute, die keine längeren Strecken wandern wollen bzw. können. Für Reisende mit Kindern ist der Trail fast schon Pflicht.

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Multnomah Falls

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Es gibt diese Sehenswürdigkeiten, um die kommt man einfach nicht herum. Wer nach Paris fährt, bringt bestimmt ein Foto des Eiffelturms mit nach Hause. Wer zum ersten Mal in den Südwesten der USA fährt, hat ziemlich sicher einen Besuch beim Grand Canyon auf dem Programm und in Sydney wird wohl jeder mal einen Blick auf die Oper werfen. Diese Orte sind alles andere als ein Geheimtipp, die Massen drängen sich dort, der “Kenner” rümpft daher ein wenig die Nase, aber ein Besuch dort ist nun Mal Pflicht und diese Ziele sind ja auch nicht umsonst so bekannt. Sie sind eben auch einfach beeindruckend. In der Columbia River Gorge spielen die Multnomah Falls diese Rolle und so komme ich dann auch nicht umhin, meinen Blog mit den meistfotografiertesten Wasserfällen des Nordwestens zu beginnen.

Herbst an den Multnomah FallsDie Amis lieben ihre Statistiken und so lernen wir, dass die Multnomah Falls die zweithäufigst besuchteste Touristenattraktion im Staate Oregon und der zweithöchste permanente Wasserfall der USA ist. Beides klingt plausibel, aber ich misstraue solchen Statistiken inzwischen ganz gewaltig und so habe ich ein wenig recherchiert. Erstere Aussage scheint zu stimmen, nur das Spirit Mountain Spielkasino zwischen Salem und Lincoln City sieht mehr Besucher als Multnomah Falls und das auch erst seit ein paar Jahren. Was den angeblich zweithöchsten Wasserfall der USA angeht, ich habe so viele höhere gefunden, dass ich mir nicht mehr die Mühe gemacht habe zu gucken, ob Multnomah Falls nun der 42- oder 187-höchste Wasserfall der USA ist. Selbst im Nordwesten gibt es Wasserfälle die mehr als dreimal so hoch wie Multnomah Falls sind. Es mag also eine Menge höhere Wasserfälle geben, aber auch wenn Schönheit nicht messbar ist, so dürften die Multnomah Falls in dieser Kategorie dennoch einen absoluten Topplatz belegen.

Der obere Teil fällt nahezu senkrecht beeindruckende 165m in einen halbrunden Kessel und der leicht versetzte untere Teil hat nochmal eine Höhe von 21m. Die steinerne Benson Bridge überspannt seit 1914 den unteren Fall und trägt ganz entscheidend zum besonderen Charakter des Wasserfalls bei.

IMG_9545frUm den Tourismus anzukurbeln wurde nach der Benson Bridge 1925 auch noch die rustikale Multnomah Falls Lodge gebaut, die heute ein kleines Visitors Center, ein etwas zu teures Restaurant, eine Bar, den obligatorischen Andenkenladen und – ganz wichtig – Toiletten beherbergt. Neben der Lodge gibt es einen kleinen Verkaufsstand der kleine Snacks und je nach Jahreszeit kalte Getränke zum Erfrischen oder heisse zum Aufwärmen anbietet. Wer sich die Steinmauer neben dem Stand genauer ansieht entdeckt ein nettes kleines Detail: Steine mit den Namen wichtiger Farne der Gorge in Englisch und Latein. Eigentlich war geplant, dass dieselben dann auch noch passend aus Spalten in der Mauer wachsen sollten, aber da haben die Farne nicht mitgespielt.

Wie es sich für die zweitmeist besuchteteste Attraktion im Staate gehört sind die Multnomah Falls verkehrsmässig gut erschlossen. Neben dem grossen Parkplatz am Historic Highway gibt es noch einen weiteren sogar etwas grösseren der sich zwischen die beiden Fahrspuren der Autobahn I-84 zwängt und demnach nur über etwas exotische Linksaus- und einfahrten zu erreichen ist. Beide Parkplätze sind nur durch einen Fussgängertunnel verbunden, so dass man mit dem Auto hier nicht zwischen Historic Highway und I-84 hin- und herwechseln kann. Fotografen, die am Historic Highway parken, sollten aber durchaus mal kurz auch zu dem Parkplatz am I-84 gehen, da man dort einige interessante Perspektiven auf den Wasserfall aus ein wenig mehr Entfernung bekommt.

IMG_4653frVon den Parkplätzen geht es nur ein paar Stufen hoch zu der Aussichtsplattform unterhalb der Fälle, von wo aus wahrscheinlich 99.9% der Fotos des meistfotografiertesten Wasserfalls des Nordwestens geschossen werden. Wem es hier etwas voll und rummelig ist, der sei erinnert, im Spirit Mountain Casino ist noch mehr los. Es lohnt sich auf jeden Fall von dort den kurzen Weg hoch zur Benson Bridge zu machen auch wenn man dort auch nicht wirklich allein ist.

IMG_3220bfrEin interessantes Detail ist der Felsbrocken am Fuße der oberen Fälle, dessen Größe auf den Schautafeln mit einem Schulbus vergleichen wird. Bis 1995 war der flache Teil zwischen den Fällen ein beliebtes Plantschbecken für abenteuerlustige Kinder und Jugendliche, die mit dem Einsammeln von Münzen aus aller Herren Länder, die Touristen dort hineingeworfen hatten, ihr Taschengeld aufbesserten. Dann kam eines Tages der viele Tonnen schwere Felsbrocken von der Spitze der Fälle herabgerauscht. Das hatte zwei Dinge zur Konsequenz: die Hochzeitsfotos, die ein Fotograf gerade von einem Brautpaar vor den Fällen schiessen wollte, waren ruiniert und der Zugang zum Pool wurde gesperrt. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Wer ein wenig geologisches Interesse hat, sollte sich die Felsen an den Fällen mal etwas näher ansehen. Man kann dort sechs unterschiedliche Lagen von Basalt übereinender erkennen, die von verschiedenen Lavaströmen herrühren die vor etwa 5 Millionen Jahren durch das Tal des Columbia geflossen sind. Da diese jeweils unterschiedlich schnell erkaltet sind, haben einige, wie unter anderem auch die oberste Schicht die typischen Basaltsäulen gebildet, während eine andere Schicht z.B. unter Wasser schnell abgekühlt wurde und dabei die sogenannte Kissenlava entstanden ist. Die unterschiedlichen Formen erkennt man eigentlich auch als Laie ziemlich gut.

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SwitchbacksHinter der Brücke führt der Pfad über elf mit nummerierten Schildern versehene Switchbacks zu der Spitze der Fälle. (zur Beruhigung sei gesagt: schon nach Switchback 9 hat man die Höhe geschafft und es geht wieder ein wenig  bergab) Dieser kurze – knapp über eine Meile lange – Weg dürfte der Trail in der Gorge sein, der mit weitem Abstand die meisten Besucher sieht. Mir tun die Leute immer ein wenig Leid, denn dieser Trail hat in meinen Augen ein sehr schlechtes Preis-Leistungsverhältnis. Um in einer Meile bis zur Spitze der Fälle zu kommen muss man ganz schön bergauf pusten. Sicher, es gibt steilere und anstrengendere Trails in der Gorge, aber ein bisschen in Schwitzen kommt man schon. Und was bekommt man dafür? Eine Aussicht über die beiden Parkplätze und einen Bach der einfach im Nichts aufhört. Dadurch das der Wasserfall zurückgezogen in einem Kessel liegt, gibt es von oben keinen großartigen Ausblick über das Flusstal des Columbia und vom Wasserfall selber sieht man von oben auch nur die ersten ein, zwei Meter. Dazu ist es meist proppevoll auf dem Weg. Der einzige Grund für mich diesen Trail zu laufen, ist wenn man oben weiter entlang des Multnomah Creek zu den Wasserfällen oberhalb von Multnomah Falls wandern will oder gar die Runde zu den Wahkeena Falls oder den Larch Mountain auf dem Programm hat. Ansonsten gibt es in direkter Nachbarschaft wesentlich schönere Trails die für weniger Anstrengung mehr bieten, wie z.B. der Weg zu den Ponytail Falls.

Ein letztes Wort noch zum Namen. Die Multnomah waren ein Stamm der Chinook-Indianer, die in der Gegend des heutigen Portlands lebte. Mitte des 19.Jahrhunderts fiel der gesamte Stamm einer eingeschleppten Krankheit, vermutlich der Malaria, zum Opfer. In Erinnerung an den Stamm bekamen die Wasserfälle und auch das dazugehörige County, in dem Portland liegt, ihre Namen.

Wann am besten hin?Multnomah Falls

Im Gegensatz zu vielen anderen Wasserfällen lohnt sich der Besuch bei den Multnomah Falls eigentlich zu jeder Jahreszeit.  Mir gefallen die kräftig gefüllten Fälle vor dem frischen Grün im Frühjahr und das bunte Laub im Herbst am besten. Aber auch die Eisskulpturen an kalten Wintertagen haben ihren Reiz, im Schnee sieht man die Fälle nur ganz selten einmal. Und selbst im Sommer ist immer noch genug Wasser in den Fällen dass sie einen Besuch wert sind.

An sonnigen Tagen stehen die Fälle tagsüber im Gegenlicht an der dunklen Felswand, so dass man noch am ehesten früh morgens oder abends einigermaßen ordentliche Lichtverhältnisse für ein Foto bekommt. Im Sommer kann man am späten Nachmittag manchmal einen Regenbogen im warmen Abendlicht auf den Fällen beobachten. Aber für Fotos eignet sich eigentlich bedecktes Wetter am besten um scharfe Kontraste mit hellen sonnenbeschienen Bäumen im Vordergrund zu vermeiden. Und an wolkigen Tagen herrscht ja zum Glück kein Mangel.

Wann lieber nicht hin?

An den Multnomah Falls ist eigenlich immer was los. An Wochenenden ist es oft sehr voll. An Sommerwochenenden ist es wirklich sehr sehr voll und am Memorial Day Weekend zu Anfang der Sommerferien und am Labor Day Weekend zum Ende der Sommerferien platzen die Parkplätze vor den Fällen aus allen Nähten, was dazu führt, dass sich die Autos auf dem Historic Highway z.T. bis hinter die Wahkeena Falls stauen und die Abfahrt vom I-84 E geschlossen wird. Wenn es sich irgendwie einrichten läßt, würde ich an den beiden Feiertags-Wochenenden einen grossen Bogen um die Fälle machen. Und wenn der Besuch nun einmal auf ein Sommerwochenende fällt, dann sollte man entweder sehr früh dort auflaufen oder im letzten Abendlicht die Fälle geniessen, da man dann den ganz großen Massen noch ein wenig aus dem Weg geht.

Wie kommt man hin?

IMG_9241bfrEs gibt zwei Möglichkeiten die Multnomah Falls zu erreichen. Entweder man fährt I-84. Dann nimmt man Exit 31 “Multnomah Falls”. Oder man erreicht die Fälle über den Historic Highway. Dann sollte man wenn man auf dem I-84 von Osten her kommt bei Exit 34 “Ainsworth State Park” auf den Historic Highway Richtung Westen wechseln. Wenn man den I-84 vom Westen her nimmt, gibt es mehrere Möglichkeiten auf den Historic Highway zu wechseln, die erste ist Exit 17 “Troutdale”, die letzte vor den Multnomah Falls ist Exit 28 “Bridal Veil”. Seit Frühjahr 2014 gibt es ein Gate, das die Zufahrt vom I-84 Richtung Osten automatisch sperrt, wenn der Parkplatz voll ist. Ein Warnschild weist dann eine knappe Meile vorher auf die Sperrung hin. In diesem Falle fährt man bis zur Ausfahrt 35 „Ainsworth State Park“ weiter wo man entweder auf den I-84 in Gegenfahrrichtung wechselt, da es von Osten her kein Gate gibt. Oder man fährt dort auf den Historic Highway, um dort sein Glück zu versuchen.

Meine Meinung

So knapp die Zeit auch sein mag, niemand sollte die Gorge verlassen, ohne zumindest einen kurzen Stop an den Multnomah Falls eingelegt zu haben. Viel mehr als ein kleiner Stop muss es aber auch sonst nicht sein, dabei lohnt es sich aber im Sommer entweder sehr früh oder spät am Tag dort zu sein, um den Massen wenigstens ein wenig aus dem Weg zu gehen.

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