Eagle Creek Fire

*** Ein großes Feuer brennt seit Labor Day 2017 zwischen Cascade Locks und Crown Point auf der Oregonseite der Gorge***

Stand 17.9.2017: Es regnet! Endlich! Und das soll für die nächsten zwei bis drei Tage so bleiben. Das wird zwar vermutlich das Feuer nicht löschen, aber es sollte danach gut unter Kontrolle sein. Wie bei jeder Medizin gibt es leider Nebenwirkungen. Es drohen Erdrutsche, wenn der Regen auf die vom Feuer verwüsteten Hänge trifft wo keine Vegetation den Boden mehr festhält. Für das gesamte Gebiet wurde eine Flash Flood Warning herausgegeben. Das wird vermutlich den ganzen Winter bis ins Frühjahr ein beständiges Problem bleiben, weshalb man davon ausgehen muß, daß die betroffenen Trails noch sehr lange gesperrt bleiben werden.

I-84 ist in Richtung Westen wieder geöffnet, allerdings sind sämtliche Ausfahrten mit Ausnahme von Cascade Locks gesperrt und jegliches Anhalten entlang der Strecke ist verboten. Es gibt immer wieder befristete Sperrungen für weitere Aufräumarbeiten. Für die Freigabe des nach wie vor gesperrten Freeways Richtung Osten gibt es noch keinen Termin.

Stand 14.9.2017: Das Eagle Creek-Feuer brennt weiterhin, zur Zeit vor allem im östlichen Bereich um den Herman Creek und in den höheren Lagen der Mark O.Hatfield Wilderness. Ortschaften sind derzeit nicht mehr akut gefährdet. Es ist in dem schwierigen Terrain allerdings nur auf 13% des Randes unter Kontrolle. Das kleine Archer Mt.-Feuer auf der Washington Seite ist dagegen inzwischen auch offiziell zu 100% unter Kontrolle. Für die nächste Woche sind zum ersten Mal in diesem Sommer längere Regenfälle vorhergesagt, die Anlaß zur Hoffnung geben.

I-84 ist nach wie vor durch umgestürzte Bäume und Felsbrocken blockiert und zwischen Hood River und Troutdale komplett und zwischen The Dalles und Hood River für LKWs Richtung Westen gesperrt. Aufräumarbeiten laufen, man hofft die dem Feuer abgewandten Fahrspuren Richtung Westen Anfang nächster Woche wieder freigeben zu können. Richtung Osten dauert es noch mindestens eine Woche länger. Die Alternativroute SR14 auf der Washington-Seite ist nur für LKWs gesperrt. Der Historic Highway hat schwer unter dem Feuer gelitten, es ist derzeit nicht in Sicht, wann er wieder geöffnet wird. Ich denke das wird wohl eher eine Frage von Monaten als Wochen sein.

Desweiteren wurde der Zugang zu sämtlichem öffentlichen Land auf der Oregon Seite der National Scenic Area zwischen dem Sandy River in Troutdale und Hood River für jedermann gesperrt. Aufgrund der Brandschäden und der damit verbundenen Gefahr von Erdrutschen im regenreichen Winter wird damit gerechnet, dass viele Trails erst frühestens im nächsten Frühjahr wieder freigegeben werden.

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Nach einem ungewöhnlich heißen Sommer und den höchsten August-Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war die gesamte Gorge Anfang September knochentrocken. Es gab ein kleineres Feuer in der Nähe der Tunnel Falls am Eagle Creek, das schon seit mehreren Wochen vor sich hin schwelte und gut unter Kontrolle war, aber dann hatte am Labor Day Wochenende ein 15-jähriger Teenager aus Vancouver WA mit seinen Freunden die großartige Idee brennende Feuerwerkskörper vom Trail am Eagle Creek in die Schlucht zu werfen. Binnen kürzester Zeit stand die Gegend um den Trailhead in Flammen und schnitt Hikern am Punchbowl Falls den Rückweg ab. Viele waren die relaltiv kurze Strecke ohne Wanderschuhe und in Badesachen gelaufen um sich an dem heißen Tag in dem Pool vor den Punchbowl Falls abzukühlen. Ihnen blieb nur der 13 Meilen lange recht steile Hike zum Wahtum Lake am anderen Ende des Eagle Creek mit einer Nacht an den Tunnel Falls.

Asche auf einem Autodach

Im Laufe des Montags und in der Nacht zum Dienstag fachten die üblichen recht kräftigen Ostwinde in der Gorge das Feuer an und es bewegte sich schnell Richtung Westen auf Orte wie Oneonta Gorge, Multnomah Falls, Angel’s Rest und Crown Point zu. Siedlungen in der Gorge wie Cascade Locks, Corbett, Bridal Veil wurden evakuiert und auch für den östlichen Teil von Troutdale, einem Vorort von Portland, wurde die erste Evakuierungswarnstufe ausgerufen, die die Bewohner auffordert, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Im Großraum Portland regnete es Asche vom Himmel, so dass ältere Bewohner sich an den Ausbruch des Mt.St.Helens erinnert fühlten, die Sonne war mitten am Tag durch dicke Rauchschwaden tiefrot und der sogenannte Air Quality Index war dreimal so schlecht wie der von Peking.

Währenddessen versuchten die Feuerwehrleute vor allem die bedrohten Gebäude zu retten. Hierbei standen vor allem die Orte Cascade Locks und Bridal Veil und die bekannte Multnomah Falls Lodge im Fokus der Bemühungen. Wie schwer die Aufgabe der Feuerwehr war, verdeutlicht die Tatsache, dass das Feuer am Archer Mt. auf die Washington Seite übersprang. Wenn nicht einmal der Columbia River eine effektive Feuerschneise darstellt, kann man sich vorstellen, wie schwierig es ist so ein Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Gegen Dienstag Abend flauten die Winde ab und drehten, so dass das Feuer auf sich selbst zurückgeworfen wurde und für die Orte im Westen der Gorge Entwarnung gegeben werden konnte. Die Feuerwehr war auch in der Gorge selber erfolgreich, es wurden keine Gebäude zerstört, auch die Multnomah Falls Lodge steht nach wie vor. Das Feuer auf der Washington Seite ist unter Kontrolle. Auf der Oregon Site ist das Feuer immer noch nicht unter Kontrolle aber da es sich abgekühlt hat und auch wenig Regen fiel, hat sich die Situation sehr beruhigt.

Nachdem am Anfang das Schlimmste für die beliebteste und meistbesuchteste Ecke der Gorge befürchtet wurde, zeigen die ersten Bilder, dass die Zerstörung recht punktuell ist. Der Angel’s Rest Trail führt jetzt durch ein Spalier verkohlter Stümpfe, während Multnomah Falls abgesehen von ein paar dunklen Stellen hier und da noch ziemlich aussieht wie früher. Selbst die Bäume sind dort noch alle grün. Der Freeway I-84 durch die Gorge soll mindestens noch bis zum 10.September wenn nicht länger gesperrt sein, der Historic Highway wird wohl noch wesentlich länger dicht sein. Die Straßen sind von umgestürzten Bäumen und Felsbrocken bedeckt.

Hier ist die Liste der Orte auf meiner Webseite, die von dem Feuer betroffen sind und meine aktuelle Einschätzung der Situation dort, die bisher auf keinen eigenen Beobachtungen beruht, und daher mit viel Vorsicht zu geniessen ist. Ich werde versuchen diese Liste mit neuen Information auf aktuellem Stand zu halten.

Multnomah Falls: mit einem blauen Auge davongekommen.

Eagle Creek Teil 1 und Teil 2: da das Feuer dort seinen Ursprung genommen hat, befürchte ich das Schlimmmste für meinen Lieblingstrail in der Gorge.

Wahclella Falls: schwer einzuschätzen, da das Feuer sich allerdings von Kamm zu Kamm ausgebreitet hat, hab ich Hoffnung dass das enge Tal, das durch die Gischt des kräftigen Wasserfalls recht feucht ist, noch einmal Glück gehabt haben könnte.

Latourell Falls: am äußersten Rand des Feuers. Alles was ich von dort gesehen habe sah gut aus.

Larch Mt.:wurde evakuiert, es hat dort gebrannt. Von dort oben hat man wohl die beste Übersicht, was wie schwer betroffen ist. Der Aussichtspunkt selber dürfte schnell wieder zugänglich sein

Mist Falls: könnte an dem sehr steilen Hang nochmal Glück gehabt haben

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